Die Transfereinnahmen der Vereine aus dem Oberhaus erreichten 33,5 Mio. Euro – das geht aus einem Bericht von Grant Thornton hervor. Das ist das beste Ergebnis in der Geschichte der Liga.
Der gute Lauf auf dem Transfermarkt hält an. Die Saison 2016/2017 brachte weitere historische Rekorde. Aus Polen wurden u.a. der Torschützenkönig Nemanja Nikolic, sowie Youngsters wie Kapustka, Duda, Linetty oder Dragowski wegtransferiert. Das Branchenportal Transfermarkt.de schätzt, dass die Einnahmen der Vereine 33,5 Mio. Euro erreichten und dementsprechend viermal so hoch als noch in der Vorsaison waren und um 10,4 Mio. Euro höher als in der Spielzeit 2010/2011, die der frühere Rekordhalter war.
Zwei Dinge waren maßgeblich für den Anstieg der Transfereinnahmen. Erstens hat der gelungene Auftritt auf der EM 2016 den Marktwert einiger Ekstraklasa-Spieler gesteigert und zweitens hat die Champions League-Teilnahme von Legia Warschau die Wahrnehmung der Spieler die in der Ekstraklasa spielen, verbessert. Dies bestätigten wiederum die Wintertransfers von Aleksandar Prijovic und Bartosz Bereszynski – erklärt Jan Letkiewicz von Grand Thornton.
Gesamtwert der Transfereinnahmen unter den Vereinen der polnischen Ekstraklasa in der jeweiligen Saison.
Quelle: Eigene Berechnung von Grand Thornton auf Basis von Transfermarkt.de
Die Rekord-Saison mit Blick auf den Wert der Transfereinnahmen hatte auch einen entscheidenden Einfluss auf die Aufwendungen der Vereine, die insgesamt 8,03 Mio. Euro für neue Spieler ausgegeben haben. Das sind 200 Tsd. Euro mehr als in der Vorsaison und 800 Tsd. Euro mehr als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig ist dies das höchste Ergebnis seit der Rekord-Spielzeit 2010/2011, als die Ausgaben 18 Mio. Euro erreichten.
Die Stabilisierung der Ausgaben, die bei 8 Mio. Euro lagen, trotz der Tatsache, dass die Ektraklasa-Vereine mehr Geld zu Verfügung hatten, ist ein Beweis dafür, dass jeder Cent für Verstärkungen mit Überlegung ausgeben wurde, ohne die Vereinskasse zu belasten. Die erwirtschafteten Einnahmen aus den verkauften Spielern fließen in die Aufrechterhaltung der Struktur – so Paweł Zaczyński, Manager in Grant Thornton.
Spitzenreiter aus Warschau
Der Verein mit den höchsten Einnahmen in der Saison 2016/2017 ist der (noch) amtierende Meister. Legia Warschau verkaufte im Sommer und im Winter Spieler für insgesamt 14 Mio. Euro, was einem Anteil von 41,7% an allen Transfers in der Liga gleichzustellen ist. Platz zwei ging in dieser Statistik an Lech Posen, dem die Abgänge 6,07 Mio. Euro bescherten. Cracovia Krakau schaffte es auf den dritten Rang, vor allem durch den Wechsel von Bartosz Kapustka, für den Leicester City 5 Mio. Euro zahlte.
Legia ist auch der Verein mit den höchsten Ausgaben. 2016/2017 hat der Meister für 4,5 Mio. Euro seinen Kader verstärkt. Umgerechnet stellt dies einen Anteil von 56% von allen Ausgaben für Neuverpflichtungen in der Liga dar. Zagłębie Lubin verpflichtete neue Spieler im Wert von 1,05 Mio. Euro und Cracovia, die es wieder einmal aufs Treppchen schaffte für 895 Tsd. Euro.
Legia konnte aktiv den Transfermarkt angreifen, vor allem durch hohe Einnahmen aus den verkauften Spielern und durch die Qualifikation für die Gruppenphase der CL, wofür man von der UEFA über 20 Mio. Euro bekommt – so Jan Letkiewicz.
Der Bericht Transfers in der Ekstraklasa wird alljährlich von den Beratungsunternehmen Grand Thornton vorbereitet. Die diesjährige Ausgabe wurde anhand der Daten, die von Transfermarkt.de veröffentlicht wurden vorbereiten. Die auf dem Branchenportal veröffentlichten Transfersummen enthalten keine Zusatzkosten, wie Prämien für die Unterzeichnung des Vertrags sowie Beraterprovisionen.