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Die Versenkung der Marzanna (Foto: Foto: M. M. Moraczewska via Wikimedia Commons)
Die Versenkung der Marzanna (Foto: Foto: M. M. Moraczewska via Wikimedia Commons)

Wenn sich der Winter in den Frühling übergeht, bereiten die Bewohner Polens eine bunte Puppe vor, welche dann ertränkt oder verbrannt wird. Doch was hat es mit der Tradition der Morena auf sich?

Topienie marzanny, also die Versenkung der Morena ist einer der slawischen Bräuche, welcher bis zum heutigen Tage in Polen durchgeführt wird. Die bunte Puppe symbolisiert die slawische Göttin Marzanna, welche für das Sterben der Natur und Aufkommen des Winters verantwortlich war. Ihr Ertrinken sollte den Frühling einleiten und einen Anfang für das neue Leben geben, wie auch eine gute Ernte sichern.

Eine Tradition seit Jahrhunderten

Keiner weiß wirklich, wann die Marzanna zum ersten Mal ertränkt wurde. Diese Tradition entstand in Zeiten, als Menschen nur dank ihrer Ernte oder Vieh überlebten. Mit topienie marzanny haben sie also die Kälte und das Fehlen der Ernte verjagt. Das Versenken der Morena war für sie eine Zeit der Veränderungen, Rückkehr zum normalen Leben und zur Möglichkeit eines Einkommens.

Als die böse Göttin ertränkt oder verbrannt wurde, gab es den Menschen Sicherheit, dass sie Schüsseln voller Essen haben werden.

Wie sah die Morena aus?

Um die Marzanna zu ertränken, muss man zuerst eine Puppe vorbereiten. Diese entstand vor allem aus Stroh, Leinen und viel Verzierung aus kleinen Perlen und Schleifen. Als sie fertig war, nahmen sie Kinder von Haus zu Haus, um sie in einen Eimer mit Wasser zu legen. Erst später brachte man die Marzanna außerhalb des Dorfes und ertränkte sie in einem Fluss oder verbrannte sie.

Die Morena heute

 

Die Morena wird heute vor allem in Schulen und Kindergärten vorbereitet und ertränkt oder verbrannt. Es hat jedoch nichts mehr mit dem vergangenen Glauben zu tun. Es ist eher eine Begrüßung des Frühlings. Wann findet es statt? Am 21. März. In Polen ist es auch der Tag der Schulschwänzer, weswegen die älteren Kinder oft nicht in der Schule erscheinen.

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