Ein außergewöhnliches und seltenes Naturereignis zieht derzeit Aufmerksamkeit an der polnischen Ostseeküste auf sich. Am Strand von Mikoszewo / Nickelswalde in der Woiwodschaft Pommern erschienen riesige Eiswälle. Spaziergänger und Touristen reagieren mit Staunen. Selbst Einheimische zeigen sich überrascht.
Viele Bewohner der Region berichten, dass sie derart massive Eisformationen seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben.
Eiswälle bis zu zwei Meter hoch
Am Strand bildeten sich über zwei Meter hohe Wände aus Eis. Fachlich werden sie als Torosse bezeichnet. Umgangssprachlich spricht man von einem Eis-Tsunami. Die Eisformationen erinnern an gefrorene Meereswellen und wirken wie natürliche Skulpturen.
Beobachter beschreiben die Szene als beeindruckend und zugleich ungewöhnlich für die Ostsee.
Wie entstehen Torosse?
Torosse entstehen, wenn eine gefrorene Eisdecke auf dem Meer durch Temperaturschwankungen aufbricht. Starker Wind, Wellen und Meeresströmungen drücken die Eisschollen anschließend bis an die Küste. Dort schieben sie sich übereinander und türmen sich zu hohen Eisbergen auf.
Dieses Phänomen tritt nur unter besonderen Wetterbedingungen auf und gilt als äußerst selten.
Bilder sorgen für große Aufmerksamkeit im Netz
Aktuelle Fotos und Videos wurden im Internet veröffentlicht. Sie stammen unter anderem vom Profil “Hello Mierzeja”. Die Aufnahmen zeigen die Eiswälle kurz nach ihrer Entstehung.
In den sozialen Netzwerken lösen die Bilder eine große Resonanz aus. Tausende Reaktionen und zahlreiche Kommentare erschienen unter den Beiträgen.
Touristen reisen nach Mikoszewo / Nickelswalde
Der Ort Mikoszewo / Nickelswalde erlebt derzeit einen starken Besucherandrang. Viele Menschen wollen das Naturereignis mit eigenen Augen sehen. Das Interesse wächst täglich.
Internetnutzer kommentieren das Geschehen als beeindruckend und selten. Mehrfach wird betont, dass die Natur zugleich schön und gefährlich sein kann.
Erinnerungen an extreme Winter
In den vergangenen Tagen zeigte sich der Winter in Polen von mehreren außergewöhnlichen Seiten. Beobachtet wurden Polarlichter, Temperaturen bis zu minus 14 Grad Celsius und nun auch Torosse an der Küste.
Vergleiche werden mit früheren Extremwintern gezogen. Einige erinnern sich an ähnliche Eislandschaften während des sogenannten Jahrhundertswinters im Februar 1979 in Pobierowo / Poberow.
Seltenes Schauspiel an der Ostsee
Experten und Beobachter sind sich einig: Ein derartiges Eisphänomen ist an der Ostsee nur sehr selten zu sehen. Die Eiswälle verdeutlichen die Kraft des Meeres und die Dynamik der Natur.
Für viele bleibt dieser Anblick ein einmaliges Erlebnis.
Quelle: fakt
Foto: facebook / Hello Mierzeja