Polnischer Exportschlager für die NATO: Piorun-Raketen gehen an drei weitere Bündnisstaaten

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Polen hat einen historischen Rahmenvertrag über die Lieferung von mehreren tausend tragbaren Flugabwehr-Raketensystemen des Typs Piorun unterzeichnet. Die Systeme sollen nicht nur die polnischen Streitkräfte ausrüsten, sondern auch an die Armeen von drei weiteren NATO-Staaten geliefert werden. Finanziert werden die gemeinsamen Beschaffungen über das europäische SAFE-Programm.

Der Vertrag wurde am Montag im Werk des polnischen Rüstungskonzerns MESKO in Skarżysko-Kamienna in der Woiwodschaft Heiligkreuz unterzeichnet. An der Zeremonie nahm auch der stellvertretende Ministerpräsident und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teil. Der Vertrag ebnet den Weg für die Produktion der Systeme für insgesamt vier verbündete Armeen.

Neben den polnischen Streitkräften sollen Litauen, Lettland und Norwegen die Piorun-Systeme erhalten. Der Auftrag wird im Rahmen gemeinsamer Beschaffungen über das SAFE-Programm umgesetzt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden mehr als 80 Prozent der bestellten Piorun-Systeme für die polnische Armee bestimmt sein.

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Piorun wird zum wichtigen Exportprodukt der polnischen Rüstungsindustrie

Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz betonte, dass Piorun das Ergebnis polnischer Ingenieurskunst sei und sich inzwischen zu einer international bekannten Marke entwickelt habe. Das System gehört zu den wichtigsten Exportprodukten der polnischen Rüstungsindustrie und hat bereits Abnehmer in mehreren Ländern gefunden.

Der aktuelle Vertrag hat dabei eine besondere Bedeutung: Es handelt sich um die bislang größte Bestellung für das Piorun-System. Die Produktion soll künftig nicht nur den Bedarf Polens decken, sondern auch die Verteidigungsfähigkeit weiterer NATO-Mitglieder stärken.

Allerdings bedeutet die Unterzeichnung des Rahmenvertrags noch nicht, dass die Bestellung bereits endgültig abgeschlossen ist. Für die tatsächliche Lieferung muss zunächst ein Ausführungsvertrag unterzeichnet werden. Darin sollen unter anderem die konkreten Finanzierungsquellen und Details der Beschaffung festgelegt werden.

Auftrag im Wert von rund 8 Milliarden Złoty

Der Gesamtwert des Abkommens beläuft sich laut Kosiniak-Kamysz auf rund 8 Milliarden Złoty. Die Finanzierung soll aus dem europäischen SAFE-Programm kommen, welches gemeinsame Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten unterstützen soll.

Der polnische Verteidigungsminister kündigte gleichzeitig an, dass die Unterzeichnung des Ausführungsvertrags nicht länger als einige Wochen dauern sollte. Damit könnte die endgültige Bestellung bereits in naher Zukunft formalisiert werden.

Für die polnische Rüstungsindustrie wäre dies ein weiterer bedeutender Schritt. Die steigende internationale Nachfrage nach Piorun zeigt, dass polnische Rüstungstechnologie zunehmend auch außerhalb des eigenen Landes gefragt ist.

Was ist Piorun?

Piorun ist ein in Polen entwickeltes tragbares Flugabwehr-Raketensystem mit sehr kurzer Reichweite. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass das System von einem einzelnen Soldaten bedient werden kann.

Die Raketen dienen zur Bekämpfung verschiedener Luftziele, darunter:

  • Flugzeuge,
  • Hubschrauber,
  • Marschflugkörper,
  • Drohnen.

Damit kann Piorun insbesondere eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Drohnen und anderen niedrig fliegenden Zielen spielen.

Die Bestellung für Polen, Litauen, Lettland und Norwegen ist daher nicht nur ein großer Erfolg für den Hersteller MESKO, sondern auch ein Zeichen dafür, dass das polnische Piorun-System innerhalb der NATO zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Quelle: businessinsider

Foto: Facebook/Polska Grupa Zbrojeniowa SA

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