Der Flughafen Breslau investiert erneut in sein Passagierterminal. Ab Februar 2027 sollen moderne CT-Scanner mit einem automatischen Transportsystem für Gepäckwannen zum Einsatz kommen. Dadurch müssen Reisende elektronische Geräte künftig nicht mehr aus dem Handgepäck nehmen. Auch größere Flüssigkeitsbehälter sollen kontrolliert werden können.
Zusätzlich entstehen sieben neue Sicherheitskontrollspuren. Damit soll die Kapazität der Sicherheitszone auf bis zu 2.000 Passagiere pro Stunde steigen.
CT-Scanner sollen die Sicherheitskontrolle vereinfachen
Wie die Leitung des Flughafens in Wrocław / Breslau bei einer Pressekonferenz mitteilte, beginnt im Februar 2027 die Installation der ersten modernen CT-Scanner zusammen mit dem ATRS-System.
Die neue Technik soll die Sicherheitskontrolle für Reisende deutlich vereinfachen. Elektronische Geräte müssen dann nicht mehr aus dem Handgepäck genommen werden. Außerdem können die Scanner größere Flüssigkeitsbehälter kontrollieren. Möglich sollen Behälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu zwei Litern sein.
„Eine dieser Investitionen ist eine, deren Effekt die Passagiere sofort spüren werden. Die neue Technologie wird die Sicherheitskontrolle schneller, einfacher und komfortabler machen“, sagte Karol Przywara, Vorstandsvorsitzender des Flughafens.
Die CT-Scanner arbeiten mit Computertomografie. Sie erstellen ein detailliertes dreidimensionales Bild des Inhalts eines Handgepäckstücks. Das Kontrollpersonal kann dieses Bild drehen und aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchen.
Dadurch lassen sich Gegenstände und möglicherweise gefährliche Substanzen leichter erkennen. Die präzisere Analyse gegenüber herkömmlichen Röntgensystemen soll zudem verhindern, dass Reisende Gegenstände vor der Kontrolle aus dem Koffer oder Rucksack nehmen müssen.
ATRS soll den Gepäckfluss verbessern
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Kontrollspuren ist das ATRS, kurz für „Automated Tray Return System“. Dabei handelt es sich um ein automatisches System für den Transport und die Rückführung der Gepäckwannen.
Nach der Kontrolle transportiert das System leere Wannen automatisch zurück zum Anfang der Kontrollspur. Gepäckstücke, bei denen eine zusätzliche Kontrolle notwendig ist, können zudem automatisch auf eine separate Spur geleitet werden. Damit soll verhindert werden, dass einzelne zusätzliche Kontrollen den Ablauf für andere Reisende blockieren. Die Investition in die neuen Geräte kostet mehr als 30 Millionen Zloty.
„Die neuen Scanner werden die Zahl der Tätigkeiten reduzieren, die der Passagier vor der Kontrolle durchführen muss. Gleichzeitig wird das ATRS den Gepäck- und Wannenfluss verbessern. Dadurch können wir mehr Menschen gleichzeitig abfertigen und gleichzeitig den Komfort der Reisenden erhöhen“, erklärte Dariusz Kowalczyk, Vizepräsident des Flughafens.
Sieben neue Kontrollspuren
Neben den neuen Scannern erweitert der Flughafen auch die Zahl der Sicherheitskontrollspuren. Insgesamt sollen sieben neue Spuren entstehen.
Dadurch soll die Sicherheitszone künftig bis zu 2.000 Passagiere pro Stunde abfertigen können. Derzeit liegt die Kapazität bei rund 1.400 Passagieren pro Stunde. Das entspricht durchschnittlich etwa 200 Reisenden pro Kontrollspur. Nach der Erweiterung sollen auf einer Spur zwischen 280 und 300 Passagiere pro Stunde kontrolliert werden können.
Die ersten CT-Scanner sollen bereits im Februar 2027 in Betrieb genommen werden. Die sieben zusätzlichen Kontrollspuren folgen einige Monate später. Sie sollen spätestens Ende Mai 2027 geöffnet werden.
Der Flughafen kündigte an, die Arbeiten schrittweise durchzuführen. Der laufende Betrieb der Sicherheitskontrollzone soll dadurch nicht beeinträchtigt werden.
Weitere Investitionen am Flughafen Wrocław
Die neuen Sicherheitskontrollen sind nicht die einzige Investition in das Passagierterminal in Wrocław / Breslau. Bereits in der zweiten Augusthälfte unterzeichneten der Woiwode der Woiwodschaft Niederschlesien und die Leitung des Flughafens Wrocław eine Vereinbarung über die Finanzierung neuer automatisierter Grenzkontrollschleusen.
Für 8,4 Millionen Zloty sollen acht bestehende Geräte ersetzt und vier weitere neu angeschafft werden. Die sogenannten ABC-Gates sollen die Grenzkontrolle für Passagiere verbessern, die in den Schengen-Raum ein- oder aus diesem ausreisen.
Die ABC-Gates der vierten Generation arbeiten schneller und effizienter als die bisher eingesetzten Systeme. Sie verfügen über verbesserte Verfahren zur Überprüfung von Reisedokumenten und sind für ein höheres Passagieraufkommen ausgelegt.
Nutzen können die automatisierten Grenzkontrollen Bürger der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweizerischen Eidgenossenschaft, sofern sie über geeignete biometrische Reisedokumente verfügen.
Auch Kinder können die Gates nutzen. Dafür müssen sie mindestens zwölf Jahre alt und mindestens 140 Zentimeter groß sein sowie ein biometrisches Reisedokument besitzen.
Flughafen erwartet erstmals mehr als sechs Millionen Passagiere
Die Investitionen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Flughafen Wrocław / Breslau mit einem Rekordjahr rechnet. Nach den aktuellen Prognosen wird der Flughafen 2026 erstmals in seiner Geschichte mehr als sechs Millionen Passagiere abfertigen. Gleichzeitig gehen die Schätzungen davon aus, dass der Passagierverkehr in den kommenden Jahren weiter dynamisch wachsen wird.
Der Flughafen gehört damit zu den wichtigen Luftverkehrsstandorten Polens. Nach eigenen Berechnungen wickelt er rund 7,5 Prozent des gesamten Passagierverkehrs in Polen ab.
Auch für die regionale Wirtschaft hat der Flughafen eine erhebliche Bedeutung. Nach einem Bericht der Gesellschaft Polskie Porty Lotnicze beträgt die jährliche Wertschöpfung, die der Flughafen Wrocław / Breslau für die Wirtschaft der Stadt und der Region erzeugt, rund 4,4 Milliarden Złoty.
Quelle: wnp
Foto: magnific