Händler klagen über den Touristenmangel in einem der beliebtesten Urlaubsziele in Polen. Normalerweise ist die Stadt voll von Touristen. Dieses Jahr sieht man leere Straßen. Schuld ist die Inflation.
Kein Glücksjahr für die Unternehmer
“Das ist eine echte Krise. In Schreiberhau (Szklarska Poręba) sieht man deutlich weniger Touristen als in den vergangenen Jahren. Und wenn sie schon kommen, dann nicht unbedingt, um etwas zu kaufen”, klagen die lokalen Verkäufer.
Die Touristen selbst bemerken auch den Unterschied. “Hier wimmelte es immer von Menschen! Letztes Jahr standen wir anderthalb Stunden in der Schlange zum Kamieńczyk-Bach. Und in diesem Jahr? Ruhe”, sagt ein Mann, der gerade den Wanderweg betritt.
Eine andere Urlauberin meint, dass es in ihrem Hotel vielleicht 10 % der Gästeanzahl, die sonst hier in der Saison übernachten, gibt. “Wir sind geschockt. Dank dessen werden wir hier noch besser behandelt”, scherzt sie.
Die Unternehmer sagen, dass die Branche sehr unter der Krise leidet. Viele Familien haben schon letztes Jahr den sog. “touristischen Gutschein” (poln. Bon turystyczny) ausgenutzt und deswegen verzichten sie in dieser Saison auf Urlaub.
“Die Reservierung muss man nicht mehr so frühzeitig tätigen. Die Leute warten bis zum letzten Moment wegen der Pandemie, Sicherheitsmaßnahmen, dem Krieg in der Ukraine”, sagt Paweł Pędziwik, Hotelldirektor des “Blue Mountain Resorts” in Schreiberhau (Szklarska Poręba).
Die Statistiken sagen, dass 57 % der Einwohner Polens ihre Urlaubspläne geändert und 21 % komplett darauf verzichtet haben.
Sogar die Toiletten sind teurer
Seit 4 Jahren kostete das Benutzen einer öffentlichen Toilette in Danzig (Gdańsk) 2 Zloty. Aber sogar hier hat die Inflation zugeschlagen. Heute darf man seine Bedürfnisse für 4 Zloty erledigen. Die Einwohner und Touristen sind geschockt.
Viele Menschen verstehen den Preisanstieg wegen der Inflation, aber laut anderen ist 4 Zloty für die Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen, einfach zu teuer.
In den Jahren 2018-2020 entstanden am Strand in Danzig (Gdańsk) zwischen Glettkau (Jelitkowo) und Brösen (Brzeźno) 6 moderne Toiletten. Die Investition kostete fast 1 Million Zloty pro Toilette. Die Stadt bekommt für die Pacht nur 64 Tausend Zloty jährlich und muss noch die Wasserrechnung sowie die Angestellten bezahlen.
Internetuser bemerken, dass 4 Zloty für die Toilette gar nicht so viel ist im Vergleich zu einer der Toiletten in Kolberg (Kołobrzeg), wo der Besitzer 10 Zloty für die Nutzung kassiert.
Quelle: innpoland