Eine der unterschätzten Perlen Kleinpolens bietet den Besuchern bald mehr. Sie erhalten Zugang zu Orten, die bisher von Geheimnissen umgeben waren und die niemand betreten konnte. Das erwartet die Gäste.
In einer ruhigen und grünen Gegend im südwestlichen Teil von Krakau/Kraków, genauer gesagt in Tyniec, steht ein altes Kloster. Viele betrachten es als das älteste Kloster des Landes. Es liegt auf einem Kalksteinhügel und beeindruckt durch seine monumentale Architektur. Zugleich umgeben es dichte Wälder, die ruhig dahin fließende Weichsel sowie zahlreiche Spazierwege. All das zieht Touristinnen und Touristen an. Nun entsteht vor Ort eine neue Möglichkeit, denn die Besucher erkunden etwas, das für einen leichten Nervenkitzel sorgt.
Neue Attraktion im ältesten Kloster
Es geht um die Benediktinerabtei, die seit Langem für Besichtigungen offen steht. Sie dient nicht nur als bedeutendes religiöses, kulturelles und politisches Zentrum, sondern auch als touristischer Anziehungspunkt. Schon bald können Interessierte erstmals die bislang unzugänglichen Untergeschosse des Gebäudes betreten. Eine völlig neue Route öffnet sich. Diese führt durch den Bereich des archäologischen Schutzreservats. So können nun nicht mehr nur Fachleute und Wissenschaftler ihre Geheimnisse kennenlernen.
Der Rundgang führt zwischen den Relikten der Mauern der romanischen Basilika entlang. Während der Führung sehen die Gäste unter anderem die Fundamente der ältesten Kirche. Außerdem sehen sie Spuren früherer Bebauung sowie Überreste von Räumen, die noch aus der Zeit der ersten Benediktiner an der Weichsel stammen. Dieser Ort vermittelt Wissen darüber, wie sich Bautechniken im Laufe der Jahre veränderten. Zugleich zeigt er ein Bild der architektonischen Entwicklung.
„Das ist ein sehr gutes Beispiel für diese sehr frühe und zu einem großen Teil gut erhaltene Architektur, nicht nur im Maßstab von Krakau, sondern auch im Maßstab von Polen“, kommentierte Bruder Dr. habil. Michał Gronowski, der Denkmalpfleger der Abtei in Tyniec.
Interessierte betreten den Bereich gemeinsam mit einem Guide im Rahmen eines regulären Eintrittstickets für das Kloster. Sie müssen jedoch noch etwas Geduld mitbringen, denn vor Ort laufen die letzten Vorbereitungen für die offizielle Eröffnung, die im Februar stattfinden soll. In Zukunft gestaltet sich der Besuch noch attraktiver. Die neue Route bildet einen Teil eines größeren Projekts. Es handelt sich um eine Strecke, welche die Untergeschosse, den Innenhof sowie den Klostergarten verbindet und bis zum heutigen Museum führt. Die Verantwortlichen planen die Umsetzung bis 2029.
Die Benediktinerabtei in Tyniec. Das sollte man wissen
Das Kloster in Tyniec stellt ein außergewöhnliches Denkmal dar, das Besucher schon anzog, noch bevor die geheimnisvollen Untergeschosse geöffnet wurden. Es gilt als eine Perle, die Stile vieler Epochen verbindet, darunter die romanische, die gotische, die Renaissance- und die Barockarchitektur. Zugleich fehlen moderne Akzente nicht, die sich harmonisch mit dem Ganzen verbinden. Interessant ist auch, dass sogar virtuelle Besichtigungen möglich sind. Obwohl vor Ort traditionelle Messen und Gebete stattfinden, gibt es auch einen Museumsbereich, der selbst für nichtreligiöse Gäste offensteht.
Hinter dem Kloster verbirgt sich eine spannende Geschichte. Die Abtei entstand vor etwa tausend Jahren, und Menschen sollen das Gebiet bereits in prähistorischer Zeit besiedelt haben. Das Kloster blieb fast durchgehend in Betrieb, und man renovierte es regelmäßig. Bis heute leben dort Mönche, die man Benediktiner nennt.
Quelle: podroze.wprost
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