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Parawaning an der Ostsee

Ausländische Urlauber sind oft verwundert, wenn sie die polnischen Strände zum ersten Mal sehen. Auf denen kann man nämlich wegen der vielen Windschütze – Parawan, nur wenig Sand sehen. Was für die Bewohner Polens völlig normal ist, ist für Ausländer ziemlich verrückt. Was haben also die Polen mit dem Parawan? 

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Sonntag, 25. August 2019
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Der Palast des Izrael Poznański, das Museum der Stadt Łódź
Der Palast des Izrael Poznański, das Museum der Stadt Łódź

Der Palast des Izrael Poznański – das wohl schönste Gebäude in Łódź/Lodsch, die eher für Fabrikschlote bekannt ist – war die Krönung des Imperiums der Familie Poznański, einer der vielen Fabrikantenfamilien, dank deren Łódź / Lodz im 19. Jahrhundert aus einem kleinen Städtchen zum Textilimperium wurde - der Stadt der vier Kulturen. Derzeit befindet sich in dem Gebäude das Museum der Stadt Łódź, das sich um die Erhaltung der einzigartigen Sehenswürdigkeit sorgt. Der Palast selbst wird oftmals als Lodscher Louvre bezeichnet.

Polnischer Louvre über die Jahre 

Die Geschichte des Palastes reicht bis ins Jahr 1877, als Izrael Poznański die Immobilie am Zusammentreffen zweier Straßen - der Ogrodowa- und Stodolniana-Straße (heute Zachodnia-Straße) gekauft hat. Früher befand sich dort nur ein gewöhnliches Eckgebäude. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Es steht hier ein riesiger Palast, der nur vom Reichtum seiner ehemaligen Besitzer und der außergewöhnlichen Geschichte des Platzes zeugt. Das heutige Aussehen hat der Palast mehreren Umbauten zu verdanken und u.a. solchen Architekten, wie Juliusz Jung, Dawid Rosenthal und Adolf Zelingson. 

„Es ist der größte Fabrikantenpalast in Europa“, sagt Barbara Kurowska, Direktorin des Museums. Die Geschichte der Familie Poznański ist voll von Höhen und Tiefen. „Die finanziellen Fehlschläge der Gesellschaft, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs begannen und mit der Oktoberrevolution und der Weltwirtschaftskrise in 20er Jahren des 20. Jahrhunderts schlimmer wurden, haben Änderungen in der Verwaltung der Firma mit sich gebracht. Obwohl der Palast formell noch im Besitz der Aktiengesellschaft für Baumwollwaren I. K. Poznański in Łódź/Lodsch war, hatte er schon neue Nutzer und die Familie zeigte kein Interesse am Palast”, erklärt Cezary Pawlak, Kustos des Museums. Dementsprechend hat das Gebäude seit dem Ersten Weltkrieg mehrmals die Besitzer gewechselt und damit sein Antlitz verändert, bis man im Jahr 1927 das Woiwodschaftsamt dorthin verlegt hatte. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hat man weitere Änderungen im Aussehen vorgenommen. Man hat auf den Wintergarten mit drei Glaskuppeln verzichtet und manche Innenräume verändert. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs befand sich Łódź/Lodsch unter der Besatzung des Deutschen Reichs und der Palast selbst wurde am 10. April 1940 zum Sitz des Regierungsbezirks Litzmannstadt (Rejencja Łódzka). Bereits nach dem Krieg sind Woiwodschaftsbehörden in den Palast zurückgekehrt. Ab 1975 bis heute befindet sich im Palast das Museum der Stadt Łódź (früher Museum der Geschichte der Stadt Łódź).


Der Palast des Izrael Poznański, das Museum der Stadt Łódź

Die Architektur des Palastes 

Der Palast wurde ursprünglich als ein Gebäude mit repräsentativem Charakter und Wohnfunktion, im Stil der französischen Renaissance entworfen. „Der Hauptrumpf des Gebäudes hat einen gewaltigen neobarocken Charakter mit prächtiger Dekorierung und allegorischen Skulpturen, die die Industrie und die Rolle des Fabrikanten in der Industriestadt loben. Über dem Gebäude dominieren zwei Kuppeln, die das repräsentative Speisezimmer und den Ballsaal decken. Die Innenräume haben einen reichen und luxuriösen Charakter“ - sagt Cezary Pawlak. Das Innere des Palastes ist eine Verbindung von neohistorischen Stilen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt waren, bei gleichzeitiger Verwendung von Dekorationselementen im Jugendstil. 

Der Palast wird als Lodscher Louvre nicht nur wegen seiner prachtvollen Dekorationen und der majestätischen Gebäudeform bezeichnet. Die Residenz ähnelt tatsächlich dem Pariser Königspalast, in welchem sich heute ebenfalls ein Museum befindet.

 

 

Izrael Poznański 

Izrael Poznański war definitiv eine talentierte und zuverlässige Person, was ihm große Erfolge in der Textilbranche bescherte. „Er war ein unheimlich fleißiger Mensch, der sein praktisches Wissen nutzen konnte. Indem er die damalige Wirtschaftslage kennenlernte, war er in der Lage die Textilproduktion so zu organisieren, dass sie eine Großindustrieskala erreichte, die sich auf dem Gebiet des Fabrik- und Wohnkomplexes befand”, sagt Cezary Pawlak.

Im Laufe der Jahre sind viele Anekdoten und Gerüchte über den bekannten Lodscher Unternehmer entstanden. Man kann sich jedoch nicht auf deren Echtheit berufen, weil es sich um mündliche Überlieferungen handelt, die im Laufe der Zeit andere Versionen angenommen haben. Die interessantesten sind aber sicherlich die Geschichten von seinem Vermögen. Er sollte so reich gewesen sein, dass er den Ballsaal mit goldenen Rubelmünzen zu verlegen geplant habe. Eine andere Legende erzählt über eine Situation, wo man ihn gefragt habe, in welchem Stil der Palast entstehen solle. Er sollte erwidert haben, dass er sich alle leisten könne. Manche Arbeitnehmer sollen sogar eine mysteriöse Gelddruckmaschine auf dem Dachgeschoss gesehen haben. Trotz des riesigen Vermögens, war er nicht der Traumarbeitgeber. Sein Verhältnis zu den Arbeitnehmern weichte aber nicht von den Normen des 19. Jahrhundert ab, obwohl sie  heutzutage für skandalös gehalten werden. 

Izrael Poznański als Arbeitgeber 

Die Manufakturarbeiter von Poznański mussten hart arbeiten, wofür sie  keinen würdigen Lohn bekommen haben. Das war damals nichts Außergewöhnliches. Ähnlich wie ein anderer Lodscher Potentat, Karol Schreibler, ließ er Wohnungen für seine Arbeiter erbauen und in der Nähe der Fabrik eine Schule für ihre Kinder. Er hat auch verschiedene wohltätige Organisation unterstützt, unter anderem den Jüdischen Wohltätigkeitsverein in Łódź/Lodsch und hat gemeinsam mit Ehefrau Leonia ein Krankenhaus für Juden gestiftet. Man kann also kühn feststellen, dass Izrael Poznański eine Person mit zwei Gesichtern war.

In Zeiten von Izrael Poznański ist Łódź/Lodsch ein richtiges Textilimperium geworden und die Stadt genießte ihren Ruhm in ganz Europa. „Er hat das größte, gleich hinter Karol Scheibler, Unternehmen der Baumwollindustrie mit zahlreichen Abteilungen errichtet. Die moderne und mechanisierte Produktion konnte den ganzen Herstellungsprozess umsetzen - von der Spinnerei, durch die Weberei, Färberei, bis hin zur Putzerei. Er hatte eigene Baumwollplantagen und eine Ladenkette in Russland. Ähnlich wie die anderen Lodscher Fabrikanten, hat er viele Gebäude öffentlichen Gebrauchs finanziert und sich für die Stadt eingesetzt. Das Kapital der Aktiengesellschaft für Baumwollwaren I. K. Poznański in Łódź/Lodsch erreichte 11 Millionen Rubel. Man gehörte  zum Kreis des industriellen Bürgertums auf europäischem Niveau “, erzählt Cezary Pawlak.


Der Palast des Izrael Poznański, das Museum der Stadt Łódź

Das Museum und seine Schätze 

In dem Palast befindet sich derzeit das Museum der Stadt Łódź, das am 30. Oktober 1975 aus der Initiative von Antoni Szram – des Denkmalpflegers der Stadt und späteren ersten Direktors der Institution - erstanden ist. Das Museum zieht ohne Zweifel Besucher wegen seiner einzigartigen Ausstellungsstücke an. Sie sind hauptsächlich mit der Geschichte der Stadt und deren prominenten Bewohnern verbunden. Heute verfügt das Museum über 62.000 Exponate. „Die kostbarsten Andenken sind mit der Familie Poznański verbunden – das Porträt von Izrael Poznański von Stanisław Heyman, der Bürosessel mit dem geschnitzten Buchstaben „P” - dem Symbol der Familie Poznański, das dekorative Reißzeug, ein Teil der Familienbibliothek und eine reichhaltige Bildersammlung, die die Familie Poznański darstellen”, erzählt Barbara Kurowska. Die Oscar Statuette, die Artur Rubinstein für seinen Auftritt in dem französischem Dokumentarfilm „L`amour de la vie” verliehen wurde, und der Speisesaal, der mit Dekorationen, die über den Weg zum Erfolg von Izrael Poznański erzählen, sind eine Antiquität allein an sich.

Ausstellungen 

Das Museum der Stadt Łódź ist hauptsächlich ein Palast, dessen Architektur und Innenräume selbst sehenswert sind“, sagt Barbara Kurowska. „In den historischen Räumen kann man mehrere Dauerausstelungen sehen und es gibt immer wenigstens eine Sonderausstellung“. 

Die Ausstellung Z dziejów dawnej Łodzi (Die Geschichte des alten Łódź) ist ein Spaziergang durch historische Innenräume des Palastes der Familie Poznański, der den Besuchern eine einmalige Gelegenheit gibt, die Lebensatmosphäre des einheimischen Industriebürgertums durch Residenzarchitektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert kennen zu lernen.

In der Hauptvorhalle befindet sich das detaillierte Modell des Vergessenen Viertels (Zaginiony kwartał) – des Stadtteils, der vor dem 2. Weltkrieg auf dem Platz des heutigen Staromiejski-Parks und der Altstadt lag. Die Mehrheit der Gebäude existiert nicht mehr, ein Teil von ihnen wurde in den ersten Monaten des 2. Weltkriegs während dem Aufbau des Gettos oder nach dem Krieg abgerissen, um Platz für neue moderne Siedlungen zu schaffen. Das Modell hilft den Reiseführern die Gäste in die Geschichte und Spezifik der multikulturellen, sich rasch entwickelnden Stadt, die Lodz / Łódź mal war einzuführen. Die Besichtigenden bleiben oft länger bei dem Modell stehen und versuchen ihnen vertraute Gebäude und Straßen zu finden. 

„Als ein Museum, das der Stadt Łódź und deren Einwohnern gewidmet ist, versuchen wir wichtige Persönlichkeiten in Erinnerung zu behalten“ – setzt die Direktorin fort. „Eine weitere Ausstellung Panteon wielkich Łodzian (Elite der großen Lodscher) ist eine Reihe von Arbeitszimmern, die bekannten und mit Łódź verbundenen Personen gewidmet sind, wie Artur Rubinstein, Marek Edelman, Julian Tuwim oder Kark Dedecius”.

Im Kellergeschoss des Museums befindet sich die Dauerausstellung Na wspólnym podwórku – tygiel kultur i wyznań (Auf gemeinsamen Hof – ein Schmelztiegel von Kulturen und Konfessionen), die Łódź/Lodsch der 20er und 30er Jahre zeigt, wo Vertreter unterschiedlicher Glaubenstraditionen – der polnischen, jüdischen, deutschen und russischen – zusammengelebt haben. Präsentiert werden Wohnungsinnenräume der jüdischen Familie Goldman, polnischen Familie Kaczmarek und deutscher Familie Langer. Im Keller wurde auch ein typischer Lodscher Innenhof rekonstruiert – mit einem Brunnen und  einer Teppichstange – und in den Vitrinen kann man viele Exponate bewundern, die mit der Geschichte der Stadt verbunden sind.


Der Palast des Izrael Poznański, das Museum der Stadt Łódź

Die Renovierung 

Derzeit wird das Innere des Palastes mit dem Ziel renoviert, dem Großteil der Räume ihre ehemalige Funktion wiederzugeben und die Aufteilung in dem Handel- und Bürobereich im Erdgeschoß und Wohn- und Repräsentationsteil auf der ersten Etage zu bewahren. Der Hauptvorzug des Museums der Stadt Łódź bleibt der historische Charakter der Innenräume samt derer originellen und rekonstruierten Einrichtung, wo man den Charme der Residenz eines lodscher Unternehmers aus dem 19. und 20. Jahrhundert wiederfinden kann. Es ist ein besonderer Zeitraum für Łódź, der über die Entwicklung, Architektur und  multikulturelles Erbe der Stadt entschieden hat. Gründlich renoviert werden nicht nur die Innenräume – der Palast soll auch von außen beeindrucken. Geplant ist eine komplette Dachreparatur und Renovierung aller Dekorationen insgesamt der 36 Skulpturen, die die Dachspitze schmücken. Außerdem werden architektonische Barrieren abgeschafft – im Palast soll ein Lift installiert werden, der alle Stockwerke verbinden wird. Es wird auch Raum für eine neue Ausstellung geschaffen. Sie wird den Titel Ziemia obiecana wczoraj i dziś. Łódź w Europie, Europa w Łodzi (Das Gelobte Land gestern und heute. Łódź in Europa, Europa in Łódź) tragen und am Ende des Jahres für die Besucher zugänglich sein.

 

 

Die Besichtigung 

Der Palast gehört zu den charakteristischsten Bauten der Stadt und so wird das Museum von der Mehrheit der nach Lodz / Łódź kommenden Touristen besichtigt. Zu den Besuchern zählen sowohl individuelle Personen, wie auch organisierte Gruppen. Aufgrund des multikulturellen Charakters der Stadt im. 19. Jahrhundert und ihrer Geschichte während des 2. Weltkriegs, steht das Museum immer im Programm von Touristengruppen aus Israel, für welche die Geschichte der Juden interessant ist.  

Die Institution  bietet eine Besichtigung in der englischen Sprache. Derzeit besteht keine Möglichkeit, sich eine Führung mit einer deutschsprachigen Person zu sichern. Der Palast ist sehenswert zu jeder Jahreszeit aber am schönsten präsentiert er sich im Frühling und Sommer, wenn der Garten geöffnet wird. 

Das Museum der Stadt Łódź ist ein besonderer Ort auf der Landkarte der Stadt. Sehenswert sind auch die anderen Filialen -  das Museum des Kanals „Dętka“ / Muzeum Kanału „Dętka“ und das Museum für Sport und Touristik / Muzeum Sportu i Turystyki. Während einer Reise nach Łódź/Lodsch, ist der Palast des Izrael Poznański sicherlich ein Pflichtpunkt auf der Liste der Destinationen, die man unbedingt sehen muss.

 

Das Museum kann man sowohl in Gruppen mit einem Reiseführer besichtigen, als auch alleine.

Ticketpreise:
• Einzeltickets für Dauer-und Sonderausstellungen
• Einzelticket: 12 Zloty
• Einzelticket mit Ermäßigung: 8 Zloty
• Einzeltickets für Sonderausstellungen
• Einzelticket: 7 Zloty
• Einzelticket mit Ermäßigung: 5 Zloty
• Tickets für Dauer- und Sonderausstellungen mit Reiseführer (in Gruppen von 5 bis 30 Personen)
• Ticket für eine Person: 14 Zloty
• Ticket mit Ermäßigung für eine Person: 10 Zloty
• Am Mittwoch ist der Eintritt auf die Dauerausstellungen immer kostenlos

Öffnungszeiten
Mo. geschlossen
Di. 10:00 – 16:00
Mi. 10:00 – 16:00
Do. 10:00 - 16:00
Fr. 12:00 – 18:00
Sa. 12:00-18:00
So. 12:00 – 18:00

 

Alle Angaben ohne Gewähr.

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