Neue Regeln auf dem Weg zum Meerauge: „Touristen verzichten auf die Kutschfahrten“

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Seit dem 1. September dürfen Pferdekutschen auf dem Weg zum Meerauge nicht mehr bis zur Włosienica-Alm fahren. Die neue Regelung verkürzt die Strecke der Fiaker auf weniger als die Hälfte. Eigentlich sollten Elektrobusse die Touristen anschließend weiterbringen, doch diese sind noch nicht im Einsatz. Für einige Besucher hat das bereits Konsequenzen: Sie verzichten auf den Ausflug.

Die Pferdekutschen zum Meerauge, einem der bekanntesten Ausflugsziele im polnischen Tatra-Nationalpark, dürfen seit dem 1. September nur noch bis zu den Wodogrzmoty-Mickiewicza-Wasserfällen fahren. Bisher endete die Kutschfahrt in Włosienica.

Damit hat sich die Strecke für die Fiaker deutlich verkürzt. Statt 6,9 Kilometern legen die Pferdewagen nur noch 2,9 Kilometer zurück. Den restlichen Weg zum Morskie Oko müssen die Besucher zu Fuß bewältigen.

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Am Beginn des Wanderwegs hat der Tatra-Nationalpark (TPN) Hinweisschilder auf die neuen Regeln aufgestellt. Nach dem ursprünglichen Konzept sollten Touristen zunächst mit einer Kutsche von Palenica Białczańska bis zu den Wodogrzmoty Mickiewicza fahren. Dort wurde ein Parkplatz für die Pferdewagen eingerichtet.

Anschließend sollten die Besucher in einen Elektrobus umsteigen, der sie bis zur Alm Włosienica bringt. Von dort sind es noch rund zwei Kilometer zu Fuß bis zur Berghütte am Morskie Oko.

Elektrobusse fehlen: Touristen müssen zu Fuß weiter

Das neue Konzept wurde bislang allerdings nur teilweise umgesetzt. Die vorgesehenen Elektrobusse stehen auf der Strecke noch nicht zur Verfügung.

Für die Touristen bedeutet das derzeit: Nach der verkürzten Kutschfahrt müssen sie den restlichen Weg komplett zu Fuß zurücklegen. Der TPN verfügt zwar über vier Elektrobusse, diese werden derzeit jedoch unter anderem für den Transport von Menschen mit Behinderungen eingesetzt.

Der Nationalpark betont, dass es sich bei der neuen Regelung zunächst um ein Pilotprojekt handelt. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob der relativ kleine Platz an den Wodogrzmoty Mickiewicza ausreicht. Dort sollen künftig rund zehn Kutschen sowie die Elektrofahrzeuge Platz finden.

Wie TPN-Direktor Szymon Ziobrowski gegenüber dem Portal wyborcza.pl erklärte, wurden bereits 20 neue Elektrobusse für den Transport der Besucher bestellt. Sie sollen innerhalb der kommenden zehn Monate ausgeliefert werden.

„Unsere Eltern haben auf den Ausflug verzichtet“

Dass die Kutschstrecke gleich zu Beginn um mehr als die Hälfte verkürzt wurde, überraschte viele Touristen. Besonders groß ist der Unmut darüber, dass die versprochenen Elektrobusse noch fehlen.

„Wenn es ein Pilotprojekt ist, sollte es vollständig umgesetzt werden und nicht nur teilweise“, sagte ein auf der Strecke angetroffener Tourist namens Jacek aus Poznań gegenüber wyborcza.pl.

Für jüngere und körperlich fitte Besucher dürfte der zusätzliche Fußweg kaum ein Problem darstellen. Für ältere Menschen kann die Strecke dagegen zu einer erheblichen Herausforderung werden.

„Wir sind mit unseren älteren Eltern aus England angereist. Sie haben auf den Ausflug verzichtet, weil sie der Meinung waren, dass sie die sechs Kilometer zu Fuß nicht schaffen würden“, berichtet eine Touristin gegenüber der „Gazeta Krakowska“.

Die Eltern blieben deshalb unten, während der Rest der Familie den Weg antrat. Eigentlich habe man die Kutschfahrt nutzen wollen, weil sie für die Familie und insbesondere für die Tochter ein besonderes Erlebnis sei.

Auch die Fiaker bekommen die Auswirkungen der neuen Regelung bereits zu spüren. Sie berichten von deutlich weniger Fahrgästen auf der verkürzten Strecke.

„Die Touristen können kaum glauben, dass die Strecke verkürzt wurde. Viele sind enttäuscht und verzichten auf die Fahrt, weil sie der Meinung sind, dass es sich für nicht einmal drei Kilometer kaum lohnt, eine Kutsche zu nehmen“, sagt Andrzej Mąka vom Verband der Transportunternehmen zum Morskie Oko gegenüber wyborcza.pl.

Fiaker verdienen deutlich weniger

Die kürzere Strecke wirkt sich auch unmittelbar auf die Einnahmen der Kutscher aus. Der Preis für eine Fahrt mit der Pferdekutsche nach oben wurde von 100 auf 50 Złoty gesenkt.

Für die Fahrt bergab zahlen Touristen nun statt 70 nur noch 30 Złoty.

Damit hat die neue Regelung nicht nur Auswirkungen auf die Besucher des Morskie Oko. Auch für die Fiaker bedeutet die Verkürzung der Strecke einen erheblichen wirtschaftlichen Einschnitt.

Quelle: onet

Foto: Facebook/Konie Morskie Oko

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