Polen fordert eine hohe Strafe gegen den US-Konzern Meta wegen unzureichender Maßnahmen gegen betrügerische Werbung und schädliche Inhalte. Digitalminister Krzysztof Gawkowski hat bei der Europäischen Kommission eine Geldstrafe von 250 Millionen Euro beantragt. Das entspricht rund einer Milliarde Złoty.
Krzysztof Gawkowski erklärte, dass digitale Plattformen die volle Verantwortung für ihre Aktivitäten übernehmen müssten. Deshalb habe er bei der Europäischen Kommission offiziell beantragt, Meta mit einer Strafe von 250 Millionen Euro zu belegen.
Meta ist der US-amerikanische Technologiekonzern hinter Plattformen wie Facebook, Instagram und WhatsApp.
„Nach der Analyse der Materialien, darunter auch der von Meta erhaltenen Informationen, sowie weiterer Medienberichte über die fehlende Kontrolle der veröffentlichten Inhalte habe ich soeben einen formellen Antrag bei der Europäischen Kommission eingereicht“, erklärte der Minister.
Gawkowski kritisiert insbesondere die aus seiner Sicht unzureichende Bekämpfung betrügerischer Werbung, schädlicher Inhalte und illegaler Anwendungen.
Polen fordert 1 Milliarde Złoty von Meta: „Der Wilde Westen muss aufhören“
Der Digitalminister erwartet nun, dass die Europäische Kommission das Verfahren möglichst schnell einleitet und eine Strafe verhängt.
„Es gibt mehr als genug Beweise“, betonte Gawkowski. Gleichzeitig forderte er Meta auf, unverzüglich wirksame Instrumente einzuführen, mit denen Betrug, gefälschte Werbung und die Bewerbung illegaler Anwendungen besser bekämpft werden können.
„Dieser Wilde Westen auf der Plattform muss aufhören“, erklärte der Minister.
Streit zwischen Rafał Brzoska und Meta wegen Fake-Werbung
In den vergangenen Monaten hatte insbesondere der Konflikt zwischen Rafał Brzoska, dem Chef des polnischen Logistikkonzerns InPost, und Meta für Aufmerksamkeit gesorgt.
Brzoska hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass sein Bild ohne Zustimmung in gefälschten Investmentanzeigen auf Facebook verwendet werde. Seiner Ansicht nach reagiert Meta nicht schnell und effektiv genug auf solche Inhalte.
Nach den öffentlichen Vorwürfen des Unternehmers schaltete sich auch Digitalminister Krzysztof Gawkowski ein. Er warf dem Konzern vor, von der Veröffentlichung betrügerischer Werbung mit den Bildern bekannter Persönlichkeiten zu profitieren.
Meta wies die Vorwürfe nicht vollständig zurück und erklärte gegenüber dem polnischen Minister, dass die Bekämpfung betrügerischer Werbung für das Unternehmen „Priorität“ habe. Die bisherigen Maßnahmen überzeugten Gawkowski jedoch offenbar nicht.
Meta verspricht weitere Maßnahmen gegen Betrug
Meta lud den Minister und sein Team zu einem Treffen ein, bei dem die bisherigen Maßnahmen des Unternehmens sowie mögliche Bereiche für eine weitere Zusammenarbeit besprochen werden sollten.
Der Konzern betonte zugleich, dass es keine einzelne Lösung gibt, mit der sich betrügerische Werbung vollständig verhindern lässt. Stattdessen setze Meta auf ein mehrstufiges System.
Dazu gehören unter anderem Kontrollen vor der Veröffentlichung von Anzeigen, das Entfernen bereits veröffentlichter Inhalte, die Überprüfung von Werbetreibenden, die Sperrung von Betrügernetzwerken sowie die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen.
Ob die Europäische Kommission tatsächlich eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Euro verhängen wird, muss nun das weitere Verfahren zeigen.
Quelle: businessinsider
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