Wo lebt es sich in Polen am besten? „Business Insider“ hat seine aktuelle Rangliste der besten Städte zum Leben veröffentlicht und auf dem Podium gibt es eine überraschende Wende. Stettin/Szczecin hat erstmals den ersten Platz erobert und die bisherigen Spitzenreiter hinter sich gelassen. Posen/Poznań und Rzeszów rutschten aus den Top 3, während Bjelostock/Białystok und Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski am Ende des Rankings landeten.
„Business Insider Polska“ hat erneut die 16 größten Städte Polens (jeweils eine aus jeder Woiwodschaft) anhand wichtiger wirtschaftlicher Kennzahlen und Kriterien zur Lebensqualität miteinander verglichen. Die Rangliste für 2026 bringt dabei eine deutliche Überraschung: Stettin/Szczecin, das bisher eher im Mittelfeld lag, schaffte erstmals den Sprung auf Platz eins.
Auf den weiteren Podestplätzen folgen Lublin und Lodz/Łódź, die sich in mehreren Kategorien deutlich verbessern konnten. Die bisherigen Spitzenreiter Posen/Poznań und Rzeszów mussten dagegen Federn lassen und belegen nun den vierten beziehungsweise siebten Platz. Katowice/Kattowitz, das noch vor Kurzem zu den führenden Städten gehörte, landete diesmal lediglich auf Platz acht.
Warum liegt Stettin/Szczecin an der Spitze?
Stettin/Szczecin konnte zwar in keiner der untersuchten Kategorien den ersten Platz erreichen, erzielte aber in den meisten Bereichen sehr gute Ergebnisse. Die Stadt punktet vor allem mit einer guten Luftqualität, bei der sie nur von Allenstein/Olsztyn übertroffen wird, vergleichsweise erschwinglichen Immobilienpreisen und relativ kurzen Wartezeiten auf medizinische Leistungen im staatlichen Gesundheitssystem.
Auch beim Thema Arbeitslosigkeit, der schwächsten Kategorie für Stettin/Szczecin, schaffte es die Stadt noch unter die zehn besten Großstädte. Entscheidend für den Gesamtsieg war daher vor allem die ausgeglichene Performance in sämtlichen untersuchten Bereichen.
Die größten Gewinner und Verlierer
Besonders deutlich konnte Lodz/Łódź zulegen und sich einen Platz auf dem Podium sichern. Ausschlaggebend waren unter anderem eine Verbesserung der Luftqualität und eine bessere Verfügbarkeit medizinischer Leistungen.
Auch Bromberg/Bydgoszcz und Oppeln/Opole machten im Ranking mehrere Plätze gut. Hier wirkten sich insbesondere kürzere Wartezeiten auf Arzttermine sowie eine positive Entwicklung der Gehälter aus.
Auf der anderen Seite gehören Rzeszów, Kattowitz/Katowice und Warschau/Warszawa zu den größten Verlierern der diesjährigen Ausgabe. Rzeszów verlor gleich sechs Plätze. Gründe dafür waren unter anderem eine Verschlechterung der Luftqualität und eine steigende Arbeitslosenquote.
Kattowitz/Katowice erzielte sein bislang schlechtestes Ergebnis in der Rangliste. Warschau/Warszawa fiel sogar von Platz fünf auf Platz zehn zurück. Zu den größten Problemen der Hauptstadt zählen die hohen Immobilienpreise, lange Wartezeiten auf medizinische Leistungen und eine vergleichsweise hohe Kriminalitätsrate.
Bjelostock/Białystok und Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski bilden das Schlusslicht
Am unteren Ende der Rangliste stehen Bjelostock/Białystok und Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski.
Bjelostock/Białystok kämpft mit der höchsten Arbeitslosenquote unter den untersuchten Städten, vergleichsweise niedrigen Gehältern und zunehmend längeren Wartezeiten auf medizinische Leistungen.
Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski weist dagegen die längsten Wartezeiten auf Arzttermine auf und gehört gleichzeitig bei den Gehältern zu den Schlusslichtern. Ein Vorteil der Stadt sind allerdings die vergleichsweise niedrigen Immobilienpreise.
Nach welchen Kriterien wurden die Städte bewertet?
Für die Rangliste wurden Daten aus offiziellen und etablierten Quellen ausgewertet, darunter GUS, NFZ, das polnische Generalinspektorat für Umweltschutz (GIOŚ) sowie das Immobilienportal Morizon.
Berücksichtigt wurden sechs zentrale Kategorien:
- Arbeitslosigkeit
- Durchschnittliche Gehälter
- Immobilienpreise
- Zugang zu medizinischer Versorgung
- Kriminalität
- Luftqualität
Quelle: rmf24
Foto: Magnific