Polen hat zahlreiche attraktive Reiseziele zu bieten. Das vielfältige touristische Angebot gehört zu den Gründen, warum jedes Jahr Millionen ausländische Urlauber ins Land kommen. Besonders beliebt sind die Ostseeküste und die polnischen Berge. Weniger offensichtlich bleibt dagegen etwa die Region Podlachien. Die touristische „Perle“ zieht bislang keine großen Menschenmengen an. Das könnte sich nun jedoch ändern.
Nach Angaben des polnischen Ministeriums für Sport und Tourismus wurden 2025 insgesamt 77,7 Millionen Ankünfte von Nichtansässigen in Polen registriert. Die Zahl der ausländischen Touristen wird für diesen Zeitraum auf 21,4 Millionen Menschen geschätzt. Nach Berechnungen des Ministeriums unternahmen polnische Bürger im vergangenen Jahr insgesamt 54,8 Millionen touristische Reisen innerhalb des Landes. Davon entfielen 40 Prozent auf längere und 60 Prozent auf kürzere Reisen.
Nicht nur Ostsee und Berge: Podlachien als touristische Perle
Auf der Suche nach ungewöhnlichen touristischen Perlen reisen viele Menschen bis ans andere Ende der Welt. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf die Umgebung. Wer die schönsten Ecken Polens kennenlernen möchte, kann aus zahlreichen Regionen wählen.
Es muss nicht immer das Meer oder das Gebirge sein. Auch das Landesinnere bietet attraktive Reiseziele und eignet sich für längere Ausflüge. Welche Regionen gelten noch als weniger offensichtliche Reiseziele, obwohl sie mehr Aufmerksamkeit verdienen und Touristen begeistern können?
„Besonders aufmerksam sollte man auf die Regionen im Osten Polens schauen, vor allem auf die Woiwodschaft Podlachien. Hier treffen verschiedene Kulturen aufeinander. Das zeigt sich in der Küche, den Traditionen, der Architektur, der Natur und im Alltag der Einwohner. Podlachien kann wirklich verzaubern – und genau auf diese Weise präsentiert die Region ihr Angebot zunehmend“, erklärte Jacek Janowski, Direktor der Abteilung für die Unterstützung touristischer Produkte bei der Polnischen Tourismusorganisation.
Auch Białystok / Bjelostock verdient als sehenswerte Stadt Aufmerksamkeit. Podlachien bietet jedoch deutlich mehr. Dazu gehören unter anderem der Białowieża-Urwald, Hajnówka und die Region Suwalszczyzna.
„Letztere Region passt ebenfalls hervorragend zum Coolcation-Trend. Wichtig ist, dass Podlachien, Ermland und Masuren sowie das Karpatenvorland ähnliche Vorteile bieten: viel Natur, Raum, Ruhe und Authentizität“, sagt Janowski.
Diese Regionen können damit eine interessante Alternative zu den bekanntesten Reisezielen wie Wetlina, der Caryńska-Alm, Solina oder Polańczyk darstellen. Auch Orte im Karpatenvorland wie Iwonicz-Zdrój, Krosno und Sanok sind einen Besuch wert.
„In diesen Regionen findet man Raum, Ruhe, Kontakt zur Natur und lokale Gastfreundschaft. Es sind nachhaltige, weniger überlaufene Reiseziele mit enormem Potenzial. Sie sollten Touristen unbedingt nähergebracht werden – auch aus dem Ausland“, so Janowski.
Polnische „Perlen“ für ausländische Touristen
Polen wird auch für sogenannte Coolcations interessant – Reisen in Länder mit angenehmeren Sommertemperaturen. Besonders für Touristen aus Südeuropa kann das Land eine Alternative zu heißen Urlaubszielen sein.
Auch die Sicherheit des Landes wird als wichtiger Vorteil hervorgehoben. Gleichzeitig sollen Reisende entdecken, dass Polen nicht nur bekannte Städte wie Warszawa / Warschau oder Kraków / Krakau bietet, sondern auch kleinere Städte, Naturregionen und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten.
Ausländische Urlauber loben Polen
Welchen Eindruck hinterlässt Polen bei ausländischen Touristen? Nach Einschätzung von Jacek Janowski ist dieser Eindruck überwiegend positiv. Besonders überraschend sei für viele Besucher, wie modern und vielfältig das Land ist.
„Am häufigsten überrascht sie, dass Polen schön, modern und vielfältig ist – einfach ein tolles Land. Das ist der wichtigste Eindruck, den Touristen mitnehmen. Wir Polen unterschätzen oft, was wir vor der eigenen Haustür haben. Erst ausländische Touristen, die unser Land besuchen, machen uns auf sein Potenzial aufmerksam. Wir lernen immer noch, wie wir darüber gut und wirkungsvoll erzählen können“, sagt Janowski.
Quelle: interia
Foto: magnific