Im Rahmen des Mittelalterfestivals „Belagerung von Malbork 1410“ fand am Freitag (24. Juli) die erste Inszenierung der Kämpfe um die Marienburg statt. Austragungsort waren die von-Plauen-Wälle. Für diesen Teil des Festivals ist die Stadt Malbork / Marienburg verantwortlich. Die Organisation der Aufführung wurde erneut an die Firma von Aleksander Krempeć vergeben. In diesem Jahr präsentierten die Veranstalter das historische Spektakel nach einem überarbeiteten Drehbuch.
Neue Inszenierung, unveränderte Geschichte
„Wir haben die Inszenierung verändert, aber nicht die Geschichte“, kündigten die Organisatoren vor Beginn der Abendveranstaltung an.
Tatsächlich unterschied sich der historische Teil der Aufführung deutlich von den Vorjahren. Das Programm dauerte rund 20 Minuten länger. Regisseur und Drehbuchautor Aleksander Krempeć ergänzte die Handlung um einen ausführlicheren historischen Hintergrund. Im Mittelpunkt standen die Ereignisse, die zum Großen Krieg zwischen dem Königreich Polen und dem Deutschen Orden, zur Schlacht bei Grunwald / Tannenberg sowie zur Belagerung der Marienburg führten, der damaligen Hauptstadt des Ordensstaates.
Das Publikum, das die Tribüne an der Parkowa-Straße vollständig füllte, erhielt dadurch einen umfassenderen Einblick in die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Königreich Polen und dem Deutschen Orden. Die neue Inszenierung vermittelte somit ein deutlich breiteres Bild des Konflikts und der Belagerung als in den vergangenen Jahren.
Mehr Reiter, neue Kampfszenen und neue Musik
Die diesjährige Aufführung zeigte mehr Reiter und zusätzliche Kampfszenen. Die Choreografie entwickelte Patryk Kozłowski. Für die neue musikalische Gestaltung zeichnete sich Miłosz Sienkiewicz gemeinsam mit seinem Ensemble verantwortlich.
Die historische Handlung blieb jedoch unverändert. Die polnischen sowie litauisch-ruthenischen Truppen unter König Władysław Jagiełło und Großfürst Vytautas mussten sich letztlich von den Mauern der Festung zurückziehen. Die Burg wurde von der Ordensbesatzung unter Heinrich von Plauen, dem Komtur von Świecie / Schwetz, verteidigt. Die historische Belagerung dauerte vom 25. Juli bis zum 19. September 1410.
Seit mehreren Jahren endet die Belagerungsinszenierung nicht mehr mit einem Feuerwerk. Stattdessen bildet eine spektakuläre Feuershow den Abschluss der Aufführung. Die Inszenierung übernahm Sebastian Frodyma. Auf der Bühne trat ein Künstlerkollektiv aus verschiedenen Regionen Polens auf.
Beide Vorstellungen bereits ausverkauft
Während des Festivals werden zwei Abendaufführungen gezeigt – am Freitag und am Samstag. Die Eintrittskarten für beide Veranstaltungen waren bereits im Vorfeld vollständig ausverkauft.
Bei der Samstagsvorstellung erwartet die Besucher zusätzlich ein musikalischer Höhepunkt. Der aus Malbork / Marienburg stammende Musiker Karol Olszewski wird seinen neuen Titel „Milion Cegieł“ („Eine Million Ziegel“) live präsentieren. Das Lied nimmt Bezug auf die Geschichte der Stadt und ihrer berühmten Ordensburg.
Quelle: dziennikbaltycki
Foto: facebook / Muzeum Zamkowe w Malborku