Polen hat zunehmend überzeugende Argumente für den Erhalt seiner nationalen Währung und gegen die Einführung des Euro. Darauf wies Finanz- und Wirtschaftsminister Andrzej Domański in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der britischen Zeitung „Financial Times“ hin.
“Die polnische Wirtschaft entwickle sich derzeit deutlich besser als die meisten Volkswirtschaften im Euroraum.“ Das betonte der Minister. Zudem gebe es immer mehr Daten, Studien und Argumente, die für den Verbleib beim polnischen Zloty sprechen.
Nach Angaben des Regierungsvertreters sprechen die guten wirtschaftlichen Ergebnisse des Landes dafür, die nationale Währung vorerst beizubehalten.
Mehrheit gegen den Euro in Polen
Die „Financial Times“ erinnerte daran, dass Ministerpräsident Donald Tusk seine Haltung zur Euro-Einführung im Laufe der Jahre geändert hat. Seit dem Wahlsieg seines politischen Lagers bei den Parlamentswahlen 2023 hat sich der Zloty gegenüber dem Euro aufgewertet. Umfragen zeigen laut der Zeitung, dass die Mehrheit der Polinnen und Polen gegen einen Währungswechsel ist.
Domański stellte klar, dass die öffentliche Meinung zwar den Zloty unterstütze. Die Hauptgründe für das Aussetzen der Arbeiten an einer Euro-Einführung seien jedoch wirtschaftlicher Natur. Sie hätten keinen Bezug zur aktuellen Innenpolitik Polens.
Polen zähle derzeit zu den am dynamischsten wachsenden Volkswirtschaften der Europäischen Union. Deshalb sehe er keinen wesentlichen Grund, auf die eigene Währung zu verzichten.
Euroraum: Regeln und Mitgliedstaaten
Zum Euroraum gehören derzeit 21 Länder. Zuletzt trat nach Angaben des Berichts zu Beginn dieses Jahres Bulgarien bei. Das Land ist seit 2007 Mitglied der EU und trat der Union drei Jahre nach Polen bei.
Die EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Diese betreffen unter anderem Preisstabilität, solide öffentliche Finanzen und stabile Wechselkurse.
Quelle: tvn24
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