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Mittwoch, 21. November 2018
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Foto: On Lemon
Foto: On Lemon

Am Anfang hatte jeder von ihnen nur 500 Zloty in der Tasche. Heute exportieren sie ihre Limonade in 14 Länder. Kann man mit Limonade Kohle machen? Wird On Lemon zur polnischen Coca-Cola?

Die Firma aus Katowice / Kattowitz lieferte Schlagzeilen durch den Rechtsstreit mit der Witwe von John Lennon, doch ihre Getränke sorgten schon viel früher für Aufsehen. Wie wurde die Limonade von On Lemon zum echten Phänomen? Die Antwort auf diese Frage führte mich in die Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien, wo sich an der Porcelanowa-Straße der Firmensitz befindet. Früher war hier die Giesche-Porzellanfabrik und später die Schlesische Porzellanfabrik (Fabryka Porcelany Śląskiej). Ein Platz, der für Aufsehen und Interesse sorgt, genauso wie die Geschichte der Firma von Daniel Hozumbek und Robert Orszulak. 

Von der Idee zum Erfolg

Alles begann noch in der Zeit, als der polnische Getränkemarkt durch große Getränkeunternehmen monopolisiert war. “Bei einem Festival, haben wir ein Alternativgetränk bemerkt. Die sprichwörtliche Glühbirne ging an und dann ging es schon sehr schnell,” erinnert sich Daniel Hozumbek. Für den Erfolg musste er zusammen mit seinem Geschäftspartner einige Jahre arbeiten. Die ersten Sporen verdienten sie sich mit dem Vertrieb von Fritz-Kola auf dem polnischen Markt. “Wir wollten damals den Markt kennenlernen, denn weder ich, noch mein Geschäftspartner hatten früher Erfahrungen oder Kontakte in diesem Bereich gesammelt” - fügt er hinzu. Mit der eigenen Marke gelang der Durchbruch bereits 2012. Damals wurde Yerbata auf dem Markt gebracht. “2013 gab es bereits die Rhabarber-Limonade John Lemon, später haben wir unser Angebot nur ausgebaut,” so Robert Orszulak.

 

 

Wie ist es den Unternehmern gelungen, die Konsumenten für sich zu gewinnen? Anfangs knüpften die Limonadensorten an… alten schlesischen Kompotts an. “Wir hatten die Idee, dass wir die alten, ein wenig in Vergessenheit geratenen Geschmäcke unter junge Leute verbreiten. Oftmals ist es so, dass die Jugend diese nicht kennt,” so Daniel Hozumbek. “Alles begann mit Rhabarber. Das war unsere erste Obst-Sorte. Nun gibt es auch Pflaumen- und Johannisbeerlimonade und seit kurzem auch Stachelbeerlimonade. Wir sind jedoch offen auch gegenüber neuen Sorten und Geschmackserfahrungen,” fügt Robert Orszulak hinzu. Nicht ohne Grund, denn bekanntlich bringt der Markt alles auf den Prüfstein und gar erzwingt das eine oder andere. “Unser Kunde ist ein bewusster Konsument und dieser greift gerne auch nach Klassikern. So haben wir auch Kola in der Produktpalette. Früher hatten wir sie nicht, weshalb wir immer etwas auf die Ohren gekriegt haben,” erklärt Hozumbek. So wurden ins Angebot neben alten Kompott-Sorten auch solche, wie Limette, Apfelsine oder die angesprochene Kola aufgenommen. Was haben sie jedoch gemeinsam? “Es mag ein wenig nach einer egoistischen Herangehensweise klingen, aber alle Rezepturen machen wir nach unserem Geschmack. Wir haben keine Testpersonen, wir machen auch keine Marktforschung. Wenn mir etwas schmeckt, wenn etwas Robert schmeckt, dann treffen wir auf dieser Grundlage Entscheidungen” - verrät Hozumbek.

Die Geschäftsführer arbeiteten nicht nur an neuen Sorten, sie nehmen auch aktiv am Produktionsprozess teil. “Wir wählen die Früchte oder das Gemüse, beobachten die Produktion, kommen aufs Lager. Wir beteiligen uns auch am Verkauf und an Events” - zählt Orszulak auf und fügt gleich hinzu, dass neue Sorten und eine neue Produktionslinie bereits vorbereitet werden.

Wir können reinen Gewissens sagen, dass wir unsere Getränke tagtäglich trinken können und dies keinen Einfluss auf unsere Gesundheit nimmt. Wenn wir jemanden anderen darauf ansprechen, dann bekommen wir entweder keine Antwort oder ein langes Nachdenken und Zaudern.

- Robert Orszulak

 

Kostbare Qualität 

Auf der Flasche, die mit dem On Lemon-Logo signiert ist, finden wir die Information, dass die Limonade glutenfrei und vegan sei. Noch interessanter ist die Tatsache, dass alle Materialien, die durch das Unternehmen genutzt werden also Glas, Papier und Karton umweltfreundlich sind und recycelt werden können. Daniel Hozumbek und Robert Orszulak versichern, dass dies von Anfang an die Idee war. “Es war nicht so, dass uns der Markt dazu gezwungen hat. Nein. Wir haben uns gleich am Anfang gesagt, dass wir zu dieser Bewegung, diesem Trend angehören wollen. Das hat meiner Meinung nach einen hohen Wert. Ich schätze Unternehmen, die authentisch und ehrlich sind. Unbescheiden muss ich sagen, dass wir auch so eine Firma sein wollen und alles dafür tun”, erklärt Daniel Hozumbek. Dazu passend ist auch die Herangehensweise zum Marketing, denn für Werbung wird in der Firma kein Geld ausgegeben. “Wir wollen eine etwas andere Beziehung mit dem Kunden, eine partnerschaftliche Beziehung. Wir wollen nur bei coolen Events dabei sein, dabei handeln wir sehr zielgerichtet. Wir wollen nicht überall hineindrängen und in jedem Lokal präsent sein”, sagt Hozumbek. “On Lemon soll dort sein, wo auch die Qualität ist. Unsere Limonaden sind von der Qualität hochwertig, deswegen kommt immer die Frage nach dem Preis. Wir sind jedoch überzeugt, dass man für ein gutes Produkt auch eine entsprechende Summe zahlen muss. Klar - man kann mit einem Mercedes oder einen alten Trabbi fahren, beides sind Autos, aber es gibt trotzdem einen Unterschied,” fügt er hinzu.


Foto: On Lemon

Mit der Herangehensweise zum Geschäft hat On Lemon ins sprichwörtliche Schwarze getroffen. Das bestätigt auch die Tatsache, dass das Kattowitzer Unternehmen für viele eine Inspiration war. Interessant - am Beispiel von On Lemon versuchen mit Limonade und breit aufgefassten Getränken nicht nur kleine Firmen Geld zu verdienen, sondern auch die ganz großen Player auf dem Markt. “Große Konzerne betrachten uns als Konkurrenz, was einfach falsch ist. Wir sind nur eine Alternative zu ihren Produkten und nie und nimmer wollten wir mit ihnen zum Wettkampf antreten” - bemerkt Daniel Hozumbek und fügt gleich hinzu, dass der Kunde immer selbst entscheiden kann, ob er ein bekanntes Getränk von einem internationalen Konzern nimmt oder sich doch für ein Produkt einer kleineren, wenig bekannten Firma entscheidet. Das muss auch nicht immer On Lemon sein, denn “früher war die Auswahl stark eingeschränkt und heute ist sie wiederum sehr breit”, wie Robert Orszulak zugibt. Die aktuell auf dem Getränkemarkt geltenden Trends werden von den Unternehmern mit der sog. Bierrevolution verglichen, die den Biermarkt nicht nur in Polen, sondern auf der ganzen Welt, neu definierte. Neben großen Konzernen tauchten plötzlich Kleinbrauereien auf, die etwas Neues und Unbekanntes bieten. “Die Leute wollen es trinken, denn es ist eine ganz andere Qualität. Der Preis ist auch ganz anders und trotzdem werden diese Craftbiere getrunken”, sagt Daniel Hozumbek und ergänzt, dass es seiner Meinung nach ähnlich mit haus- oder handwerklich gemachten Limonaden ist. Die steigende Konkurrenz wird jedoch von den Geschäftsführern von On Lemon keinesfalls als etwas Schlechtes betrachtet, ganz im Gegenteil. “Früher konnte  man von einem Monopol sprechen, nun gibt es eine Unzahl von Unternehmen. Für uns ist dies eine zusätzliche Motivation, um etwas mehr und besser als bislang zu machen”, so Hozumbek. “Wir entwickeln uns die ganze Zeit, setzen neue Trends, schaffen neue Wege, die dann auch von anderen genutzt werden. Es ist aber immer schön, wenn dich eine große und bekannte Firma beobachtet. Dann hat man auch das Gefühl, dass man auf dem richtigen Weg ist und etwas gut gemacht hat”, fügt Orszulak hinzu. 

 

 

 

Yoko Ono

Interessanterweise beobachtet nicht nur die Konkurrenz die Tätigkeit der Firma aus Katowice/ Kattowitz. Der frühere Name - John Lemon, wurde auch von der Witwe von John Lennon bemerkt. Per Post bekam die Firma eine Klageschrift wegen Verletzung von Persönlichkeits- und Markenrechten des verstorbenen Künstlers. Die Sache endete letztendlich mit einem Vergleich und einer Namensänderung. So wurde von John Lemon - On Lemon und so entstand auch das Hauptmotiv der Rebrandingaktion - “John is On”. Heute wollen die Unternehmer nicht mehr zu dieser Geschichte zurückkehren. “Das ist alles Vergangenheit. Wir mussten uns damit abfinden und einfach weiter unser Ding machen”, sagt Robert Orszulak. Paradoxerweise hat die ganze Welt durch den Rechtsstreit von der Limonade On Lemon erfahren. “In all dem, was geschah, war dies wahrscheinlich das beste aber das wollten wir nicht. Wir hatten und haben weiterhin unsere eigenen Ideen, wie wir die Leute und Kunden erreichen wollen”, unterstreicht Daniel Hozumbek. Davon zeugt auch die Tatsache, dass die Namensänderung und der Wechsel von John Lemon auf On Lemon reibungslos vollendet wurde. “Der Kunde ist mit uns geblieben, hat uns verteidigt und hat sich mit uns identifiziert”, fügt Orszulak hinzu. Die Unternehmer sind sich auch einig, dass es ihnen nicht nur gelungen ist, eine Marke aufzubauen, sondern auch ein positives Bild und eine positive Atmosphäre um ihr Unternehmen. “Es scheint, dass die Leute uns mit hervorragenden Events, toller Musik und einem guten künstlerischen Eindruck gleichsetzen. Eher nicht mit Ramsch und Plunder. Für uns ist dies sehr wertvoll, dass wir in einer so kurzen Zeit so viel erreichen konnten und dass entgegen dem, was die Leute sagen und glauben, ohne einen hohen Kapitalaufwand. Ich wiederhole das wie Mantra, als wir das Unternehmen gegründet haben, beide nur jeweils 500 Zloty in der Tasche hatten. Das war unser Budget”. 

Das Unternehmen ist offen gegenüber Limonadeliebhabern nicht nur während der Events.
Während der Öffnungszeiten kann jeder die PorcelanowaStraße in Katowice/ Kattowitz besuchen, Limonade kaufen, sich hinsetzen und mit den Leuten sprechen. 
Foto: On Lemon

Limonade - ein Hiptstergetränk? 

Die Frage, ob Limonade ein Hipstergetränk ist, beantworten die beiden mit einem breiten Lächeln. “Wir haben uns niemals dort reingedrängt und uns niemals damit identifiziert. Wir wurden da hineingeworfen, ohne dass wir gefragt wurden. Jemand hat sich gedacht, dass teure Getränke müssen Hipstergetränke sein”, sagt Hozumbek und führt weiter aus, dass er niemals eine Antwort auf die Frage „was ist eigentlich diese Hiptsterkultur“ bekommen hat. Die Geschäftsführer von On Lemon sind der Auffassung, dass man ihre Tätigkeit eher in der Kategorie der Subkultur des aufgeklärten Kundens betrachten sollte. “Es ist klar, dass wir dies nicht wohltätig machen, aber auch gleichzeitig nicht nur für uns selbst. Wir machen das vor allem für unsere Kunden und für die Leute”, erklärt Daniel Hozumbek. “Das Herz schlägt höher, wenn wir Kinder sehen, die unseren Brand kennen. Es ist oft so, dass wir auf einem Festival sind und die 7- oder 8-Jährige nicht nur On Lemon trinken wollen, sondern sie wollen ihn auch verkaufen! Es gibt also eine Verbindung. Unsere Arbeit, unser Engagement wird weitergegeben. Das freut uns”, fügt Hozumbek hinzu.


Foto: On Lemon

On Lemon - die polnische Coca-Cola? 

“Sky is the limit”, antwortet mit einem Lächeln Robert Orszulak auf die Frage nach den Zielen für die Zukunft. “Heute sind wir ein kleines Familienunternehmen. Man weiß ja nie, was die Zukunft bringen wird und wo uns der Markt hintreibt” - fügt Daniel Hozumbek hinzu und erinnert gleichzeitig, dass ursprünglich die Limonade On Lemon nur in der Gastronomie und später nur in lokalen Geschäften zugänglich sein sollte. Nun kann man die Limonaden aus Katowice/ Kattowitz sogar auf ausgewählten Tankstellen und das nicht nur in Polen, sondern auch im Ausland finden. Für Daniel Hozumbek und Robert Orszulak, die immer wieder ihre Beziehung zu der Stadt unterstreichen und sich selbst als ”Lokalpatrioten” bezeichnen, ist dies ein weiterer ein wenig unerwarteter Grund zur Freude. “Wir haben hier nichts erzwungen, auf nichts gedrängt. Es war immer so, dass jemand unser Produkt in Polen gefunden hat. Später kam ein Anruf und dann ging es los”, erklärt Robert Orszulak und unterstreicht gleichzeitig, dass der Vertrieb in Polen organisiert wird und der Export eher als Mehrwert, als Selbstzweck betrachtet wird.

Wenn man mit Daniel Hozumbek und Robert Orszulak spricht, gewinnt man den Eindruck, dass trotz einiger Jahre ihrer Tätigkeit das Geschäft weiter nicht an erster Stelle steht. Es ist die Leidenschaft etwas für jemanden anderen zu tun und das mit Herz, mit Offenheit gegenüber dem Kunden und das alles gleichzeitig mit entsprechender Qualität, die sehr geschätzt wird. Jeder, der nicht nur die Limonade genießen will aber auch die Leidenschaft der Geschäftsführer, sollte eine Flasche aufmachen und On Lemon sein.

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