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Mittwoch, 21. November 2018
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Foto: Krówka z Milanówka
Foto: Krówka z Milanówka

Die Bewohner Polens naschen diese Süßigkeit schon seit Jahren, und Menschen aus dem Ausland überzeugen sich zu dem sich ziehendem Bonbon immer schneller. Die Rede ist natürlich von der polnischen Leckerei, Krówki, die jeder probieren sollte.

Die Geschichte der Süßigkeit

Krówki wurden von ganzen Generationen von Polen gegessen. Vielen Menschen erlauben die kleinen Bonbons für einen kurzen Moment, in die Vergangenheit zurückzukehren, was dank der formbeständigen Rezeptur möglich ist. Krówki sind nämlich Süßigkeiten, die aus Milch, Zucker und Butter gemacht werden. Diese simple Rezeptur ermöglichte die Produktion der Bonbons sogar in schwierigen Zeiten, mit den fast die ganze Geschichte der Kuhbonbons verbunden ist. Ihr „Vater“ war Feliks Pomorski - das zehnte Kind in der Familie, weswegen es für ihn zu Hause öfters keine Arbeit gab. Auf Einladung seines Onkels fuhr er also nach Schytomyr/Żytomierz, wo er die Zuckerbäckerkunst erlernte. Er war jedoch nicht der Erfinder der von uns geliebten Süßigkeit. Pomorski lernte Krówki vor Ort kennen. Die Rezeptur selbst kommt aus dem Osten. Als er alles Nötige gelernt hatte, starb sein Onkel und er erbte sein Miethaus, das er verkaufte und dann nach Posen/ Poznań zurückkam. Dort eröffnete Pomorski im Jahr 1921 eine Süßigkeitenfirma, in der man fast 200 Bonbonsorten produzierte. Das Kuhbonbon hatte jedoch immer einen festen Platz im Angebot von Pomorski. Von Anfang an befand sich auf der Verpackung der Leckerei eine Kuh, weil die Hauptzutat Milch ist. Bereits nach kurzer Zeit fing man an, die Bonbons Krówki, also Kühe zu nennen, was bis heute unverändert blieb.

 

 

Die Firma entwickelte sich immer schneller und beschäftigte ungefähr 40 Menschen. Mit dem Anfang des Zweiten Weltkrieges, kamen jedoch Nazis nach Posen/ Poznań, die der Pomorski-Familie befohlen haben, die Fabrik zu verlassen. Einige Zeit suchten sie einen Platz, wo sie weiterleben konnten und schließlich zogen sie nach Milanówek bei Warszawa/ Warschau um. Hier produzierte Pomorski seine Kuhbonbons weiter. Weil es jedoch an Produkten fehlte, war dies die einzige Süßigkeit, die er herstellte. Denn Milch und Zucker konnte man fast immer besorgen.

In den 40er Jahren fiel auf die Familie jedoch ein weiteres Unglück - in der Fabrik brach Feuer aus. Nach dem Kriegsende hat die Regierung Pomorski jedoch versprochen, wenn er die Fabrik wieder aufbaut und Arbeitsplätze schafft, die Firma nicht verstaatlicht wird. Dieses Versprechen hat die Regierung jedoch nicht gehalten und schließlich im Jahr 1952 wurde das Familienunternehmen verstaatlicht. Für Feliks Pomorski war es eine wahre Tragödie. Als er die traurige Neuigkeit hörte, hat er angeblich nur seinen Gehstock genommen und ist nach Hause gegangen. Doch der Vater der Kuhbonbons hat nicht aufgegeben und produzierte die Leckereien weiter in einem Schrebergarten, den er für seine Frau kaufte. Seine Krówki waren ein wahrer Verkaufshit, weil sie einfach besser schmeckten, als die in dem verstaatlichten Unternehmen massenweise produzierten Süßigkeiten. Im Jahr 1963 starb Feliks Pomorski, das Familienunternehmen übernahm dann sein Sohn Leszek, der auch die Zuckerbäckerkunst erlernte. Leszek hat die Firma immer weiterentwickelt, er war jedoch so sehr an alles in der Fabrik gebunden, dass die Einführung jeglicher Veränderungen für seine Ehefrau und Stieftochter, Konstancja Dołęga-Dołęgowska sehr schwierig war. Sehr interessant ist auch, dass Leszek Pomorski zwar die Kuhbonbons produzierte, doch er selbst aß sie nicht. Nach einiger Zeit erlaubte er Schulausflüge in der Fabrik zu organisieren. Während dieser Führungen konnten die Kinder den Prozess der Produktion der berühmten Süßigkeit hautnah erleben. Solche Ausflüge finden in der Firma von Konstancja Dołęga-Dołęgowska immer noch statt. Nach dem Tod von Leszek Pomorski übernahm sein Sohn, Piotr Pomorski und die Stieftochter das Unternehmen. Ihre Wege haben sich jedoch im Jahr 2007 getrennt. Piotr führt das Familienunternehmen immer noch, während Konstancja ihre eigene Firma gründete, wo die Kuhbonbons immer noch nach derselben Rezeptur hergestellt werden. Ihr Unternehmen ist jedoch hauptsächlich auf Werbebonbons konzentriert.

Kuhbonbons - ideale Werbung für alle

Werbekuhbonbons waren die Idee von Konstancja Dołęga-Dołęgowska. Schon immer wollte sie die Verpackungen der Süßigkeiten farbiger und zum Kauf anregender gestalten, doch ihr Stiefvater wollte nichts verändern. Die Produktion der Leckerei für andere Firmen ermöglichte ihr also die Erfüllung ihrer Träume. Alles fing mit ein paar Pharmaunternehmen an, und aktuell kann man Krówki von Dołęga-Dołegowska in vielen Unternehmen finden oder sogar einige für die eigene Feier bestellen. Sie musste auch nicht nach Kunden suchen, nach kurzer Zeit meldeten sie sich von alleine.

Werbekuhbonbons sind ein Bereich, der sich in Polen sehr schnell entwickelt, er wird nämlich mit einer guten Form der Werbung assoziiert. Viele Unternehmen entscheiden sich für den Kauf dieser Süßigkeit, von kleinen Firmen angefangen bis zu großen Autokonzernen. Sogar manche Kirchen verteilen Kuhbonbons mit dem Abbild von verschiedenen Heiligen auf der Verpackung. Dieser Sektor entwickelte sich so stark, dass man aktuell viele verschiedene Unternehmen finden kann, die Werbekuhbonbons nicht nur für Firmen, sondern auch für verschiedene Anlässe, wie Hochzeiten verkaufen. Jeder kann sich Krówki mit dem eigenen Verpackungsprojekt bestellen.

Man kann sich fragen, wer hier die bessere Werbung hat. Das Unternehmen, das die Kuhbonbons kauft oder die Firma, die sie verkauft? Dołęga-Dołęgowska überzeugt, dass die Firma, deren Logo auf der Verpackung zu sehen ist, den größten Nutzen davon hat. Die Kunden schätzen nämlich die nette Geste und die gute Qualität der Süßigkeiten.

In den meisten Unternehmen werden die Kuhbonbons jedoch nicht von Hand produziert, sondern maschinell. Man gibt auch viele unnötige Zutaten dazu, wie z.B. Geschmacksverstärker. Die Qualität der Süßigkeit lässt sich einfach prüfen. Erstens sollte man die Zahl der Bestandteile auf dem Etikett beachten. Zweitens ist die Farbe und Konsistenz der Kuhbonbons wichtig. Je dunkler die Süßigkeit, desto besser. Das heißt, dass die Masse lange gekocht wurde. Wenn Krówki an den Rändern durchsichtig werden, haben sie zu viel Zucker. Über die Ziehbarkeit der Süßigkeit zeugen das Herstellungsdatum und die Aufbewahrungsweise. Die Kuhbonbons kann man bis zu 3 Monaten aufbewahren. Natürlich sind sie am Anfang noch sehr ziehend, erst mit der Zeit fängt der Zucker sich zu kristallisieren, weswegen die Süßigkeit außen mürbe und innen fast flüssig wird.

Laut Konstancja Dołęga-Dołęgowska entsteht das ideale Kuhbonbon aus Produkten höchster Qualität im Prozess, während dessen die Masse in einer bestimmten Temperatur genug lang gekocht wird. Ihr Unternehmen arbeitet seit Jahren mit Zulieferern zusammen, die geprüfte Produkte anbieten. Um also auf keinen Ramsch zu treffen, sollte man Krówki von Unternehmen kaufen, die auf die Qualität und nicht Quantität setzen. Der Preis wird zwar etwas höher sein, doch die Süßigkeit umso leckerer.

Heutzutage kann man sogar sagen, dass die Kuhbonbons zur Nationalsüßigkeit Polens ernannt wurden. Hin und wieder bestellt das Verteidigungsministerium der Republik Polen ungeheuer große Mengen an Werbekuhbonbons. Sie werden im Ausland an Gäste verschenkt, um für das Land zu werben oder zum Anlass von Nationalfeiertagen. Ein Teil der produzierten Süßigkeiten wird auch exportiert. Die Unternehmen senden Krówki nicht nur nach Europa, auch in arabischen Ländern gewinnen sie immer mehr an Popularität. Die Firma Wawel hat sich sogar bemüht, das Halal-Zertifikat zu bekommen. Krówki sorgen also fast auf der ganzen Welt für Furore. Nur in Indien haben Produzenten der Süßigkeit Probleme mit der Vermarktung. Der Name des Bonbons und die Kuh auf der Verpackung entmutigen die Bewohner Indiens vom Kauf. Im Land ist die Kuh mit besonderer Hochachtung umgeben, weswegen ihre Darstellung auf Bonbonverpackungen nicht gut von den Indern angenommen wird. Obwohl die Süßigkeit so populär in anderen Ländern ist, werden die meisten Kuhbonbons in Polen verkauft.


Foto: Krówka z Milanówka

Krówki zum selbermachen

Weil die originelle Rezeptur aus so wenigen Zutaten besteht, entscheiden sich manche Menschen die fertigen Bonbons nicht zu kaufen, sondern selber zu machen. Kondensmilch (300 ml), Zucker (¾ Glas), Butter (80 g) und Vanillezucker (1 Löffel) soll man in einen Topf schütten und mindestens eine Stunde kochen. Die Masse muss immer wieder umgerührt werden. Wenn sie sich verdichtet, wird sie auf ein eingefettetes Blech ausgegossen. Die verhärtete Masse kann man in Stücke schneiden und den Gästen servieren. Sie werden von der sich ziehenden Süßigkeit bestimmt begeistert sein.

Bei Betrieben sieht die Produktion ähnlich aus, nur die Skala verändert sich. Alle Zutaten werden in einen riesigen Kessel eingeschüttet und dann mehrere Stunden gekocht. Wenn die Masse dann fertig ist, wird sie auf ein großes Blech ausgegossen, wo sie abkühlt und verdichten muss. Am Ende wird sie maschinell oder per Hand geschnitten. Wenn es auf die erste Weise erfolgt, sind die Kuhbonbons härter und mürber. Das manuelle Schneiden und Verpacken versichert die berühmte Ziehbarkeit der Kuhbonbons.

Obwohl viele Polen die Süßigkeit lieben, können die Unternehmen nicht mehr davon produzieren. Kleine Firmen, die auf die Qualität ihrer Produkte achten, verpacken die Bonbons von Hand, doch kaum jemand will dies heutzutage machen. Die Unternehmen produzieren also so wenig, weil es keine Möglichkeit gibt, die Zahl der verpackten Krówki zu steigern, ohne einen Qualitätsrückgang zu riskieren. Dazu kommt noch die Konkurrenz auf dem Kuhbonbonmarkt. Dołęga-Dołęgowska glaubt jedoch, dass Konsumenten Produkte besserer Qualität wählen. Ihr Bewusstsein über die Produktionsprozesse und Zutatenzahl wächst nämlich von Jahr zu Jahr.

 

 

Neue Versionen der Kuhbonbons

Trotz allem geht’s den Kuhbonbons in Polen gut und Produzenten fangen an, neue Geschmackssorten zu erfinden. Nicht viele Unternehmen produzieren nur die klassische Version der Süßigkeit. In traditionellen Geschäften und im Internet kann man also Schokoladen-, Rum-, Chili-, Backobst mit Nüssen-, Moosbeeren-, Mintschokoladen-Krówki und viele andere finden. Es werden auch immer neuere Sorten auf den Markt gebracht, doch im Angebot bleiben nur die, die den Kunden schmecken.

Obwohl die Unternehmen sehr kreativ bei dem Ausdenken neuer Geschmackssorten sind, erfreuen sich die traditionellen Kuhbonbons der größten Beliebtheit. Die Molkereigenossenschaft OSM Opatów veranstaltet sogar seit 2013 den alljährlichen Krówki-Feiertag (Święto Krówki Opatowskiej). Während der Feierlichkeiten kann jeder hautnah erleben, wie die Kuhbonbons geschnitten und verpackt werden, sowie auch an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen. Natürlich fehlt es nicht an vielen anderen Süßigkeiten zum Probieren. Während der Veranstaltung warten auf die Besucher viele Attraktionen und Auftritte. Krówki aus Opatów, wie auch aus Szczecin, haben es sogar ins Register der Traditionellen Lebensmittel des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung geschafft.

Beste Kuhbonbons

Die Polen sind verrückt nach Krówki und das ist auch nicht gerade überraschend. Gemäß Dołęga-Dołęgowska kehrten die Konsumenten zu den Kuhbonbons zurück, nachdem sie sich in den 90er Jahren für bunte Süßigkeitsverpackungen begeisterten. Leider fällt es nicht schwer versehentlich Krówki zu kaufen, die mit der originellen Rezeptur nicht viel zu tun haben. Es lohnt sich also zu prüfen, wie und woraus die Bonbons produziert wurden. Maschinell produzierte Kuhbonbons sind sehr oft eine schwache Imitation von echten Krówki, die einen charakteristischen Geschmack haben. Die Besten sind von außen mürbe und innen haben sie einen fast flüssigen Tropfen. Leider kann man nicht immer anhand der Verpackung einschätzen, ob das Kuhbonbon so ist, wie er sein soll. Sicher ist jedoch, dass man in Polen kaum jemanden finden kann, der die ausdehnbare Süßigkeit nicht liebt. Das Land an der Weichsel hat mit Sicherheit die süßesten Kühe der Welt. 

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