Die Zahl der Polen, die mindestens ein Jahr außerhalb Polens leben, ist Ende 2025 auf 1,51 Millionen gesunken. Damit lebten knapp 50.000 Polen weniger im Ausland als noch fünf Jahre zuvor. Im vergangenen Jahr schrumpfte die polnische Diaspora zudem in fast allen Ländern Europas. Eine Ausnahme bildet Tschechien. Gleichzeitig zeichnen sich neue beliebte Ziele für polnische Arbeitsmigranten ab. Besonders die Niederlande und die Schweiz gewinnen an Bedeutung.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Tschechien plötzlich zum neuen „gelobten Land“ für Polen geworden ist. Dort leben lediglich 4.300 polnische Staatsbürger dauerhaft, also länger als ein Jahr. Diese Zahl hat sich seit 2023 nicht verändert.
Immer weniger Polen in Deutschland und Großbritannien
In den übrigen europäischen Ländern wird die polnische Diaspora kleiner. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in den traditionellen Hauptzielen der polnischen Auswanderung: Deutschland und Großbritannien.
In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als 70.000 Polen diese beiden Länder verlassen. Rund 42.000 davon verließen Großbritannien, weitere 33.000 Deutschland.
Neue Ziele der polnischen Auswanderung
Nach den neuesten Daten des polnischen Statistikamtes GUS hielten sich Ende 2025 rund 1,513 Millionen polnische Staatsbürger vorübergehend im Ausland auf. Das waren knapp 21.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Europa bleibt dabei mit großem Abstand das wichtigste Ziel für längerfristige Auslandsaufenthalte. Rund 91 Prozent der polnischen Auswanderer, die sich vorübergehend für mindestens ein Jahr im Ausland aufhalten, leben in europäischen Ländern.
Damit lebten 2025 rund 1,373 Millionen Polen in Europa. Gegenüber 2024 entspricht das einem Rückgang von knapp 19.000 Personen. Etwa 835.000 davon lebten in Ländern der Europäischen Union.
Unter den europäischen Ländern verzeichneten folgende Staaten die größten polnischen Bevölkerungsgruppen:
- Großbritannien: 412.000
- Deutschland: 386.000
- Niederlande: 130.000
- Norwegen: 76.000
- Irland: 67.000
Niederlande und Schweiz gewinnen deutlich an Bedeutung
Zwischen 2020 und 2023 lag die Zahl der Polen, die sich mindestens zwölf Monate im Ausland aufhielten, bei etwas mehr als 1,55 Millionen. In den beiden folgenden Jahren ging die Zahl zurück. Ende 2025 lag sie bei rund 1,51 Millionen.
Gleichzeitig verzeichneten die Niederlande und die Schweiz den größten Zuwachs bei den längerfristigen polnischen Auswanderern. Zwischen 2020 und 2025 stieg ihre Zahl in den Niederlanden um rund 20.000 beziehungsweise 18 Prozent. In der Schweiz kamen knapp 7.000 Personen hinzu. Das entspricht einem Anstieg von 29,4 Prozent.
Allerdings ist die Entwicklung in den Niederlanden inzwischen differenzierter zu betrachten. Die Wanderungsbilanz ist für das Land nicht mehr positiv. Auch die entsprechenden Daten zeigen diesen Trend.
Wie erfasst das GUS die polnische Auswanderung?
Die veröffentlichten Schätzungen beziehen sich auf Personen, die sich vorübergehend und langfristig im Ausland aufhalten. Als langfristig gilt dabei ein Aufenthalt von mindestens zwölf Monaten.
Für die Schätzung der Zahl der in Polen gemeldeten Einwohner, die sich vorübergehend im Ausland befinden, nutzt das GUS verschiedene Datenquellen.
„Berücksichtigt wurden Daten aus den Volks- und Wohnungszählungen der Runden 2001, 2011 und 2021, die von ausländischen Statistikämtern stammen. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der polnischen Volks- und Wohnungszählungen aus den Jahren 2002 und 2021 sowie laufende Erhebungen zur dauerhaften und vorübergehenden Auswanderung einbezogen“, heißt es in einer Mitteilung des Statistikamtes.
Quelle: BI
Foto: magnific
