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Mittwoch, 26. Juni 2019
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Altstadt in Łęczyca / Foto: Mietek Ł, Wikimedia Commons
Altstadt in Łęczyca / Foto: Mietek Ł, Wikimedia Commons

Sumpfige Wiesen und Wälder, umhüllt von Nebel - waren seit Jahrhunderten Stoff, aus dem Geschichten entstanden sind. Nicht anders ist es in der Stadt Łęczyca (dt. Lenczyca) gewesen, wo bis heute unter dem Schloss der Teufel über seine Schätze wacht.

Die Legenden und Geschichten ranken sich um die Gestalt des Teufels Boruta. Sein Name stammt von der alten Bezeichnung der Kiefer, und im vorchristlichen Polen ist er der Schutzgeist des Waldes gewesen. Besonders haben ihn die Jäger geehrt, auch lange noch nach der Christianisierung des Landes. 

In den vergangenen Jahrhunderten verwandelte sich der Geist des Waldes in den Teufel Boruta, der zwar gefährlich werden kann, meistens jedoch an Tänzen mit schönen Frauen und Wein interessiert ist. Heute soll er den Schatz unter dem Schloss bewachen. 

 

 

Schloss und Museum 

Das Schloss in Łęczyca (dt. Lenczyca) wurde zu Zeiten des Kasimir des Großen erbaut. In seinen Mauern beherbergte es oft polnische Könige, die in der Gegend auf Durchreise gewesen sind. Im 14 Jh. brannte ein großer Teil des Schlosses nieder und erst in der zweiten Hälfte des 16 Jh. wurde es renoviert. In den folgenden Jahrhunderten verlor das Schloss immer mehr an Bedeutung. Während der Dreiteilung Polens lag Łęczyca in Preußen und wurde zu einer modernen Festung. 1831 begann der Abbruch des Schlos - ses durch die Stadtbewohner, da man Ziegel benötigte. In einer sehr bescheidenen Form überdauerte es bis 1918. Erst nach dem 2. Weltkrieg hat man es gründlich renoviert und seitdem befindet sich dort das Museum des Landes Leczyca. 

Im Museum gibt es u. a. eine einzigartige Ausstellung von Teufelsfiguren, von ganz kleinen bis zu zwei Meter hohen Exemplaren. Außerdem gibt es viele interessante Exponate rund um die Geschichte der Region. Ende August findet im - mer ein Ritterturnier statt. 


Das 20. Internationale Ritterturnier in Łęczyca, Foto: www.sowiweb.com

Die Kirchen 

Neben dem Schloss und Museum kann man noch die St. Andreas Kirche besuchen. Ebenfalls im Mittelalter erbaut, wurde sie durch den Deutschritterorden zweifach niedergebrannt, aber immer wieder aufgebaut. Sie wurde das letzte Mal im Jahr 1425 geweiht.

Anfangs ist sie eine rein gotische Basilika gewesen, verlor aber im Laufe der Jahrhunderte ihren gotischen Charakter, vor allem im Innenraum, zugunsten des Barock und im 19 Jh. wurde das Gewölbe durch flache Decken ersetzt. Bis heute kann man aber den ursprünglichen Baustil erkennen, vor allem im Presbyterium und von außen. 

 

 

In der Kirche gibt es einen alten barocken Altar und Figuren der Heiligen, auch Polychromien sind zu finden. Der Glockenturm, der neben der Kirche steht, ist ein Überbleibsel der Stadtmauern und schloss in Łęczyca, zählt auch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 


Schloss in Łęczyca, Foto: www.fotowojcik.pl

Die St. Andreas Kirche ist nicht die einzige Kirche in der Stadt, die einen Blick wert ist. Nicht weit, nur fünf Minuten zu Fuß entfernt, ist die Bernhardinerkirche. Ein barocker Bau im Klosteranwesen der Bernhardiner. Im 17. Jh. erbaut, bekam die Kirche ihr heutiges Aussehen nach der schwedischen Sintflut. Der Innenraum ist reich verziert, mit vielen versilberten und vergoldeten Figuren. Das Gewölbe präsentiert sich prächtig mit vielen Fresken, die Geschichten aus der Bibel und dem Leben der Heiligen erzählen. 

Nach der Besichtigung kann man noch einen Rundgang durch die Stadt, vor allem durch den Ring mit seinen bunten Altbauten machen. Wer noch nicht von Besichtigen genug hat, kann in das nicht weit entfernte Dorf Tum fahren (15 Min. Spaziergang), wo eine der am besten erhaltenen Kollegiatstifts Polens steht. 

Aus dem 12. Jh. stammend, ist sie ein hervorragendes Beispiel für die Architektur der Romanik in Polen und ein must see für jeden Mittelalterfan. Der örtlichen Überlieferungen zufolge, wollte der Teufel Boruta um jeden Preis den Bau der Kirche verhindern und die Türme zerstören. Bis heute kann man an einem der Türme seine Fingerabdrücke sehen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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