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Wo Goethe und Chopin sich erholten

Schon vor Jahrhunderten kannte man die heilsame Wirkung der Mineralquellen in den niederschlesischen Sudeten. Die heute zu Polen gehörende Mittelgebirgsregion zeigt sich in neuem Glanz und zieht wieder zahlreiche Gäste aus Deutschland an. 

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Sonntag, 22. Oktober 2017
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Foto: Bergwerk Guido
Foto: Bergwerk Guido

Ab Juni 2017 können Neugierige erstmals den Hauptschlüssel-Erbstollen im schlesischen Zabrze besichtigen. Mehr als 19.000 Tonnen Schutt mussten die Bergleute in gut achtjähriger Arbeit aus den Tiefen holen. Die historische Bergbauanlage, die sie für künftige Besucher freigeschaufelt haben, war es aber wert. Von insgesamt 14 Kilometern Länge ist zunächst ein zweieinhalb Kilometer langer Abschnitt für den Besucherverkehr freigegeben. Im Herbst soll dann ein über einen Kilometer langer Teil folgen, den die Besucher auf Booten zurücklegen können.

Der ab 1799 angelegte Hauptschlüssel-Erbtollen diente der Entwässerung der nahen Königin-Luise-Grube und später auch der Königsgrube im benachbarten Königshütte, dem heutigen Chorzów. Dort befindet sich das Mundloch der historischen Anlage. Der Einstieg zur neuen Touristentrasse ist in Zabrze am Schacht Carnall. Unter der Erde besteht eine Querverbindung zur Königin-Luise-Grube mit dem neu gestalteten unterirdischen Museum der Bergbaumaschinen. Der Endpunkt mit dem unterirdischen Bootsanleger befindet sich unterhalb der Altstadt.

Eine Ausstellung entlang der unterirdischen Touristentrasse zeigt die Entwicklung des Bergbauwesens in den vergangenen rund 200 Jahren. Zu jener Zeit schuf der damalige preußische Bergbauminister Graf Friedrich Wilhelm von Reden die Grundlagen für den Aufschwung des schlesischen Bergbau- und Hüttenwesens im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Auf seine Initiative hin wurde auch der Hauptschlüssel-Erbstollen errichtet.

Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit mussten die Aufräumarbeiten unter Tage mit Handwerkzeugen erfolgen. Dabei entdeckten die Arbeiter zahlreiche historische Überbleibsel, die teilweise auch in die Ausstellung eingingen. Darunter waren etwa sehr gut erhaltene Bergwerksboote aus dem 19. Jahrhundert, hölzerne Stützkonstruktionen, Werkzeuge und eine eiserne Lore.

Mit der Eröffnung der neuen Trasse wird Zabrze endgültig zum Zentrum des Bergbautourismus in der Oberschlesischen Metropolregion. Mit dem Bergwerk Guido und der Königin-Luise-Grube besitzt die Stadt bereits seit einigen Jahren zwei bekannte und beliebte unterirdische Erlebniswelten, die nicht nur die industrielle Vergangenheit der Region illustrieren, sondern auch beliebte Veranstaltungsorte sind.

Ergänzt wird das Angebot durch Ausstellungen zum Alltag der Bergleute und der industriellen Bergbaugeschichte in den historischen Gebäuden rund um den Schacht Carnall, durch den Erlebnispark 12C und Übernachtungsmöglichkeiten. Eine Attraktion ist der moderne Pub in der ehemaligen Pumphalle des Bergwerks Guido, 320 Meter unter der Erde. Er gilt als der am tiefsten gelegenen Pub Europas. Ausgeschenkt wird dort das Bier Guido aus einer nahe gelegenen Brauerei. Besucher können die Anlagen im Rahmen von regulären Führungen erleben oder selbst die schweißtreibende Arbeit der Bergleute im Rahmen spezieller Events kennenlernen. 

Informationen zu den Bergbau-Anlagen in Zabrze unter www.muzeumgornictwa.pl  

Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

 

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