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Parawaning an der Ostsee

Ausländische Urlauber sind oft verwundert, wenn sie die polnischen Strände zum ersten Mal sehen. Auf denen kann man nämlich wegen der vielen Windschütze – Parawan, nur wenig Sand sehen. Was für die Bewohner Polens völlig normal ist, ist für Ausländer ziemlich verrückt. Was haben also die Polen mit dem Parawan? 

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Freitag, 20. September 2019
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Foto: Muzeum Bóbrka
Foto: Muzeum Bóbrka

Polen ist weit aus mehr als nur wunderschöne Seen, zauberhafte Landschaften und alte Schlösser. Das Land besitzt auch erstklassige industrielle Sehenswürdigkeiten. Eine subjektive Auswahl.

 

 

 

 

 

Bahnbetriebswerk Wolsztyn / Parowozownia Wolsztyn 

Das Bahnbetriebswerk Wolsztyn ist eine Rarität und ein absolutes Muss für jeden Eisenbahnfan. Es ist nicht nur polenweit, sondern auch europaweit eine einzigartige Besonderheit. Die bis heute hervorragend erhaltenen Dampfloks dienten noch bis 2014 zur Passagierbeförderung. Im Bahnbetriebswerk kann man u. a. die Ok-1-359 aus dem Jahr 1917 bewundern, die noch bis vor kurzem die älteste Lok war, die auf den polnischen Schienen reiste. Ein wahrer Schatz ist aber die schöne Helena aus dem Jahr 1937, die in Chorzów (Königshütte) produziert wurde und die schnellste Lok ihrer Zeit war. Außerdem gibt es viele mit der Bahn verbundenen Sachen und Geräte. Jedes Jahr findet im April auch eine Parade der Dampfloks statt.


Foto: Mohylek, Wikimedia Commons  

Oberländischer Kanal / Kanał Elbląski 

Der oberländische Kanal wurde Mitte des 19. Jh. von Jacob Steenke entworfen. Er verbindet die Seen Druzno (Drausensee) und Jeziorak (Geserich See) und führt durch die Städte Iława (Eylau), Ostróda (Osterode) und Elbląg (Elbing). Eine Klasse für sich. 130 km mit vier Schleusen und fünf Rollbergen, mit Hilfe derer die Schiffe die Höhenunterschiede von über 20 m bewältigen. Der Kanal sollte ursprünglich die Verbindung zwischen Ostpreußen und der Ostsee verbessern. Man hat u. a. Holz für den Schiffsbau an die Ostsee transportiert. 1912 wurde er auch den Touristen geöffnet. In den 70er wurde der Kanal als Sehenswürdigkeit anerkannt. Im letzten Jahrzehnt gründlich modernisiert.


Foto: Joanna Barton, Wikimedia Commons 

 

Stańczyki-Viadukt 

Nicht weit von der russischen Grenze entfernt, hinter der beliebten masurischen Seenplatte und am Rande der Rominter Heide (Puszcza Romicka) befinden sich zwei gleich aussehende Viadukte. Von einem Italiener entworfen, entstand die erste der beiden Eisenbahnbrücken zwischen 1912 und 1917. Die zweite nördliche wurde wiederum zwischen 1923 und 1926 erbaut. Heute sind die Brücken Teil einer schon unbenutzten Eisenbahnstrecke zwischen Gołdap (Goldap) und Żytkiejmy (Szittkehmen). Sie werden Aufgrund ihres Aussehens auch Aquädukte der Rominter Heide genannt. 40 Meter hoch und 180 Meter lang sind sie ein prachtvolles Bauwerk. Züge kursierten hier seit 1927. Sowohl der Personenals auch Warenverkehr fand auf der Südbrücke statt. Die nördliche wurde hingegen nie benutzt. Heute befinden sie sich im Privatbesitz, können jedoch besichtigt werden.

 

Die Lindleyschen Filter in Warschau 

Die Lindleyschen Filter wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jh. von William Lindley entworfen. Sie sind aus der Initiative des Stadtpräsidenten Sokrates Starynkiewicz entstanden, der die sanitäre Lage der Stadt verbessern wollte. Das Filtersystem bestand vor allem aus einer Flusspump- und Filterstation mit Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung. Der Bau wurde durch William Heerlein Lindley, den Sohn William Lindleys abgeschlossen. Dabei benutzte man nur die besten Materialien, die einer akribischen Kontrolle unterzogen wurden. Dazu gehörten feuchtigkeitsbeständige und weiß glasierte Ziegel, die speziell gebrannt wurden, auch Granit und Marmor wurde verwendet. 1886 endete der Bau und seit dem wurden die Wasserleitungen ausgebaut. Seit 1973 sind die Filter eine Sehenswürdigkeit und touristische Attraktion. Man kann sie an Samstagen im Juli und August besichtigen. Sie sind bis heute in Betrieb.


Foto: Krzysztof Kobus / TravelPhoto.pl 

Museum der Öl- und Gasindustrie in Bóbrka

In der kleinen Ortschaft Bóbrka befindet sich die erste und immer noch im Betrieb bleibende Untertagebau-Erdölförderung. Zu deren Gründern gehörte Ignacy Łukasiewicz - der Erfinder der Petroleumlampe. Zwischen 1854 und 1880 waren hier rund 60 Bohrlöcher in Betrieb. Heute ist Bóbrka vor allem für das Museum der Öl- und Gasindustrie (Muzeum Przemysłu Naftowego i Gazownictwa) bekannt. Im Freilichtmuseum kann man viele Exponate aus den Anfängen der Mine bestaunen, wie etwa Bohreinrichtungen oder handbetriebene Fördereinrichtun - gen. Touristen können auch alte, historische Schächte “Franek” und “Janina” besichtigen. “Franek” ist 150 Meter tief und wurde noch Anfangs mit Menschenhand gegraben. “Janina” ist 280 Metertief und wird die ganze Zeit gefördert. In dem Museum kann man auch das Haus von Łukasiewicz sehen. Drinnen befinden sich eine pharmazeutische und eine geologische Ausstellung, Petroleumlampen und alte Dokumente aus Zeiten, wo die Öl- und Gasindustrie noch in den Kinderschuhen stand. 

 

Foto: Museum der Öl- und Gasindustrie in Bóbrka

 

Bergwerk Guido in Zabrze (Hindenburg)

Das Bergwerk Guido ist eine der bekanntesten Gruben in Polen und die einzige, die Touristen bis auf 335 Meter Tiefe besichtigen können. Das große Abenteuer fängt mit einer Seilfahrt an. In der Grube befinden sich viele Attraktionen u. a. die aus dem 19. Jh. stammende St. Barbara Kapelle samt origineller Ausstattung und Werkzeugen. Auf 320 Metern Tiefe, neben den Fördermaschinen und dunklen Gängen befindet sich der tiefgelegenste Pub in Europa, wo man hausgemachtes Bier, Żurek und Bigos probieren kann. Außerdem besteht die Möglichkeit einen Tag aus dem Leben eines Bergmanns an seiner eigenen Haut zu erleben.

 

Alle Angaben ohne Gewähr.

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