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Donnerstag, 17. Oktober 2019
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Polen ist reich an wunderschönen und sehenswerten Plätzen und Orten. Einer davon ist Podlachien, etwas unbeachtet, aber dafür ein wahrer Kulturschatz.

Das Land der Offenen Fensterläden

Das Land der Offenen Fensterläden ist knapp 40 Kilometer von der Hauptstadt der Region  - Białystok entfernt. Es setzt sich aus  den malerischen Dörfern Trześcianka, Puchły und Soce zusammen. “In Podlachien gibt es mehrere solcher Dörfer. Sie bilden wahrscheinlich die am meisten nach Westen gerichtete Landzunge, mit charakteristischen Merkmalen für die russische Holzarchitektur.”, sagt Anna Kraśnicka, zertifizierte Reiseführerin und Bloggerin im Gespräch mit PolenJournal.de. Die charakteristische Bauweise und Verzierungen die man mit Russland verbindet sind Folge des sog. “bieżeństwo” - einer erzwungenen und massenhaften Umsiedlung der orthodoxen Bevölkerung im Jahr 1915 vor der deutschen Armee in das Hinterland des Russischen Kaiserreichs.

Nach dem Kriegsende kehrte die Bevölkerung aus Russland im Jahr 1919 in ihre Ortschaften zurück und hat angefangen ihre durch den Krieg zerstörten Behausungen wieder aufzubauen. “Als sie neue Häuser bauten, haben sie sich davon inspirieren lassen, was sie während ihren Aufenthalts in Russland gesehen haben. So entstanden für Polen untypische Verzierung der Ecken, Giebel Fensterläden, bunt angemalten Verandas sowie die ins Holz geschnitzten Ajourmuster“- fügt Anna Kraśnicka vom Blog bialystoksubiektywnie.com hinzu. Einen zusätzlichen Reiz geben dem Land der Offenen Fensterläden die blumenreichen Kleingärten, die an die wunderschönen Häuser angelegt sind.

Die Zeit scheint hier langsamer zu vergehen. Die Behausungen scheinen im Grünen unterzugehen, mit ihm eine Einheit zu bilden. Wenn man in diesem Land unterwegs ist, ist es unmöglich gleichgültig auf die atemberaubende Natur zu schauen. Idyllisches Klima und die wunderschönen orthodoxen Gotteshäuser, die sich hinter den Bäumen verstecken, sind einfach zum verlieben.



Haus in Trześcianka | Foto: Joanna Pyka, Wikimedia Commons

Die orthodoxe Kirche in Puchły

Eine von denen ist die Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche in Puchły, die im russisch-byzantinischen Stil auf einem kreuzförmigen Grundriss erbaut worden ist. Der örtlichen Legende nach wurde die Kirche an dem Ort erbaut, wo die Mutter Gottes einen Ödemkranken erschienen ist und ihn von seiner Krankheit geheilt hat. Die heute im Dorf stehende Kirche ist die vierte, die an diesen Platz erbaut worden ist. Die erste wurde Ende des 17. Jh. durch ein Feuer zerstört, die zweite fiel einem  Hurrikan zum Opfer. Das dritte Gotteshaus erwies sich trotz mehrfachen Ausbau als zu klein für die sich entwickelnde Gemeinde. Puchły war und ist als ein Zentrum der Marienverehrung in dieser Region ein sehr wichtiger Ort für die orthodoxe Bevölkerung, die im Land der Offenen Fensterläden 100% der Gläubigen stellt. Das sieht man auch sehr gut an der jährlichen Kirchweih, die am 14. Oktober stattfindet und tausende Gläubige anzieht. In der Vergangenheit erreichte die Pilgerzahl  sogar 20.000. Die Bewohner, von denen die meisten Landwirtschaft und Viehzucht betreiben, danken so für das vergangene und bitten um den Segen für das kommende Jahr.



Orthodoxe Kirche in Puchły | Foto: Arcaseida/Karolina Górecka, wikimedia Commons

Die Anfänge der heutigen Kirche reichen bis in das Jahr 1913, in Zeiten der Massenumsiedlung der orthodoxen Bevölkerung nach Russland. Nach der Rückkehr haben die Menschen ihre Häuser wiederaufgebaut aber der Bau der Kirche ist nur langsam vorangegangen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden das Dach und zahlreiche Ikonen beschädigt. Nach dem Kriegsende, hat die im kommunistischen Polen herrschende Stimmung die Gebäuderenovierung nicht gerade begünstigt. Der Innenraum der orthodoxen Kirche wurde erst am Anfang der 60er Jahre mit wunderschöner Polychromie bedeckt. 2014 konnte man dank Zuschüssen  die Kirche teilweise renovieren. Die Besucher werden nicht nur durch das Äußere des Baus in erstaunen versetzt, aber auch durch das Innere mit der wunderschönen Ikonostase und Ikonen. Die Besichtigung der Kirche ist mit einem Fremdenführer möglich oder nach einer früheren Absprache mit dem Geistlichen, der die dortige Gemeinde betreut.

Must see in Podlachien

Wenn man bereits in Puchły zu Besuch ist, muss man unbedingt nach Supraśl fahren - einer bezaubernden Kleinstadt, die oft als Perle Podlachiens bezeichnet wird. Sie liegt am Rand des Knyszyńska-Urwalds und begeistert die Besucher mit ihrer bezaubernden Architektur und wunderschönen Sehenswürdigkeiten. Irgendwie erinnert Supraśl an Kazimierz Dolny, mit einem Unterschied - man muss keine Touristenmenge fürchten.  Ähnlich wie das Land der Offenen Fensterläden, ist Supraśl eine Oase der Ruhe. Während der Stadtbesichtigung muss man unbedingt das Ikonen-Museum (poln. Muzeum Ikon) - eine Filiale des Podlachien Museums (poln. Muzeum Podlaskie) in Białystok besuchen. Sie ist eine wahre Schatztruhe für die Ikonen und die orthodoxe Kultur. Ein fester Punkt bei der Stadtbesichtigung ist das Kloster Mariä Verkündung. Man sollte auch unbedingt die Delikatessen der podlachischen Küche, die die kulturelle Vielfalt widerspiegelt, probieren.



Biebrza National Park | Foto: Pudelek, Wikimedia Commons

Białystok, die Hauptstadt der Region, darf man auch nicht vergessen. Eine wunderschöne, aber stark durch den Krieg gezeichnete Stadt, ein Schmelztiegel der Kulturen. Die Stadt besichtigt man am besten mit einem Stadtführer. “Białystok ist nicht leicht auf eigene Faust zu besichtigen. Es lohnt sich wirklich ein dreistündiger Spaziergang mit einem Stadtführer, weil die Stadt während des Zweiten Weltkriegs sehr stark zerstört wurde. 80% der Stadt haben aufgehört zu existieren, deshalb kann nur ein Fremdenführer zeigen und aufzeichnen, wie die Stadt einmal ausgesehen hat und wie es heute ist”, erklärt die Bloggerin und Reiseführerin Anna Kraśnicka.



Die Branicki-Gärten | Foto: Danuta Ruminowicz, Wikimedia Commons

Wenn man die Stadt auf eigene Faust besichtigen möchte, muss man unbedingt den Branicki-Palast mit seinen pittoresken französischen Gärten sehen.  Der aus dem 18. Jh. stammende Palast, ist so wie viele Bauten aus dieser Zeit aus der Initiative des Hetmans Jan Klemens Branicki heraus entstanden. Heute befindet sich hier die medizinische Universität in Białystok. Es besteht die Möglichkeit das Schloss nach einer telefonischen Reservierung zu besichtigen. Seine Barockgärten gehören zu den am besten restaurierten und schönsten in ganz Polen. Man kann sie zu jeder Jahreszeit besichtigen - am schönsten sehen sie aber im Lenz, Sommer und frühen Herbst aus. Es lohnt sich auch ein Spaziergang entlang der Esperanto-Route, die Ludwik Zamenhof, einem der bekanntesten Söhne der Stadt gewidmet ist. Man kann nicht in Białystok sein und nicht die Lipowa Straße entlang gehen, den Ring und die im klassizistischen Stil erbauten orthodoxe St. Nikolaus Kathedrale und die katholische Kathedrale besichtigen. Wenn später noch etwas Zeit übrig bleibt, kann man die etwas weiter entfernte orthodoxe Heilig-Geist-Kirche besuchen, deren  imposantes Aussehen an Feuerzungen erinnert.

Eine Region - mehrere Gesichter

Podlachien, die Region in der sich u. a. das Land der Offenen Fensterläden und Bialystok befinden, ist sehr reich an verschiedenen Attraktionen. “Das ist eine Region für Kenner. In Podlachien und der Woiwodschaft Podlachien gibt es  wunderschöne National- und Landschaftsparks - der Bialowieża-Nationalpark, der Knyszyńska-Urwald-Landschaftspark, der  grandioser Wigierski-Nationalpark, das polnische Amazonien also der Nationalpark Narew. Einerseits kommen hierher Naturkenner, sowie Menschen, die der Hektik des Alltags entfliehen und ein Bad im Grünen genießen wollen. Andererseits kommen Experten der polnischen Geschichte, die wissen das hier der letzte Stück der legendären Kresy ist, wo sich die Kultur des Ostens mit der des Westens vermischt”, erklärt Anna Krasicka aus dem Blog bialystoksubiektywnie.com

In diesen Schmelztiegel der Kulturen lebten Jahrhunderte lang Orthodoxe, Katholiken, Juden und die sich zum Islam bekennenden Lipka-Tataren nebeneinander. Deren Nachkommen leben bis heute u.a. in Bohoniki und Kruszyniany. Sie bekennen sich zum Glauben ihrer Ahnen und sind dabei eifrige Patrioten. Die jüdische Bevölkerung ist in Podlachien seit den 16. Jh. bis 1942 ansässig gewesen. In vielen Kleinstädten bildeten sie den Großteil der Bevölkerung. Bis heute kann man u.a. in Tykocin oder Krynki Teile ihres Nachlasses bewundern, dass den Zweiten Weltkrieg überdauert hat, Gerichte aus der traditionellen jüdischen Küche kosten oder die Synagoge in Tykocin besuchen. Die tatarische Küche kann man wiederum bei Gelegenheit während der Besichtigung der Dörfer Bohoniki und Kruszyniany probieren. Bevor man sie verlässt, muss man unbedingt die wunderschöne, grüne Moschee und den muslimischen  Friedhof erkunden.

Podlachien und das Land der Offenen Fensterläden sind pittoreske, aber etwas unterschätzte Orte auf der touristischen Landkarte Polens. Es sind jedoch sehenswerte Plätze, die oft einzigartig im ganzen Land sind.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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