Historischer Moment: Neue Mega-Fähre „Jantar Unity“ geht an den Start (Fotos)

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Die neueste und modernste polnische Fähre, die „Jantar Unity“, ist am Samstag in Szczecin / Stettin feierlich getauft worden. Die Zeremonie fand am Kai an der Hakenterrasse statt. Den Namen verlieh die Taufpatin Miłosława Błaszyk-Zjawińska, Direktorin für Management bei der Polnischen Reederei PŻM.

Nach der traditionellen Formel „Fahre über die Meere und Ozeane der Welt“ zerschellte die Champagnerflasche an der Bordwand. In der Seefahrt gilt dies als gutes Omen. Damit galt die Fähre offiziell als getauft. Bereits am Dienstag startet sie zu ihrer ersten Fahrt von Świnoujście /Swinemünde aus.

Großes Interesse an historischer Zeremonie in Szczecin / Stettin

Zur ersten Schiffstaufe in Szczecin / Stettin seit mehreren Jahrzehnten kamen Tausende von Menschen. Besucher reisten aus ganz Europa an. Die Uferbereiche, die Treppen der Hakenterrasse sowie die Straßen rund um das Woiwodschaftsamt und die Maritime Hochschule waren dicht gefüllt.

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Ein Schiff dieser Größe hatte Szczecin / Stettin zuletzt im Jahr 1945 angelaufen. Das Ereignis galt daher als historisch.

Technische Daten und Dimensionen der „Jantar Unity“

Die „Jantar Unity“ zählt zu den größten Fähren auf der Ostsee. Das Schiff ist fast 200 Meter lang und über 30 Meter breit. Auf drei Ladedecks finden bis zu 70 LKW Platz. Hintereinander aufgereiht, würden sie eine Strecke von rund vier Kilometern einnehmen.

Insgesamt verfügt die Fähre über acht Decks. Drei davon dienen dem Frachttransport.

Hotelstandard, Serviceangebote und Besatzung

Ein weiteres Deck ist dem Hotelbereich für Fahrer gewidmet. Dieser entspricht dem Vier-Sterne-Standard. An Bord befinden sich 200 Zweibettkabinen, darunter vier barrierefreie Kabinen sowie zwei für Reisende mit Haustieren.

Zusätzlich stehen ein Duty-Free-Shop, ein Café, eine Cocktailbar, eine Cafeteria sowie ein Kinderbereich zur Verfügung. Die Besatzung umfasst pro Schicht rund 50 Personen.

Vollautomatisierte Navigation und modernes Manövrieren der Fähre

Die Brücke unterscheidet sich deutlich von klassischen Steuerständen. Die Fähre ist vollständig automatisiert. Das Steuersystem ähnelt einer Konsole. Zentrale Elemente sind mehrere große Bildschirme.

Bei präzisen Manövern, insbesondere beim An- und Ablegen, befindet sich der Kapitän nicht am Steuerpult, sondern auf der dem Kai zugewandten Seite. Dort überwacht er den Abstand zum Ufer.

Die Fähre kann sich parallel vom Kai lösen. Auf offener See übernimmt ein Autopilot die Steuerung.

Route nach Schweden und Antrieb mit LNG

Die „Jantar Unity“ wird regelmäßig zwischen Świnoujście / Swinemünde und Trelleborg in Schweden verkehren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt 19 Knoten. Die Überfahrt dauert rund 6,5 Stunden.

Angetrieben wird das Schiff von vier LNG-Motoren. Diese werden durch ein Batteriesystem in hybrider Konfiguration unterstützt. Die Betankung mit verflüssigtem Erdgas erfolgt in Świnoujście / Swinemünde.

Bau in Polen und großes Investitionsprojekt

Gebaut wurde die Fähre von der Danziger Werft Remontowa Holding. Die Ausstattung stammt von polnischen Unternehmen. Insgesamt arbeiteten rund 10.000 Menschen an dem Projekt.

Die „Jantar Unity“ ist die erste von drei neuen Fähren, die derzeit in Polen entstehen. Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf etwa 1,3 Milliarden Zloty. Die zweite Fähre mit dem Namen „Bursztyn“ soll in rund sechs Monaten vom Stapel laufen.

Regierung sieht strategische Investition in die Zukunft

Der Staatssekretär im polnischen Infrastrukturministerium, Arkadiusz Marchewka, bezeichnete die „Jantar Unity“ als modernste Fähre auf der Ostsee. Polen investiere mutig in seine maritime Zukunft. Ziel sei es, den Fährmarkt schrittweise für polnische Reedereien zurückzugewinnen.

Zudem erinnerte Marchewka an die Konsolidierung der Branche. Im vergangenen Jahr wurden die Reedereien Unity Line und Polferries unter der gemeinsamen Marke Polsca zusammengeführt, um interne Konkurrenz zu vermeiden. Der Name verbindet Polen und Skandinavien.

Parallel dazu laufen Arbeiten zur Wiederbelebung der polnischen Flagge in der Seeschifffahrt.

Schwierige Anfänge und aktueller Stand des Programms

Der aus Szczecin / Stettin stammende Minister räumte ein, dass das Projekt zeitweise gefährdet war. Zahlreiche Schwierigkeiten mussten überwunden werden. Andernfalls hätte das Vorhaben ähnlich enden können wie eine bis heute vor sich hin rostende Schiffskielanlage in der Stettiner Werft.

Symbolisch verwies Marchewka auf den Hammer, mit dem der damalige Premierminister Mateusz Morawiecki einst den Start des Fährprogramms markierte. Damals blieb das Projekt ohne Ergebnis.

Heute ist die Situation anders. Eine Fähre ist bereits kommerziell im Einsatz. Die „Bursztyn“ soll in der zweiten Jahreshälfte nach Skandinavien fahren. Die dritte Einheit befindet sich im Bau.

Quelle: gs24

Foto: facebook / Szczecin Floating Garden

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