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Die kaschubischen Steinkreise

Tief in einem Wald in der Kaschubei befinden sich Steinkreise, die man als das “polnische Stonehenge” bezeichnet. Man sagt, dass sie von Außerirdischen gebaut wurden und ihre Kraft Einfluss auf das Befinden von Menschen nehmen soll. Wie viel Wahrheit steckt jedoch dahinter? Darüber spricht mit PolenJournal.de Piotr Fudziński vom Archäologischen Museum in Gdańsk/Danzig. 

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Samstag, 06. Juni 2020
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Taufkirche von Johannes Paul II. in Wadowice. Foto: Janusz Gawron/Stadt Wadowice
Taufkirche von Johannes Paul II. in Wadowice. Foto: Janusz Gawron/Stadt Wadowice

Mit einem landesweiten Singen, Online-Messen und einer Lasershow wollen viele Polen am 18. Mai 2020 den 100. Geburtstag „ihres“ Papstes feiern. Die offiziellen Feierlichkeiten in Wadowice, dem Heimatort von Johannes Paul II., mussten aufgrund der Corona-Pandemie in den Oktober verlegt werden. Zwar ist Karol Wojtyła schon vor 15 Jahren gestorben, doch in der Erinnerung vieler Polen lebt er weiter. Unvergessen ist für sie sein Beitrag zur Überwindung des Kommunismus und zur Öffnung des Eisernen Vorhangs.

Der Mann, der für mehr als 26 Jahre an der Spitze der katholischen Kirche stand, wurde am 18. Mai 1920 im kleinpolnischen Städtchen Wadowice geboren, eine knappe Autostunde von Kraków (Krakau) entfernt. In seinem Geburtshaus erinnert heute ein Museum mit vielen persönlichen Erinnerungsgegenständen auch an den Menschen Karol Wojtyła. So sind dort die alten Holzskier des begeisterten Sportlers zu sehen, der nach Schilderungen seines ehemaligen Sekretärs auch schon mal heimlich aus dem Vatikan zum Skifahren aufgebrochen war.

Den runden Geburtstag ihres berühmtesten Bürgers wollte die Stadt Wadowice mit einem gigantischen Konzert, Gästen aus aller Welt und einer Live-Übertragung im staatlichen Fernsehen feiern. Aufgrund der aktuellen Lage wurde die zentrale Feier aber in den Herbst verschoben. Stattdessen rief das Museum in seinem Geburtshaus die Bevölkerung dazu auf, am 18. Mai das Lieblingslied des Papstes, die „Barka“ (Der Kahn), zu singen und wenn möglich online zu stellen. Das Lied des Spaniers Cesáreo Gabaráin soll dann aus den Fenstern und von den Balkonen des Landes schallen.


Die päpstliche Mütze, der Pileolus, von Johannes Paul II. im Erzdiözesanmuseum in Krakau. Foto: Stadt Krakau

Nach dem frühen Tod der Mutter war Karol Wojtyła als 18-Jähriger mit seinem Vater nach Krakau gezogen. Zeitlebens blieb er der polnischen Königsstadt verbunden, in der er als Priester, Bischof und Erzbischof wirkte, bevor er am 16. Oktober 1978 als erster Pole auf den Heiligen Stuhl in Rom berufen wurde. Kaum ein halbes Jahr nach dem Beginn seines Pontifikats kehrte Johannes Paul II. zum ersten Mal ins kommunistische Polen zurück. Rund zwei Millionen Menschen strömten am 10. Juni 1979 zum Gottesdienst in Krakau. Auf der Błonia-Stadtwiese rief der Papst seine Landsleute dazu auf, sich nicht niederschlagen und nicht entmutigen zu lassen. Bald darauf begann der Kampf der freien Gewerkschaft Solidarność, der zehn Jahre später in die friedliche Revolution mündete. Auf der Błonia-Wiese versammelten sich auch zahllose Menschen nach dem Tod des Papstes am 2. April 2005.

Im Krakauer Stadtteil Łagiewniki entstand nach seinem Tod das Centrum Jana Pawła II mit einem Sanktuarium für den 2013 heiliggesprochenen Papst, Museum, Konferenzzentrum, Pilgerhaus und Hotel. Auch für die dort geplante Geburtstags-Messe ist die Teilnehmerzahl wegen der Corona-Bestimmungen stark eingeschränkt. Doch über das Internet sowie im Radio und Fernsehen soll sie Gläubige im ganzen Land erreichen. Am gleichen Tag sollen Zitate und Bilder des Papstes an die Fassade des Krakauer Bischofspalastes projiziert und online im ganzen Land übertragen werden. Auch andere Einrichtungen setzen auf das Internet, um an den wohl berühmtesten Polen zu erinnern. So können Interessierte einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung im Gedenkzentrum für Johannes Paul II. (Centrum Myśli Jana Pawła II) unternehmen. Zudem startet das in Warszawa (Warschau) beheimatete Zentrum am 18. Mai ein großes Infoportal zu Leben und Wirken von Johannes Paul II. Es soll die bis dahin größte mit ihm verbundene Wissensdatenbank in polnischer und englischer Sprache weltweit sein. Insgesamt wurden dafür über 16.000 Seiten Archivalien, 5.000 Fotografien, 100.000 Radiominuten und 700 Stunden Videoaufzeichnungen gesichtet und aufbereitet.

Anlässlich des runden Geburtstages hat die Polnische Münze eine Sonderprägung herausgegeben. Die Gedenkmedaille zeigt den Papst beim Gebet und die Inschrift „Módl się za nami“ (Bete für uns). Die Silbermedaille ist Teil der Papstkollektion, die auf eine Auflage von 10.000 Stück weltweit begrenzt ist. Auch die Polnische Post will am 18. Mai zwei Sondermarken zum Papst-Geburtstag präsentieren.


Wawelkathedrale in Krakau. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Wer sich nach der Wiederöffnung der Grenzen selbst zu einer Reise auf den Spuren des Papstes begeben möchte, findet in Krakau zahlreiche Stätten der Erinnerung. Eine Route mit mehr als zwei Dutzend Stationen führt dort von seinem ersten Wohnhaus in der ul. Tyniecka 10 über den Steinbruch im Stadtteil Zakrzówek, wo er während der deutschen Besatzungszeit als Zwangsarbeiter tätig war, bis zur Wawel-Kathedrale, in der er schon 1946 seine erste Heilige Messe las und später als Erzbischof wirkte. In zwei benachbarten Wohnhäusern in der ul. Kanoniczna, wo Karol Wojtyła in den 1950er Jahren lebte, zeigt heute das Erzbischöfliche Museum viele Objekte, die mit dem Wirken des Papstes verbunden sind. Nicht weit davon entfernt, in der ul. Franciszkańska 3, befindet sich der Bischofspalast, in dem Wojtyła seit 1958 als Bischof und später als Erzbischof tätig war.

Der Weg von Krakau zu seiner Geburtsstadt Wadowice führt vorbei am Kalvarienberg von Kalwaria Zebrzydowska. Die Anlage mit Kloster und insgesamt 41 Kapellen, die den Leidensweg Christi markieren, gehört seit dem Jahr 2000 zum Welterbe der UNESCO und ist eine der meistbesuchten Pilgerstätten Polens. Karol Wojtyła hatte sich hier schon als junger Mann mehrfach aufgehalten und besuchte die Wallfahrtstätte auch mehrfach als Papst. Wer in Wadowice das Geburtshaus des späteren Papstes, seine Taufkirche und seine früheren Schulen besucht hat, sollte sich dort zum Abschluss ein der Creme-Schnitten gönnen, die Karol Wojtyła zeitlebens liebte. Als „Papst-Törtchen“ werden sie überall in der Stadt verkauft.

Informationen zum Museum im Geburtshaus von Johannes-Paul II. unter www.domjp2.pl, zum Centrum Jana Pawła II in Krakau unter www.janpawel2.pl  und zum Centrum Myśli Jana Pawła II in Warschau unter www.centrumjp2.pl Touristische Informationen über Krakau unter www.krakow.travel Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen unter www.polen.travel 

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