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Von den Verstorbenen trennt uns nur die Zeit - Die Schädelkapelle von Czermna

 

Sie lockt heran, ruft Unheimlichkeit hervor, bringt zum Nachdenken. Dieses einmalige Werk der religiösen Kunst ist ein besonderes Bild der Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Menschen. Über die Schädelkapelle in Czermna erzählte PolenJournal.de der Reiseführer Sławomir Stasiak.

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Freitag, 14. Mai 2021
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Dendrologischer Garten in Prillwitz. Foto: zrot.pl
Dendrologischer Garten in Prillwitz. Foto: zrot.pl

In einem symbolischen Akt übereignete die Gemeinde Przelewice (Prillwitz) ihren berühmten Dendrologischen Garten unlängst an die Woiwodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern). Damit ist das Überleben der einzigartigen Anlage gesichert. Zuletzt war es für die Gemeindeverwaltung immer schwieriger geworden, die umgerechnet rund 500.000 Euro jährlicher Unterhaltungskosten für die 54 Hektar große Anlage mit historischem Gutshaus und Vorwerk aufzubringen. Die westpolnische Woiwodschaft will das Ensemble künftig als „Prillwitzer Gärten – Westpommersches Zentrum für ländliche Kultur und Öko-Bildung“ nutzen.

Angelegt wurde der Garten von Conrad von Borsig. Der Enkel von August Borsig, dem Gründer der Berliner Borsigwerke, erwarb Gutshaus und Park Prillwitz Anfang der 1920er Jahre. Das Herrenhaus war im frühen 18. Jahrhundert entstanden. 1821 kaufte es Prinz August von Preußen als Sitz für seine Geliebte Auguste Arend, die dort 1834 als Auguste von Prillwitz starb. Bereits damals gehörte zur Anlage eine Baumschule. Conrad von Borsig war Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und ließ den Park in den 1930er Jahren erweitern sowie umgestalten. Er wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von sowjetischen Soldaten erschossen und im Park begraben. Nach 1945 kam das Anwesen in Staatsbesitz und war später Sitz einer Landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaft.

Seit 1993 befand sich das Anwesen komplett im Besitz der Gemeinde, die sich um den Wiederaufbau bemühte. Das heruntergekommene Gutshaus erstrahlt seit 2006 wieder im alten Glanz. Besucher können im Dendrologischen Garten heute eine kleine Weltreise unternehmen – vom japanischen Garten über Sumpfwiesen bis zum Gebirgsgarten. Auf etwa 30 Hektar Fläche sind rund 1.200 verschiedene Baum-, Strauch- und Blühpflanzenarten vertreten. Sehenswert sind zudem die Parkarchitektur und die Orangerie in einem historischen Stallgebäude. Im Gutshaus residiert das Botanische Zentrum mit Räumen für Verwaltung, Forschung, Übernachtungen und Veranstaltungen.

Für die bislang nicht genutzten Gebäude des Vorwerks bestehen Pläne, die nun von der Woiwodschaft umgesetzt werden sollen. So sollen etwa in der ehemaligen Molkerei und im Speicher ein Hotel mit Restaurants, in einem Stallgebäude das Woiwodschaftsmuseum für Landwirtschaftsgeschichte sowie in einer Scheune verschiedene Geschäfte Platz finden.

Informationen zum Dendrologischen Garten unter www.ogrodprzelewice.pl/de, zur Woiwodschaft Westpommern unter www.pomorzezachodnie.travel, allgemeine Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

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