Neue Brücke für 350 Millionen Złoty: Die Vorgängerbrücke wurde 1945 von den Nazis gesprengt

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Im Landkreis Ratibor/Racibórz steht der Bau einer neuen Oderbrücke kurz vor dem Abschluss. Die 633,6 Meter lange Konstruktion soll eine dauerhafte Verbindung zwischen den Gemeinden Nędza und Rudnik wiederherstellen. Die Investition kostet rund 350 Millionen Złoty, inzwischen sind die Bauarbeiten zu etwa 90 Prozent abgeschlossen.

Die neue Brücke besteht aus 13 Spannfeldern mit Längen zwischen 40 und 50 Metern. Die Hauptkonstruktion ist bereits fertiggestellt. Für den Bau ist Strabag Infrastruktura Południe verantwortlich, der entsprechende Vertrag wurde im Januar 2024 unterzeichnet.

Die Brücke ist ein zentraler Bestandteil der neuen Trasse der Woiwodschaftsstraße 421. Der gesamte neue Straßenabschnitt einschließlich der Brücke ist 2,7 Kilometer lang.

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Neue Verbindung soll Ratibor/Racibórz entlasten

Die neue Verkehrsverbindung soll den Verkehr in der Region deutlich verbessern. Autofahrer können künftig das Zentrum von Ratibor/Racibórz umfahren, wodurch die Innenstadt entlastet werden soll.

Für die Einwohner der Gemeinden Nędza und Rudnik hat die Brücke noch eine weitere wichtige Bedeutung. Bislang sind sie auf eine Fährverbindung über die Oder angewiesen. Diese kann jedoch abhängig vom Wasserstand des Flusses eingeschränkt oder vollständig eingestellt werden.

Mit der neuen Brücke entsteht deshalb erstmals seit Jahrzehnten wieder eine zuverlässige feste Verbindung zwischen beiden Ufern.

Die alte Brücke wurde 1945 gesprengt

Dass an dieser Stelle nun wieder eine Brücke entsteht, hat auch einen historischen Hintergrund.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Brücke zwischen Nędza und Rudnik. 1945 wurde sie von den sich zurückziehenden Nazi-Truppen gesprengt. Ziel war es, den Vormarsch der Roten Armee nach Westen zu verlangsamen.

Seitdem fehlte an dieser Stelle eine dauerhafte Straßenverbindung über die Oder. Die neue Investition schließt damit eine Lücke, die fast acht Jahrzehnte lang bestand.

350 Millionen Złoty für die neue Oderquerung

Die Finanzierung des Projekts erfolgt unter anderem aus dem staatlichen Programm „Mosty dla Regionów“. Rund 270 Millionen Złoty wurden aus diesem Programm bereitgestellt. Der verbleibende Betrag soll unter anderem mit Unterstützung der Woiwodschaft Schlesien finanziert werden.

Auch bei der technischen Ausführung wurden hohe Anforderungen berücksichtigt. Die Brücke wurde für die Belastungsklasse A ausgelegt und erfüllt zudem die militärische Belastungsklasse MLC 150 nach NATO STANAG 2021.

Die Widerlager der Brücke wurden außerhalb der Hochwasserschutzdeiche geplant. Dadurch soll die neue Infrastruktur auch bei Hochwasser einen möglichst zuverlässigen Betrieb ermöglichen.

Quelle: money

Foto: Facebook/naszraciborz.pl

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