Polizeibeamte, die die Gegend rund um den Sankt Annaberg (Góra Świętej Anny) in Südpolen kontrollierten, trafen auf eine unerwartete Situation. Während einer routinemäßigen Verkehrskontrolle bemerkten sie, dass auf dem Beifahrersitz eines angehaltenen Autos ein verletztes Reh lag. Das Tier war mit einer Decke zugedeckt und verhielt sich ruhig.
Frau bringt verletztes Reh selbst zur Polizei
Der Vorfall ereignete sich am Montag, dem 9. März. Eine 45-jährige Frau war auf dem Weg zur Arbeit, als sie ein Reh angefahren hat. Sie hielt an, überprüfte den Zustand des Tieres und stellte fest: Das Reh war verletzt, aber bei Bewusstsein und reagierte auf Reize.
Anstatt auf die Einsatzkräfte zu warten, entschied sich die Fahrerin, das Tier selbst mitzunehmen. Sie hob das Reh vorsichtig auf den Beifahrersitz, deckte es mit einer Decke zu und setzte ihre Fahrt fort. Gleichzeitig informierte sie telefonisch die Polizei und vereinbarte einen Treffpunkt.
Polizei und Tierarzt im Einsatz
Die Beamten, die das Fahrzeug schließlich stoppten, zeigten sich später überrascht über den ungewöhnlichen Anblick. Ein Reh auf dem Beifahrersitz sei selbst für erfahrene Polizisten eine Seltenheit.
Zusätzlich wurde ein Tierarzt hinzugezogen. Nach der Untersuchung stellte sich heraus, dass das Tier keine schweren Verletzungen erlitten hatte. Die Chancen auf eine vollständige Genesung stehen gut.
Polizei warnt vor Risiken
Die Polizei wies jedoch darauf hin, dass der Transport eines wilden Tieres im Auto riskant und potenziell gefährlich ist. Ein gestresstes Reh kann jederzeit unkontrolliert reagieren. Dadurch könnten sowohl die Fahrerin als auch das Tier verletzt werden. Zudem besteht die Gefahr eines Verkehrsunfalls.
Die Frau erklärte, sie habe aus Emotionen heraus gehandelt und die möglichen Konsequenzen nicht bedacht.
Die Polizei beließ es bei einer Verwarnung. Die Fahrerin erklärte, künftig in ähnlichen Situationen am Unfallort zu bleiben und auf professionelle Hilfe zu warten.
Die Behörden betonen, dass Polizei, Feuerwehr oder speziell geschulte Rettungskräfte besser auf den Umgang mit verletzten Wildtieren vorbereitet sind.
Quelle: onet
Foto: facebook / Policja Strzelce Op.