Die polnische Tatra wird zunehmend auch international als Reiseziel wahrgenommen. Eine Journalistin der BBC hat die Region rund um Zakopane besucht und war von der Landschaft, den Preisen und der Nähe zur Natur beeindruckt. Besonders das Meerauge hinterließ bei ihr einen bleibenden Eindruck.
Polen ist für viele internationale Reisende längst mehr als ein Ziel für Städtereisen. Auch die Bergregionen des Landes bekommen zunehmend Aufmerksamkeit. Die BBC-Journalistin Rebekka Crowe hat die Tatra besucht und dabei insbesondere die Landschaft rund um Zakopane erkundet.
In ihrem Reisebericht beschreibt sie die polnischen Berge als eine mögliche Alternative zu bekannten Alpenregionen. Atemberaubende Berglandschaften, spektakuläre Höhlensysteme, Wintersportorte und vergleichsweise niedrige Preise machten die Region für sie besonders interessant.
Zakopane als Ausgangspunkt für die Reise
Crowe reiste in die Tatra, um den 30. Geburtstag eines Freundes zu feiern. Gesucht wurde ein Reiseziel, das Naturerlebnisse bietet und gleichzeitig das Budget einer größeren Gruppe nicht zu stark belastet.
Die Wahl fiel auf Zakopane, den bekannten Ferienort direkt am Rande des Tatra-Nationalparks. Die Stadt gilt als wichtiger Ausgangspunkt für Ausflüge in die polnische Tatra und bietet zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.
Auch die Anbindung an die Wandergebiete spielte für die Reisegruppe eine wichtige Rolle. Mit günstigen Kleinbussen konnten die Urlauber verschiedene Ausgangspunkte erreichen und von dort aus Wälder, Seen und Wasserfälle erkunden.
Besonders gespannt war die Journalistin auf den Aufstieg zum Rysy, dem mit 2499 Metern höchsten Berg Polens.
Pierogi, Kartoffelpuffer und ein gefrorener Bergsee
Nicht nur die Landschaft überzeugte Crowe. Auch die polnische Küche hinterließ bei ihr einen positiven Eindruck.
Besonders angetan war sie von Pierogi mit Oscypek sowie Kartoffelpuffern mit Pilzsauce.
Der Höhepunkt der Reise war für die Journalistin jedoch der Besuch des Meerauges. Mitte April war der Bergsee noch vollständig zugefroren. Crowe beschrieb die winterliche Landschaft rund um das Gewässer als besonders eindrucksvoll.
Der Weg führte durch Wälder, in denen sie Hirsche beobachten konnte. Gleichzeitig teilten sich Wanderer den gut ausgeschilderten, asphaltierten Weg mit Pferdekutschen, die Touristen zum See brachten. Entlang der Strecke entdeckte die Journalistin zudem kleine Lokale, die sie wegen ihrer alpinen Atmosphäre mit Bergregionen in den Alpen verglich.
Lawinengefahr änderte die Reisepläne
Die Reise hatte allerdings auch einen ernsten Moment. Während die Gruppe die verschneiten Berge rund um den gefrorenen See betrachtete, hörte die Journalistin plötzlich das Geräusch von herabfallendem Schnee.
Nach ihren Angaben beobachtete die Gruppe anschließend einen Hubschraubereinsatz zur Rettung von mindestens drei Touristen.
Die Bedingungen führten dazu, dass Crowe und ihre Begleiter ihren ursprünglichen Plan überdachten. Der geplante Aufstieg auf den Rysy gegen Ende der Woche wurde angesichts der wechselhaften Bedingungen aufgegeben.
Für die Journalistin bedeutete die Änderung der Pläne jedoch keineswegs das Ende des gelungenen Aufenthalts.
Wilde Tiere gehören zum Erlebnis in der Tatra
Statt den höchsten Berg Polens zu besteigen, konnte Crowe die Natur der Region genauer beobachten. In ihrem Bericht verweist sie auf die Tierwelt der Tatra und nennt unter anderem Hirsche, Luchse und Bären, die in den Bergen leben.
Auf ihren Wanderungen entdeckte sie zahlreiche Tierspuren im Schnee.
Gerade diese Verbindung aus spektakulären Berglandschaften, Wandermöglichkeiten und wilder Natur macht die Tatra für die BBC-Journalistin zu einem besonderen Reiseziel.
Ihr Bericht zeigt zugleich, warum die polnischen Berge für internationale Reisende zunehmend interessant werden: Wer alpine Landschaften sucht, muss nicht zwangsläufig in die klassischen europäischen Bergregionen reisen. Rund um Zakopane finden sich hohe Berge, Bergseen, Wanderwege und Wintersportorte – und laut Crowes Reisebericht auch ein Preisniveau, das die Region für eine Reise mit kleinem Budget interessant macht.
Quelle: dziennik
Foto: Magnific
