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Parawaning an der Ostsee

Ausländische Urlauber sind oft verwundert, wenn sie die polnischen Strände zum ersten Mal sehen. Auf denen kann man nämlich wegen der vielen Windschütze – Parawan, nur wenig Sand sehen. Was für die Bewohner Polens völlig normal ist, ist für Ausländer ziemlich verrückt. Was haben also die Polen mit dem Parawan? 

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Sonntag, 22. September 2019
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Dorota Michniewicz-Rybarz - eine Kunst-, Kultur- und Naturliebhaberin.
Dorota Michniewicz-Rybarz - eine Kunst-, Kultur- und Naturliebhaberin.

 

Liebe Leser und Leserinnen,

ich stelle Ihnen meinen persönlichen Reiseführer vor, der Sie durch Orte einer einnehmenden Schönheit und Geschichte führt, deren außergewöhnlicher Charakter mir es nicht erlaubt sie zu vergessen. 

Multikulturalität, geheimnisvolle Ereignisse, die Schönheit der Natur, wundervolle Menschen, eine Spitzenküche, Musik, eine außergewöhnliche Architektur sind Magneten meiner Reisen. Um Großstädte mach ich einen Bogen. Ich lade Sie herzlich zu einer gemeinsamen Reise durch das wunderschöne Polen ein. 

Meine Tour, zu der ich Sie herzlich einlade, beginne ich in einer Schlossparkgemeinde in Łańcut (Landshut), im Südosten Polens, in der Nähe von Rzeszów (Reichshof).

Łańcut (Landshut) - Residenz der polnischen Aristokratie

Die Schlossparkgemeinde in Łańcut ist eine der schönsten und größten aristokratischen Residenzen in Polen. Sie beeindruckt mit ihrer wunderschönen Innenansicht und einer Kollektion von Pferdewagen. 

Das Schloss ist von einem Park im englischen Stil umgeben. Das erste Objekt, welches „palazzo in fortezza“ genannt wird, wurde im XVII. in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts erbaut, die nachfolgende Besitzerin Izabela Czartoryska Lubomirska, wandelte die fortezza in einen wunderschönen Palast um, der von einem Park umgeben ist. Zu dieser Zeit arbeiteten viele hervorragende Künstler im Schloss u.a. Fryderyk Bauman, Vincenzo Brenna, Jan Christian Kamsetzer.

Im Laufe der Zeit wurde das Schloss in Łańcut (Landshut) von einem Adelsstamm zum anderen überreicht. In den Jahren 1889 – 1911 wurde eine generelle Renovierung und ein Umbau des Palastes vorgenommen.

Es wurden u.a. eine Wasserinstalation, eine Kanalisation und eine Elektroinstalation eingerichtet. Zu dieser Zeit war der Palast ein Treffpunkt für den königlichen Adel, die Aristokraten, für Künstler und Politiker. Ihre Zeit verbrachten dort auch die österreichischen Erzherzöge Rudolf, Franz und Ferdinand. Im Jahr 1944 hat der letzte Besitzer des Palastes Alfred III Potocki Łańcut (Landshut) verlassen und emigrierte in die Schweiz. 

Foto: Lestat (Jan Mehlich) (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
Foto: Lestat (Jan Mehlich) (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Den größten Eindruck auf die Besucher machen die wunderschönen, antiken, erhabenen Dekorationen, Möbel, Einrichtungen, Musikinstrumente, Stoffe, das Porzellan, das Glas aber auch die großartige Kunstsammlung, die Grafiken und die europäischen Skulpturen. Orientliebhaber finden in dem Palast sogar ein türkisches und chinesisches Appartement und andere Besonderheiten die mit den Reisen der Eigentümer des Palastes in Zusammenhang stehen. 

Das Schlossmuseum besitzt eine großartige Bibliothek mit einer alten Büchersammlung, die sogar Sammlungen deutscher Kompositeure beinhaltet. Eine bezaubernde Ergänzung des Gemeindepalastes ist der Park und die außergewöhnliche Kollektion der nahezu 80 Pferdewagen und des Pferdegeschirrs welches u.a. in Wien bei Schleuchter und Nideltza produziert wurde. Auf dem Gelände von Łańcut (Landshut) befinden sich, einzigartig in ihrer Art, bis heute erhaltene, aristokratische Wagenschuppen und Ställe.

Jegliche Informationen über die Möglichkeit der Besichtigung des Gemeindeschlossparks befinden sich auf der Internetseite www.zamek.lancut.pl.
Die Seite steht auch in deutscher und in englischer Sprache zu Verfügung. 

In einem Teil des Schlosses befindet sich auch ein Hotel und ein Restaurant, welches Speisen  der polnischen Küche serviert, welche von den Köchen der Palastküche niedergeschrieben wurden, die für die Adelsstämme der Lubomirski und Potocki gekocht haben.

Szczawnica - die Perle des Südens

Aus Łańcut (Landshut) bewegen wir uns in Richtung Süden, in Richtung Nowy Sącz (Neu Sandez). Unser Ziel ist eines der Schönsten niedergelegenen polnischen Kurorte – Szczawnica im Westen der Beskiden. Es ist ein außergewöhnlicher Ort, der die antike Architektur des Kurortes mit der wunderschönen Natur, den hervorragenden Heilumständen, der schmackhaften regionalen Küche, der reichen Volkskultur und wirklich sehr netten Menschen verbindet, die aus Liebe zu Szczawnica und der Umgebung beschlossen haben hier ihr Leben aufzubauen. 

Eine dieser Kultpersonen ist der Virtuose Geiger, Absolvent der Julliard School in New York, der Brite Nigel Kennedy. Bedeutende Familien, die Szczawnica viel Zeit widmeten und viel Geld investierten sind die Familien Szalay und Stadnicki. 

Szczawnica wurde zum ersten Mal in der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts erwähnt. Szczawnica war einst unter der Herrschaft von Österreich. Im Jahr 1828 kam Szczawnica in die Hände der Ungarischen Familie der Szalay, die aus diesem Ort ein Kurort machte.  1909 erwarb Graf Adam Stadnicki Szczawnica, der den Kurort modernisierte und förderte. Aus seiner Initiative heraus entstand 1936 ein modernes Inhalatorium, in welches speziell angefertigte Geräte gebracht wurden, die von der Firma „Inhabad“ aus Berlin angefertigt wurden. Der Kurort in Szczawnica nutzt natürliche Ressourcen – Gewässer – Sauerampfer mit Bikarbonat, mit Sodawasser, mit Jod, mit Bromid reich an Mineralsalzen und Mikroelementen. In Szczawnica kann man mehr als 40 Eingriffe nutzen unter anderem die Hydrotherapie, Inhalationen (besonders gut wirksam bei Krankheiten der Atemwege bei Kindern und Erwachsenen), Physiotherapie, Kinesiotherapie und die Trinkkur. Geheilt werden hier hauptsächlich Erkrankungen der Atemwege, Allergien, Gelenk- oder Wirbelsäulenentzündungen. Das wohltuende Mikroklima leistet ebenfalls ganze Arbeit und ist sehr hilfreich. Die Preise für die Eingriffe und ihre Zugänglichkeit sind wirklich sehr gut. Außerdem findet man in Szczawnica sehr viele Pensionen, ausgezeichnete Hotels, Restaurants und häusliche Gastwirtschaften. 

Ein besonderes Auge sollte man auf den Platz Dietla mit seinen restaurierten Heilgebäuden werfen, im schweizerischen, ungarischen und holländischen Stil, einem Park, einem Gutshaus, das 1962 abgebrannt ist, wiederaufgebaut wurde und gegenwertig als Zentrum für Business- und Kulturtreffen genutzt wird. Interessant ist, dass es keine Pläne mehr des Gebäudes gibt und es lediglich anhand von alten Fotos und Postkarten wiederaufgebaut wurde. Die Objekte des Szczawnica Kurortes wurden nach dem II. Weltkrieg von den Sozialisten konfisziert und erst in den 90er Jahren von den Nachkommen des Grafen Stadnicki wiedererobert. Von dem Moment an gewinnt Szczawnica ihren alten Glanz wieder. Die alten-neuen Eigentümer kümmern sich um jedes Detail. Sie lieben den Ort, was man an der großen Menge der Restaurationen und den neuen Investitionen erkennen kann. 

In Szczawnica dominiert die Architektur des Kurortes um die Wende des XIX. und XX. Jahrhunderts mit der Vertrautheit der volkstümlichen Goralenkunst. Die Gebäude befinden sich im grünen. In Szczawnica kann man sich solide ausruhen, seine Gesundheit aufbessern und den Charme der sehr gastfreundlichen Ortschaft genießen. 

Es lohnt sich zu erwähnen, dass Wander- oder Radfahrliebhaber hier den Himmel auf Erden finden. 

Ein Ort dem es sich lohnt ein bisschen Zeit zu widmen ist der Donauumbruch. Eine Floßfahrt auf diesem Bergfluss, die von den weiblichen Goralen - genannt „flisaki“ - organisiert wird, dauert ca. 2 Stunden.  Die größte Besonderheit dieses Ortes sind die ungewöhnlichen Schlaufen und Kurven inmitten der Felsen, die von einem speziellen Schutz der Natur umgeben sind. 

Außer des Pieniński Nationalparks, wo sich der Donauumbruch befindet und den Bergwegen, lohnt es sich das Reservat der Kalkfelsen anzuschauen – klares Wasser und die außergewöhnliche Schlucht Homole. Von der Schlucht aus ist es nicht mehr weit bis Jaworek, wo sich ein stilvolles Goralenrestaurant mit leckeren regionalen Gerichten und ein Musikschafstall befindet.

Der Ort hat einen Kultstatus und zwar aus vielen Gründen. Erstens ist es ein authentischer Schafstall, der aus den Bergen hergeholt wurde und von dem Besitzer restauriert wurde. Zweitens findet hier großartige gemütliche Jazz- Blues- und Rockkonzerte statt. Drittens konzertiert hier Nigel Kennedy, der nicht unweit wohnt und der Ehrenvorsitzender des Vereins ist, der für den musikalischen Schafstall tätig ist. Viertens sind die Beisitzer des Musikschafstalls mit einem außergewöhnlichen Charisma und einer Künstlerintuition gekennzeichnet. Fünftens, jeder der Livekonzerte schätzt wird diesen Ort lieben. 

Szczwanica ist ein außergewöhnlicher Ort mit viel Goralencharme, toller Musik, einer wunderschönen Architektur, reich an Natur, netten Menschen und einer leckeren Küche.

Nützliche Internetseiten um einen Besuch in Szczawnica zu planen in deutscher und englischer Sprache.

Lanckorona (Landskron) und seine Geschichte

Die Geschichte dieses Ortes geht bis ins XVI. Jahrhundert und bis König Kazimierz III den Großen zurück, der hier aus Kraków (Krakau) zum Jagen herkam. Der Name des Ortes stammt von dem deutschen Wort „landskrone“. Ein paar hundert Jahre besaß Lanckorona (Landskron) das Recht zur Ortschaft, doch kurz vor dem II. Weltkrieg verlor sie es. In der Zwischenkriegszeit bekam das Städtchen von den Bewohnern Krakaus ihren Ruhm als Lieblingsferienortschaft.

Zu dieser Zeit wurden viele Pensionen errichtet, die bis heute tätig sind u.a. die Villa Tedeusz  (Thaddäus) über die gleich mehr kommt. 

In Lanckorona (Landskron) kann man sich in der Skala einer Kleinstädtchenortschaft ein einmaliges Stadtplanungsprojekt mit einer Holzbebauung ansehen. 

Jeder der schon mal hier war hat den Eindruck, dass die Zeit stehen geblieben ist oder dass man 100 Jahre in die Vergangenheit zurückgesetzt wurde. Lanckorona (Landskron) ist von wunderschönen Hügeln und Wäldern umgeben. Heute ist es ein Lieblingsort für viele Artisten und Touristen, die die Stille schätzen. Eine wichtige Rolle spielen in dem Ort die außergewöhnlichen Bewohner.  Hier haben die Eheleute Piskorski ihre Keramikwerkstatt. In dieser werden einzigartige Keramik- und Tiergefäße hergestellt, die man unmittelbar bei den Künstlern kaufen kann. Die Hausherren organisieren auch Werkstätten und Ausstellungen. Eine nützliche Telefonnummer unter der man die Werkstatt erreichen kann lautet. +48606 376 650.

In Lanckorona (Landskron) gibt es einige Ferienbauernhöfe und Pensionen, unter den es sich lohnt u.a. Leśna Ogród zu empfehlen, welche von einem polnisch-holländischen Jogi Ehepaar geleitet wird und die Liebhaber eines gesunden Lebensstils sind. „Leśny Ogród“ befindet sich in einer mit Wald umgebenen Vorkriegsalten Villa. In der Villa befinden sich u.a. ein ayurvedischer Massageraum. Personen, die eine richtige Erholung und Abstand vom alltäglichen Leben benötigen, finden hier eine wahre Oase der Ruhe. Informationen findet man auf der Internetseite lesnyogrod.com. 

Einer der interessantesten Orte in Lanckorona (Landskron) ist die Villa Tadeusz (Thaddäus). Über die Geschichte dieses Ortes könnten einige Filme entstehen. Der Erbauer der Pension war Tadeusz Lorenz, Offizier für spezielle Betrauungen des Kommandanten Józef Piłsudzki. Lorenz baute das Forsthaus im leuchtenden Wald. Bei der Ausbauung des Hauses erschuf er vor dem II. Weltkrieg die Pension, deren erste Gäste Familien der Freunde der Legionen von Piłsudzki waren. Häufige Gäste waren u.a. Minister Beck und General Haller. Bis heute werden dort aus diesen Zeiten Erinnerungen ausgestellt und präsentiert.  Der II. Weltkrieg drängte sich stürmisch durch die Pension hindurch. Pikanterie verleiht die Tatsache, dass die Zimmer im ersten Stock lediglich für Deutsche bestimmt waren und im zweiten Stock Flüchtlinge des Warschauer Aufstandes wohnten. Zusammen mit seinem Stab hielt sich auch Marschall Koniew hier auf. Die Pension war ständigen Durchsuchungen der Gestapo, der UB und anderen Wehrdiensten ausgesetzt. Nach dem Krieg versuchte die Regierung die Pension unter ihre Fittiche zu bekommen, doch es gelang den Besitzern ihr Eigentum zu behalten. Heute halten sich hier bekannte Künstler auf, die hier her flüchten um vom alltäglichen Trubel und der Routine weg zu kommen.
Die Kontaktnahme ist möglich unter der Telefonnummer: + 48 33 876-35-92 und unter: +48 502-898-340 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Foto: Hons084 / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons
Foto: Hons084 / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons

Pszczyna (Pleß) - vom Adel gekennzeichnet

Aus Lanckorona (Landskron), an den großen Städten vorbeifahrend, lohnt es sich in Pszczyna (Pleß) vorbei zu schauen, ein nicht zu großes Städtchen in Schlesien – alter Sitz einer der reichsten und einflussreichsten deutschen Adelsstämme – Hochberg. Pszczyna (Pleß), die als Perle von Oberschlesien bezeichnet wird, hat eine wirklich sehr ausführliche Geschichte. Im frühen Mittelalter war die Stadt Hauptsitz der Kastellanen. Später gehörte sie den Fürsten von Piast und 1327 kam sie in die Hände des tschechischen Königs Jan Luxemburg. Die Güter aus Pszczyna (Pleß) wurden weitergegeben, verkauft oder geteilt. Im XVI. Jahrhundert war das Land von Pszczyna (Pleß) teilweise unter Besitz des deutschen Reiches und wurde als freie Standesgesellschaft bezeichnet. Ihr Besitzer unterlag lediglich der Herrschaft des Kaiserreiches. 1548 hat der neue Besitzer von Pszczyna (Pleß) ein Majorat beschlossen, um den Verkauf des Landes Vorzubeugen.  

Über das Land von Pszczyna (Pleß) verlief der 30-jährige Krieg hinweg, sowie der Krieg um Schlesien, der zwischen den Preußen und den Österreichern geführt wurde. 1846 hat der damalige Besitzer von Pszczyna (Pleß) Fürst Heinrich von Anhalt seinem Neffen Fürst Jan Heinrich X. von Hochberg das Land übergeben, der vor allem über die Reichtümer rund um Wałbrzych (Waldenburg) herum, regierte – u.a. auch über das Schloss der Fürsten. Während des I. Weltkrieges haben die Hochberger das Schloss in Pszczyna (Pleß) Wilhelm II. als Quartier überlassen. Als man noch nicht genau wusste, was mit Pszczyna (Pleß) nach dem I. Weltrkieg geschehen wird, kam es im August 1919 zum I. Schlesischen Aufstand. Das Schloss wurde von deutschen paramilitären Truppen besetzt, die hier die polnischen Aufständischen in Gefangenschaft hielten und folterten. Der Fürst war der deutschen Seite wohlgesinnt. Doch 1921während einer Volksabstimmung wurde Pszczyna (Pleß) Polen zuteil und am 29. Juni 1922 zog das polnische Militär in die Stadt ein. Einer der interessantesten Objekte in Pszczyna (Pleß) ist das Schloss der Hochberga (Schloss Pleß), welches mehrmals umgebaut wurde und zurzeit als Museum dient. Der neobarokische Palast, zusammen mit seinem Park im englischen Stil ist einer von wenigen in Schlesien, in dem der original Zustand und die Möbel aufbewahrt wurden. In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts wurde das Schloss zu einer wahren Fürstenresidenz. Den Umbau des Schlosses gestaltete der hervorragende französische Architekt Destailleur. Die Fassade bekam ein neues Gesicht und erinnerte an die französische Architektur des XVII. Jahrhunderts. Das Innere wurde ebenfalls umgebaut. Es entstand damals ein Innenhof, ein an Versailles erinnernde Hausflur und ein zweigeschossiges Esszimmer (zur Zeit der Spiegelsaal). Die Wände wurden mit farbenreichen Tapeten bedeckt, im Salon und in der Bibliothek wurde eine Walnussholztäfelung gelegt. Den Fürstcharakter der Residenz sollten die allgegenwärtigen Portraits der Eigentümer, die Wappen und die Adelsmonogramme und Rokoko Stuckatur verstärken. Die interessanteste Persönlichkeit die in dem Palast gelebt hat, war die außergewöhnliche Engländerin Marie Teresa Oliwia Cornwallis-West (Mary Theresa Olivia Cornwallis-West) – Daisy genannt. 1891 nahm sie Fürst Hans Heinrich XV. in London zum Mann. Daisy wurde als eine der schönsten Frauen ihrer Epoche bezeichnet. Sie hielt nahe gesellschaftliche Kontakte mit Monarchen, der europäischen Aristokratie und mit Politikern. Sie war eine Philanthropin, Pazifistin, Autorin von Tagebüchern, die heute als eines der interessantesten Quellen über das Leben der europäischen Aristokraten um die Jahrhundertwende XIX. und XIX. gehalten werden. Als Fürstin Daisy nach Schlesien kam war sie nicht gerade von dem Schloss in Pszczyna (Pleß) begeistern, der zu dieser Zeit von ihrer Schwiegermutter bewohnt wurde. Sie hatte Schloss Fürstenstein (Książ) lieber, in dem sie ein Treffpunkt für gekrönte Köpfe und Aristokraten errichten wollte. Im Grunde genommen ist es ihr auch gelungen, da sich dort die Habsburger, Hohenzoller, die Romanows, europäische Adelige unter ihnen die polnischen: Lanckoronski und Potocki aus Łańcuta getroffen haben. Die Fürstin wurde im Gegensatz zu ihrem Ehemann von ihren Untertanen sehr geliebt. Sie kümmerte sich um Arme. Sie kümmerte sich um Schulen, Kinderheime, Krankenhäuser, Sozialgenossenschaften, kostenlose Pasteurisationsstationen für Babys, deren Mütter kurz nach der Geburt zurück zur Arbeit in die Fabriken zurückkehren mussten. Als Gutsbeisitzerin in Oberschlesien hat sie ein Projekt zur Kanalisations- und Kläranlagenentstehung in Wałbrzych (Waldenburg) beaufsichtigt. Sie konnte sich nicht mit er hohen Säuglings- und Kindersterberate abfinden, die an den schlechten Hygienebedingungen und dem versschmutzen Wassers starben. Sie war auch in die internationale Politik engagiert. Vor dem I. Weltkrieg vermittelte sie auch zwischen der Englischen und Deutschen Monarchie. 1906 führte sie zu einem Treffen zwischen dem Deutschen Kaiser und den englischen Diplomaten. Unter ihnen war auch Winston Churchill. Interessant ist, dass der Bruder der Fürstin Winstons Stiefvater war. Leider, trotz dessen, dass das Bemühen der Fürstin vom Kaiser sehr geschätzt wurde, brach der Krieg aus. Ein Krieg, der auch auf die Ehe der Fürstin großen Einfluss hatte, da dieser die Eheleute für einige Jahre trennte. Die Fürstin war Krankenschwester beim Roten Kreuz an vielen Fronten, während ihr Ehemann seinen Herrscher unterstütze. Für die Arbeit beim Roten Kreuz bekam Daisy den Orden der II. Klasse des Roten Kreuzes. Trotz ihres großen Engagements und ihrer Aufopferung für den Frieden und der Opfer des Krieges wurde sie als britische Spionin angesehen. Nach dem I. Weltkrieg ging es der Fürstin gesundheitlich schlechter. Dazu kamen noch Eheprobleme und finanzielle Probleme. Der Fürst ließ sich von Daisy scheiden. Allein und krank lebte sie bescheiden. Während des Krieges schmiss sie die Gestapo aus Schloss Fürstenstein (Książ) raus. Sie zog in die Villa in Wałbrzych (Waldenburg), wo sie 1944 verstarb, einen Tag nach ihrem Geburtstag. 

Die Lebensgeschichte dieser außergewöhnlichen Frau ist ind Polen über viele Jahre lang in vergessenheit geraten. Zum Glück  wurde ihre Persönlichkeit nach 1989 von den Bewohnern in Pszczyna (Pleß), Wałbrzych (Waldenburg) und Książ (Schloss Fürstenstein) wieder in Erinnerung und zur Publikation gebracht. Ihre Tagebücher werden bis heute in Großbritannien, den USA, Deutschland und in Polen sehr geschätzt. 2014 wurden Wałbrzych (Waldenburg) und Pszczyna (Pleß) zu Partnerstädten und das „Bindemittel“ der Zusammenarbeit ist die Persönlichkeit der Fürstin. Einige Leute vergleichen Daisy sogar mit Prinzessin Diana. Jedes Jahr im Mai wird in Pszczyna der Daisy Tag gefeiert – eine große Freilichtfeier auf der Zierpflanzen, die von Landesproduzenten vorbereitet wurden, vorgestellt werden. Der Markt in Pszczyna (Pleß) füllt sich mit wohlriechenden Blumen, wunderschönen Ziersträuchern und originellen Blumenständen. Die Feier wird von Gruppen, die sich mit der Rekonstruktion der Ereignisse beschäftigen und von Fürstin Daisy Liebhabern, begleitet. In Pszczyna (Pleß) kann man nicht nur das Schloss der Hochberga (Schloss Pleß) bewundern. Mitten auf dem Marktplatz befinden sich viele historische Objekte u.a. eine evangelische Kirche, in die die Hochberga gingen und das Gebäude des Rathauses. In Pszczyna (Pleß) gibt es auch ein Wisent Gehege im Pszczynapark. Diese außergewöhnlichen majestätischen Tiere gelang es vor der Ausrottung zu retten. Bis 1920 wurden die im freien lebenden Wisente von Wilderern und von der hungernden Armee völlig ausgerottet. Es gelang jedoch eine Population der Wisente zu regenerieren - dank Einzelexemplaren, die in Gefangenschaft lebten. In dem Gehege leben neben Wisenten auch Hirsche, Damhirsche und Rehe. 

Links die hilfreich sein könnten: www.pszczyna.pl und www.zamek-pszczyna.pl

Aus Pszczyna (Pleß) machen wir und auf den Weg nach Oppeln in den Ort Moszna (Moschen), der auf dem Weg zwischen Krapkowice (Krappitz) und Prudnik (Neustadt) liegt. 

Foto: BartoszKamiński (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Foto: BartoszKamiński (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Moszna (Moschen) - Märchen oder nicht

Das Schloss in Moszna (Moschen) erinnert an den Vorspann der Disneyfilme. Geheimnis- und Legende umwittert, von einem Park umgeben sieht er wie ein Märchenschloss aus. Dieses außergewöhnliche Objekt verbindet unterschiedliche architektonische Stile miteinander. Der naheliegende, über 100 Hektar große Park mit Rhododendren, Azaleen, Eichen, Linden, einer Pferdezucht, einem Friedhof der alten Besitzer, einer Parkinsel, einer Orangerie und die alten nicht mehr bestehenden Parkgewächshäuser und ein Hinterhaus sind nur einige schöne Erinnerungen aus meinen jungen Erinnerungen und Ausflügen.

Die Verfolgung der Geschichte dieses Ortes wurde mit der Zeit zur Aufspürung von Dingen, die die sozialistische Regierung Polens sorgfältig verbarg, korrigierte oder vernichtete. Die Zensur hat auch eine sehr interessante Publikation von Frau Maria Cichoń-Bitka über das Schloss in Moszna (Moschen) und ihre Besitzer nicht verschont. Auch in den 80er Jahren hatten die Bewohner der naheliegenden Orte noch Angst darüber zu sprechen, was während der sowjetischen Invasion und nach der Übernahme des Ortes durch die polnische Regierung im Schloss geschah. Man kümmerte sich nicht um Teile, die die materielle Kultur von Schlesien und Deutschland bildeten. Trotz der Bemühen der konservatorischen Dienste, war es der damaligen Regierung nicht recht, dass man die wahre Geschichte dieses Ortes kennenlernte. Das Objekt wurde von der sowjetischen Armee und dann von der Volksrepublik Polen beraubt. In den 70er Jahren des vergangenen Zeitalters wurde das Schloss als Zentrum für Neurosetherapie genutzt und wird seit einigen Jahren erst als Objekt für strikte touristische Ziele, welches man besichtigen kann, genutzt. Im Inneren befinden sich ein Hotel, ein Restaurant und eine Wellness Einrichtung (Spa). In der Umgebung des Schlosses befindet sich eine noch immer funktionierende Pferdezucht – Zentrum für Sportpferdezucht englischer Vollblüter und Parcours-Hindernisse für Wettkämpfe im regionalen und regionalpolnischem Hindernisspringen.

Eine Legende besagt, dass Moszna (Moschen) im Mittelalter dem Templerorden angehörte. Seit dem XVII. Jahrhundert wurden die Güter in Moszna (Moschen) weitergegeben oder auch innerhalb deutscher aristokratischer Familienkreise verkauft. Der Ideengeber der Ausbaung und des Umbaus des durch ein Feuer vernichteten Barockschlosses war Franz Schubert von Tiele-Winckler, deren Vater die Immobilie in Moszna (Moschen) 1866 kaufte. Der Großvater von Franz Schubert war jedoch kein Aristokrat. Interessant ist, seine Karriere begann er als Bergbauarbeiter. Dank seiner Vorliebe zur eigener Vorsorglichkeit näherte er sich den Kreisen der Bergwerkvermittler und wurde so Buchhalter eines reichen Industriellen - Aresin. Nach dem Tod seiner ersten Frau und des Bergwerkbesitzers, heiratete er die Witwe von Aresin – Maria. 1840 verlieh ihm der preußische König einen Adelstitel. Erbin des Vermögens von Winckler uns seiner Ehefrau Maria wurde Valeska (die Tochter aus der ersten Ehe von Winckler). Diese nahm sich einen außergewöhnlich gutaussehenden Militärsoldaten zum Mann, der aus der kurländischen Adelsfamilie Huberts von Tiele stammte. Nach der Eheschließung hat man die Familiennamen beider Adelsfamilien verbunden. Hubert kaufte Güter in Moszna (Moschen) und sein ältester Sohn Franz-Hubert von Tiele-Winckler trat 1895, dank seinem Grafs Titel, der ihm von Kaiser Wilhelm verliehen wurde, in die deutschen aristokratischen Reihen ein. Franz-Hubert zeigte sich dem Kaiser gegenüber sehr erkenntlich, sodass dieser mehrere Male in der Residenz zu Gast war. Der Besitzer baute das Besitztum im Moszna (Moschen) auf riesige Maße aus. Das Schloss hat 365 Räume und 99 Türme. Der mittlere Teil des Objekts ist der nach dem Feuer neu aufgebaute Barockschlossteil. Der neogotische Ostflügel ist mit einer wunderschönen Orangerie verbunden. Der Westflügel wurde wiederum, im Gedanken mit den Kaiserbesuchen, im Neorenaissancestil gebaut. Das Innere des Schlosses entwarf wahrscheinlich eine aus Berlin stammende Architektengesellschaft - „Ebe und Benda“.

Die großartige Schlosstarasse und der nach Azaleen und Rhododendren riechende Park wurde zur Inspiration der Entstehung des Azaleenblühfeiertages – Klassikmusikfestival welches die Werke der polnischen und deutschen Komponisten präsentiert. Das Schloss in Moszna (Moschen) ist ebenfalls ein Paradies für Filme Schaffer. Hier wurden Filmszenen für zwei Spielfilme gedreht: „Lubię nietoperze“ (Ich mag Fledermäuse) und „Test pilota Prixa“ (Test des Piloten Prix) von Stanisław Lema. Das Schloss und seine Umgebung ist Lieblingsort für viele Fotografen die Fotoshootings mit Brautpaaren machen. Der Märchencharakter dieses Ortes überrascht und begeistert. Zurzeit kann man problemlos das Schloss und den Pferdezuchtort besichtigen. 

2006, nach 61 Jahren, kamen die Erben der früheren Besitzer – die Brüder Tiele-Winckler Claus-Peter und Hubert, nach Moszna (Moschen) zu Besuch. Von dem Schloss waren sie, wie jeder andere der hierherkommt, sehr entzückt. Unter großer Rührung besuchten sie den an dem Schloss liegenden Friedhof im Park, wo ihre Großeltern beigesetzt wurden. Gut das sie ihr Schloss noch zu Lebzeiten besucht haben. 

Am besten ist es, wenn man den Ort im Mai und Juni besucht, wenn die wohlriechenden Rhododendren blühen, wenn auf den Schlosstarassen Musik erklingt und die großartigen Reiter im Park über Hindernisse springen.  

Links die hilfreich sein könnten: www.moszna-zamek.pl– leider nur in polnischer Sprache, aber es wurden Telefonnummern und E-Mail-Adressen angegeben, also gibt es eine Chance in englischer und deutscher Sprache zu kommunizieren. 

Tel: +48 77 466 96 79, +48 77 466 96 78, +48 530 357 094

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aus Moszna (Moschen) fahren wir in Richtung Krapkowice (Krappitz), um mit der Autobahn A4 in die Gegend von Wrocław (Breslau) zu gelangen, wo wir Richtung Świdnica (Schweidnitz), Wałbrzych (Waldenburg) und dann Richtung Schloss Fürstenstein fahren.

Foto: Jar.ciurus (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons
Foto: Jar.ciurus (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons

Schloss Fürstenstein

„Książęca Góra” („Fürstenberg”) so wurde das Schutzschloss im XII. Jahrhundert genannt und von Bolko von Jauer und Schweidnitz erbaut. Die Burg ist auf einer steilen, felsigen Landzunge inmitten eines Waldes erbaut worden. Gegenwärtig ist es das größte Schloss in Niederschlesien und eines der größten in Europa. Nach dem auslöschen der Piastfürstenlinie kam Książ (Fürstenstein) unter die Herrschaft tschechischer Könige. Zum Ende des XV. Jahrhunderts war es bereits unter der Herrschaft des ungarischen Königs.

Am 11. Juni 1509 hat der damalige Besitzer des Schlosses das Eigentum dem Ritter Konrad I von Hoberg (Später Hochberg) übergeben. Die Hochberger Adelsfamilie hatte den größten Einfluss auf die Geschichte des Schlosses Fürstenstein, da sie bis 1941 über dieses regierten, bis die Nazis das Schloss konfisziert haben.

1683 bekommen die Hochberger den Adelstitel vererbt und 1848 den Fürstentitel. Eine auffällige Persönlichkeit in der Familie war Jan Henrik XI – Graf und Fürst von Pleß. Es ist schwer einen Überblick über die Veränderungen und Projekte die er im Schloss vollzogen hat zu finden, da es so viele waren. Er war ein Philanthrop und unterstütze die Armen sehr. Die Reformen, die er in seinem Vermögen vollzogen hat, darunter auch in Pszczyna (Pleß) wurden später zur Vorlage der Sozialreformen von Bismarck. Die Schwiegertochter von Jan Henrik XI war die bis heute bekannte Fürstin Daisy, deren Schicksal ich erwähnt habe, als ich von Pszczyna (Pleß) schrieb. Sie war es die den Rang des Schlosses wesentlich erhöht hat, indem sie die Krönungen der Häupter von Aristokraten, Politikern und Künstlern vollzogen hat. Diese außergewöhnlich Schöne und Intelligente Frau hat viele Reformen eingeführt und viele Vereinbarungen für die Armen getroffen. Sie führte eine Meditation zwischen den verfeindeten Ländern, wodurch sie von Deutschland für einen britischen Spion gehalten wurde. Nach dem I. Weltkrieg begann Daisy krank zu werden. Ihr Ehemann ließ sich 1922 von ihr scheiden und von diesem Moment an wurde ihr Leben zur Demütigung und von Problemen begleitet. 1935 kehrte die schwer kranke Daisy auf Bitte ihres ehemaligen Ehemannes und Sohnes Hans ins Schloss Fürstenstein zurück. Sie wohnte im Torgebäude. Aufgrund der finanziellen Probleme der Familie Hochberg und aufgrund der Abkehr von der Politik Hitlers (zwei Söhne von Daisy kämpften gegen die Nazis, einer in der polnischen Armee und der andere in der britischen) hielten die Nazis Daisy in Schloss Fürstenstein als Geisel, 1941 wurde die Fürstin aus dem Besitztum rausgeschmissen und so ging sie nach Wałbrzych (Waldenburg). Am 29. Juni 1943, einen Tag nach ihrem 70. Geburtstag starb sie.

Bis zum Ende half sie Armen und Unterdrückten. Während des II. Weltkrieges schickte sie den Gefangenen des Konzentrationslagers Gross-Rosen Pakete.

In den 40er Jahren, als das Schloss von den Nazis besetzt wurde, verübte man eine barbarische Umbauung, die die Entstehung einer Kommandozentrale als Ziel hatte. In dem Felsen unter dem Schloss gruben die Gefangenen aus den Lagern Korridore und bauten Bunker. 1945 wurde das Schloss von sowjetischen Truppen eingenommen, die zur weiteren Zerstörung des Schlosses beifügten. Nach dem Krieg stand das Schloss lange leer, verlassen und ungesichert. Erst im Jahr 1956 haben Konservatoren einen langen Renovierungsprozess begonnen. 

Zurzeit befindet sich in dem Schloss-Park Komplex ein Museum, eine Galerie, ein Hotel und ein Souvenirladen. Es lohnt sich nach Schloss Fürstenstein zur Nachbesichtigung „Mit der Seele auf der Schulter“ zu fahren.

Neben dem Schloss, in den alten Vorwerksgebäuden, befinden sich Pferdeställe, wo man seit 1947 Hengste der Schlesischen Rasse züchtet. Der Fürstin Daisy und ihrem Ehegatten verdankt Wałbrzych (Waldenburg) außerdem noch einen Palmengarten (Palmarnia), den man sehen sollte.

Vor kurzem haben Fotos aus den frühen Jahren des XX. Jahrhunderts, die der Koch des Schlosses gemacht hat, eine Sensation ausgelöst. Die Fotos wurden in Kanada wiederentdeckt, wo zurzeit die Enkelin des Kochs wohnt. Über 1800 Fotografien dokumentieren das Leben der Familie Hochberg, die Architektur und das alltägliche Leben im Schloss Fürstenstein. Die Fotos werden höchstwahrscheinlich in einer Ausstellung im Schloss Fürstenstein gezeigt und werden in verschiedenen Verlagen präsentiert.  

Die Besichtigung des Schlosses lohnt es sich mit dem durchsehen der Internetseite in englischer Sprache auf www.ksiaz.walbrzych.pl zu beginnen. 

 

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