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Mittwoch, 21. November 2018
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Modell 166A. Foto: Zakłady Ceramiczne "Bolesławiec" Sp. z O.O.
Modell 166A. Foto: Zakłady Ceramiczne "Bolesławiec" Sp. z O.O.

Wenn man in Bolesławiec reinfährt, sieht man gleich, dass die Keramik hier eine sehr wichtige Rolle spielt. Namensschilder der Unternehmen und Läden sind genauso oft zu sehen, wie keramische Elemente, die in der ganzen Stadt präsent sind. Das Unternehmen Zakłady Ceramiczne „BOLESŁAWIEC“ Sp. z o.o. gehört zu den ältesten in der Region. Während des Spaziergangs durch die Produktionshallen kann man den interessanten Entstehungsprozess von Tausenden bauchigen Bechern mit charakteristischer kobaltblauen Verzierungen, reich dekorierten Tellern, Gläsern, Kannen und vielen anderen Produkten, an die man gar nicht gedacht hätte, beobachten. Hier tauchen wir in die einerseits kühle und technologische, andererseits farbige und formenreiche Keramikwelt ein. Eins ist sicher – es fällt schwer Bolesławiec ohne wenigstens einen neuen Becher zu verlassen.

  

Emanuela Janda, PolenJournal.de: Gibt in Bolesławiec die Keramik den Ton an?

Wojciech Graczyk, Exportabteilung: Das größte Event in der Stadt, das mit der Keramik zusammenhängt, sind die Bunzlauer Keramikfeiertage (pl. Bolesławieckie Święto Ceramiki). Sie finden jedes Mal in August statt. Dieses Jahr haben wir in unserem Betrieb anfangs Mai die Veranstaltung „Majówka z Zakładami Ceramicznymi“ organisiert, während der man Keramik bemalen, aus Ton kneten und sich die Vorführungen der Ton-Menschen ansehen konnte. Es ist eine sehr interessante Gruppe, die sogar Tournees durchganz Europa macht. Während der Bunzlauer Keramikfeiertagen geben wir ebenfalls den Besuchern die Möglichkeit, ihre Kräfte im Bereich Keramik unter Beweis zu stellen. Man muss nur unseren Stand finden. Unser Unternehmen wird auch von Künstlern besucht. Alle Aktionen – nennen wir sie künstlerische Happenings – finden dank dem Internationalen Zentrum für Keramik in Bolesławiec statt. Wir sind ein Teil der „Keramikgesellschaft“.  

Tag für Tag gibt die Keramik den Ton ein. Wir sind der größte Betrieb, der Keramik produziert, und haben auch die längste Tradition. Unser Unternehmen kam in Gang gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf unserem Logo ist das Jahr 1946 zu sehen. Ab diesem Augenblick produzieren wir ununterbrochen Keramik.

 

 

 

 

Die Bunzlauer Keramikwerke haben 2017 den Preis des Präsidenten der Stadt Bolesławiec bekommen. Kann man wirklich sagen, dass das Unternehmen einen unzertrennlichen Teil der Stadt bildet? 

W. G.: Bestimmt ja, denn wie ich schon erwähnt habe, sind wir das älteste Unternehmen in Bolesławiec. Wir halten die ganze Zeit die Tradition der Keramikproduktion aufrecht und bilden neue Personen aus, die in diesem Augenblick sehr erfolgreich sind und sogar in anderen Unternehmen arbeiten. Bei uns wurden sie aber mit solidem Wissen ausgestattet und bekamen viel Inspiration. Neben dem Preis des Stadtpräsidenten haben wir auch viele andere Auszeichnungen bekommen, wie den „Exportadler“ (poln. „Orzeł Eksportu“) in der Kategorie „Exportprodukt“, die Auszeichnung im Wettbewerb „Polnisches Unternehmen, Internationaler Champion“ (poln. „Polska Firma Międzynarodowy Czempion“) in der Kategorie „Exporteur“ und den dritten Platz im Wettbewerb „Wirtschaftspreise des Polnischen Rundfunks 2018“ (poln. „Nagrody Gospodarcze Polskiego Radia 2018“) in der Kategorie „Nationalschatz“. Ich würde mich gerne auf zwei Mitarbeiterinnen konzentrieren, die mit unserem Betrieb seit dem Anfang ihrer Karriere verbunden sind – Frau Janina Bany-Kozłowska und Danuta Amborska. Sie arbeiten in der Designabteilung. Frau Bany-Kozłowska wurde mit dem Preis Gloria Artis des Kulturministeriums geehrt und ist mit unserem Unternehmen seit 1974 verbunden. Frau Danuta Amborska, die für den Entwurf der Verzierungen zuständig ist, arbeitet bei uns ab 1977. Ihre berühmteste Verzierung ist die 166A, die man in unseren Katalogen finden kann. Unser Portfolio ist im Großteil Frau Amborska  und Frau Bany-Kozłowska zu verdanken.

Woher kommt das Produktionsmaterial für die Bunzlauer Keramik?

W.G.: Das Material kommt hauptsächlich aus der Gegend um Bolesławiec – aus dem Einzugsgebiet von den Flüssen Bober und Queis. Dieser Streifen zieht sich von Rheinland-Pfalz über Sudeten, Karpaten bis zur Stadt Bochnia hin.


Produktionshalle Foto: PolenJournal.de

Wie antwortet ein Unternehmen mit solch langer Tradition auf neue Trends?

W. G.: Man muss unterstreichen, dass die Tradition der Bunzlauer Keramik für uns elementar ist. Diese Keramik ist weltweit einzigartigund aus diesem Grund konkurrieren wir nicht direkt mit den Design-Neuheiten. Geschirr, das jetzt in Supermärkten und Innendesign-Geschäftsketten erhältlich ist, ist saisonbedingt. Ihre Produzenten richten sich nach Businessstrategien und tendieren die Produktionslinien zu erfrischen. Wir basieren auf Qualitätsprodukten mit Tradition. Sie werden aber stets an die Marktanforderungen angepasst. Wir bleiben nicht stehen. Jedes Jahr versuchen wir, neue Formen und Verzierungen in unser Angebot einzuführen. Die Inspirationen schöpfen wir aus den Bedürfnissen unserer Kunden. Das Angebot von Geschäftsketten ist an einen breiten Kundenkreis gerichtet, die Produkte müssen billig und leicht zugänglich sein. Unsere Produkte kann man auch ersetzen, aber sie können als Unikate betrachtet werden und zeichnen sich durch sehr gute Nutzeigenschaften aus, womit sie die Qualität der meisten Produkte aus Geschäftsketten übertreffen. Entsprechende Abteilungen arbeiten an neuen Formen und Verzierungen.

Zurzeit beobachtet man einen Boom auf die Originalität. Ist es auch in der Keramikbranche spürbar?

W. G.: Jeder Trend, der auf dem Markt auftaucht, ist für uns sehr wichtig. Wenn es um den Boom auf die Originalität geht, gibt es damit ein Problem… Jeder will originell sein. Wenn jeder einzigartig ist, dann ist es keiner. Das ist der einzige Nachteil dieses Trends. Unsere Produkte sind auf der ganzen Welt gefragt, was der Grund für die Farb- und Verzierungsmenge ist. Wir wollen unseren Kunden etwas Exklusives anbieten. Am schlimmsten ist es für diejenigen, die Originalität anstreben, wenn der Nachbar dasselbe Geschirr hat, wie sie. Wir müssen ständig auf der Hut sein. Durch die Anfrage- und Kundenzahl in unseren stationären Geschäften und online, wie auch durch das Interesse während der Keramikmesse, wissen wir, wie groß die Nachfrage auf neue Produkte ist.

Wird hier das Geschirr auch sonderangefertigt? Werden alte Tafelservice wiederhergestellt?

W. G.: Wir machen die alten Tafelservice nicht nach, denn unser Angebot ist so groß, dass es die Nachfrage unserer Kundschaft deckt. Wir sind mit der Tradition der Bunzlauer Keramik verbunden. Nehmen wir diesen Topf, der noch in den Hofmann-Werken, also vor dem Zweiten Weltkrieg, hergestellt wurde. Die alten Formen bieten für uns die Basis. Wir sind an unsere Produktpalette gebunden und schöpfen direkt aus der Tradition der Bunzlauer Keramik. Viele Formen sind durch die alten inspiriert worden. Mit den neuen Projekten ist es genauso.

 

 

 

 

Wer ist am meisten an der Bunzlauer Keramik interessiert?

Wiesław Ogrodnik, Vorstandsvorsitzende: Fifty-fifty, wenn es um Polen und Export geht. 80% des Exports gehen in die USA und Südkorea. Unsere Produkte gelangen in Dutzende Länder – direkt oder durch andere Geschäfte. Am meisten interessiert sind die Südkoreaner, Japaner und Amerikaner. Nach Deutschland wird nicht viel exportiert, da die Deutschen zu uns kommen. Unseres Unternehmen liegt so nah an der Grenze, dass sie uns während Ausflügen besuchen.

W. G.: Der individuelle Verkauf erfolgt im größten Teil per Internet. Es kommt sehr oft vor, dass jemand irgendwo unsere Produkte gesehen hat, sucht dann nach ihnen und kauft sie im Internet, denn so ist es bequemer. Wenn es um Geschäftskontakte geht, arbeiten wir nicht nur mit Keramikgeschäften zusammen, aber auch solchen, die Tafelservice und Töpfe für Lebensmittelverarbeitung im Angebot haben. Wir nehmen auch Großbestellungen an und es stellt für uns kein Problem dar, deutschsprachige oder englischsprachige Kunden zu bedienen.

Hat sich das Verhältnis zur Keramik im Laufe der Zeit verändert?

W. G.: Das Verhältnis zur Keramik war früher bestimmt anders, denn die Kriegszerstörungen haben große Warenmängel verursacht. Man konnte im Angebot nicht so etwas, was wir heute Tafelservice nennen, oder Produkte, die heute als exklusive gelten, finden. Es gab Unternehmen, die angefangen haben, ihre Produktlinien herzustellen. Wir haben den Weg von der Befriedigung der Grundbedürfnisse nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur Keramik, die etwas Exklusives und Einmaliges ist, durchgemacht. Die Funktion der Keramik hat sich auch verändert, genau wie die visuellen Faktoren, die Ästhetik und auch der Sammelaspekt. Es gibt Menschen, die ganze Tafelservice sammeln. Diese Veränderungen sind unglaublich. Wir haben die Phase durchgemacht, wo Keramik eine reine Nutzfunktion hatte, jetzt stellen wir einmalige und exklusive Produkte her, die sogar zu Sammelobjekten werden.

W. O.: Während der Bunzlauer Keramikfeiertagen tauchen Kunden auf, die mit Produktlisten kommen und konkrete Produkte, die ihnen noch aus der jeweiligen Kollektion fehlen, suchen.


Wiesław Ogrodnik, Vorsitzende von Zakłady Ceramiczne "Bolesławiec" Sp. Z o.o., Foto: Zakłady Ceramiczne "Bolesławiec" Sp. Z o.o.

Und die Konkurrenz?

W. O.: Im Kreis Bolesławiec gibt es 40 Unternehmen, die Keramik produzieren, was davon zeugt, wie begehrt sie ist. Jeder will von dieser Torte ein Stück abbekommen. Es hat mich gewundert, das Familienunternehmen auch Exportbestellungen haben. Die Nachfrage ist so groß, dass die großen Firmen nicht in der Lage sind, sie zu decken. Was soll ich sagen? Wir produzieren ca. 1,5 Mio. Stück Keramik pro Jahr – angefangen von Kühlschrankmagneten bis zu großen Töpfen. Wir sind das einzige Unternehmen, dass Töpfe für die Lebensmittelverarbeitung und -Anlegen herstellt. Für ein Produkt braucht man ca. 0,5 kg Ton, also kann man das leicht berechnen. Wir beschäftigenfast 500 Menschen. Die Hälfte bilden die Maler. Alles ist handgemacht.

W. G.: Menschen, die seit 20, 30 Jahren mit der Keramikbranche zusammenarbeiten, können sogar Einzelheiten in den Verzierungen herausfischen.

Wer bildet die Kundschaft in den Vereinigten Staaten? Sind es physische Personen?

W. G.: Unsere Produkte werden im Großteil von Vertreibern gekauft. Zum direkten Kunden werden alle Frauen, die sich um den Haushalt kümmern. Großen Kundenkreis bilden die sog. Army’s Wifes, also Frauen, die zu ihren Ehemännern nach Europa kommen, hier unsere Produkte entdecken, sich in sie mehr oder weniger verlieben und sie dann in Amerika aufsuchen. Die Bunzlauer Keramik ist auch unter Kochblogerinnen sehr beliebt, für welche sowohl die praktischen, wie auch visuellen Aspekte sehr wichtig sind. Wir stellen Produkte für Kochen und Backen her. Sie können in Temperaturen bis zu 250 Grad verwendet werden, da sie in Temperaturen bis 1280 Grad gebrannt werden. Man muss aber auf dem Temperaturschock aufpassen – man darf die Produkte nicht aus dem Kühlschrank gleich in den erhitzten Ofen stellen. Sie müssen langsam aufgewärmt werden. Man darf auch nicht das Produkt aus dem Ofen gleich in den Kühlschrank stellen. Die Kunden werden darüber informiert, aber trotzdem sind sich manche Personen dessen nicht bewusst. Alles steht aber in der Gebrauchsanweisung. 

Worin unterscheidet sich noch die Qualitätskeramik?

W. G.: Unsere Produkte schneiden besser in Sache Qualität ab. Den alltäglichen Gebrauch ziehen sie sehr gut mit – die Anwendung in Mikrowellen, Spülmaschinen, Kühlschränken und Backöfen, solange man die Gebrauchsanweisung befolgt. Unsere Produkte überstehen bestimmt mehr. Sie sind nicht so zerbrechlich und empfindlich auf Kratzer wie die Produkte aus den Geschäftsketten. Dazu kommt noch ihre Einmaligkeit. Darin liegt unser Vorsprung. Es handelt sich also um das Material, aus welchen sie hergestellt werden, und um den ganzen Produktionsprozess.

W. G.: Wenn man unsere Produkte in die Hand nimmt, sieht man, dass sie durch ihren Design die besten Nutzeigenschaften haben. Es lohnt sich, auf den Boden des Geschirrs ein Auge zu werfen. Er ist entsprechend dick. Wir sparen nicht am Material, deshalb sind unsere Produkte ziemlich massiv. Dies wird schon in der Entwurfsphase berücksichtigt. Da es sich bei uns um Handarbeit handelt, sind wir imstande jedes Produkt auf allen Produktionsetappen zu kontrollieren. Die Qualitätskontrolle istbei uns auf höchstem Niveau.


Foto: PolenJournal.de

Sie haben Südkorea und die Vereinigten Staaten erwähnt. Im Katalog sind amerikanische Akzente zu sehen. Ich frage mich, welche Dekorationen am berühmtesten zum Beispiel in Südkorea sind?

W. G.: Sehr populär sind die Blumenmotive oder Verzierungen mit Hähnen, also solche, die die südkoreanischen Dekorelemente beinhalten.

W. O.: Seit vielen Jahren ist die Dekoration 166A – entworfen von Danuta Amborska – ein unveränderlicher Schlager der Bunzlauer Keramikfeiertage. Nach Westen und Südkorea wird am häufigsten die Keramik aus der Kunstkollektion in erhöhter Qualität exportiert. Im Ausland verkaufen sich am besten die Dekorationen mit der Bezeichnung ART-149, D-41 und A-166A. Ins Ausland werden im Großteil Unikate und künstlerische Verzierungen exportiert, ferner sind es die sog. klassischen Motive.

W. G.: Außer dem erhöhten Standard und den künstlerischen Versionen stellen wir limitierte Produkte her, die auch im Ausland ihre Besitzer finden. So ein Service besteht aus 18 Stück und wird mit limitierten Motiven bemalt. Wir produzieren nur zehn Stück davon. Diese Tafelservice sind aufgrund ihrer Exklusivität nicht in unseren Verkaufsrankings zu finden. Eins ist noch in unserem Laden vorhanden, aber es wurde schon reserviert. Zum anderen Verkaufsschlager im Ausland zählen die Modelle D-41, D-42, D-120, D-962, D-809, D-56, D-1144 aus der klassischen Kollektion. Er gibt auch Nachfrage auf sehr kontrastive und minimalistische Verzierungen. Diese Motive wurden vor einem oder zwei Jahren eingeführt, also kommen sie auch nicht in den Rankings vor. Es ist zu früh, um festzustellen, wie groß ihr Anteil am Verkauf ist. In unserem Angebot sind auch Saisonprodukte zu finden – Teller mir Schneemännern, Weihnachtsbäumen usw. Unter den Unikaten erfreuen sich der größten Beliebtheit die Modelle DU60 und DU126. Einmal habe ich mit einem Kunden gesprochen, der Produkte mit Feuerwerk bestellen wollte. Ich war erstaunt und habe ihm erklärt, dass wir solche nicht im Angebot haben. Es hat sich herausgestellt, dass er eben dieses Modell gemeint hat. Jetzt nennen wir es selbst „Feuerwerk“, obwohl es sich eigentlich um ein Blumenmotiv handelt.

Gibt es viele solche Liebhaber und Sammler? Ich kann mir vorstellen, dass man davon abhängig werden kann.

W. G.: Man muss vor allem an die hohe Qualität unserer Produkte denken, die ihnen Langlebigkeit garantieren. Wir hören ab und zu von unseren Kunden, dass ihre Großmutter oder Mutter vor Jahren ein Tafelservice gekauft hat und jetzt will der Kunde nur etwas dazukaufen, da er das Geschirr geerbt hat. Es kommen auch Anfragen nach zum Beispiel einzelnen Kaffeetassen, denn es stellt sich heraus, dass eine aus einem alten Kaffeeservice zerbrach. Produkte aus den Geschäftsketten werden uns nicht so lange dienen. Natürlich gibt es Ausnahmen und manche Serviceelemente überstehen, aber es ist eher Zufall als Tendenz. Kunden haben auch anderes Verhältnis zur Qualitätskeramik. Sie halten sie mehr für Familiengut, das an Generationen weitergegeben werden kann.


Foto: Zakłady Ceramiczne "Bolesławiec" Sp. z O. O.

Und Pferdemotive? Wo verkaufen sie sich am besten?

W. G.: In Texas. Dort dreht sich das Leben um die Pferde. Wir haben auch Motive im Angebot, die zu vielen Märkten passen und es fällt uns schwer zu sagen, wo sie sich am besten verkaufen. Manchmal treffen wir mit einem Motiv oder Farbe ins Schwarze und es wird dann nach diesen Verzierungen gesucht. Aus der künstlerischen Linie verkaufen sich am besten die Modelle ART-312, ART-296 und ART-238. Die exklusive Produktgruppe schöpft aus den Volksformen, was sehr beliebt ist. Gut durchdacht ist sogar die Zusammenstellung von Blumenarten in der Verzierung – wir haben zum Beispiel Mohnblumen, Kornblumen, Margeriten…

Spielt beim Entwerfen von Motiven der Verkauf eine Rolle?

W. G.: Teilweise schon. Der Wunsch des Kunden ist sein Bedürfnis. Die Arbeiterinnen der Designabteilung versuchen alle Motive, nach ihren Gefallen und Geschmack zu entwerfen. Sehr oft stellt es sich heraus, dass das Wunschmotiv der Kunden gut in der Entwurfsetappe aussieht, aber in der Wirklichkeit ihm etwas fehlt. Die Motive werden deshalb modifiziert und die Designerinnen fügen einige Elemente hinzu, um etwas Einmaliges zu schaffen. Sehr wichtig ist die Farbenwahl, denn diese dürfen nicht zu auffällig und kontrastiv sein, wenn die Verzierung sehr reich ist. Das Motiv braucht seinen Raum, um sich gut zu präsentieren und den Blick zu fesseln.

Gehören zu ihrer Kundschaft auch Unternehmen?

W. G.: Ja, wir stellen auch Gelegenheitskeramik her. Wir haben Motive, bei denen es reicht, den Kundennamen oder einen Spruch dazuzuschreiben. Wir hatten mal einen sehr interessanten Auftrag von einem Automobilunternehmen zum Anlass der Herstellung des Millionen-Stück-Autos bekommen. Einen unvergänglichen Verkaufsschlager in den USA bilden Becher mit den Aufschriften „Mutter“, „Papa“, „Oma“ usw. Asien ist weniger für solche Produkte interessiert, hier herrschen die USA und dazu kommt noch Polen hinzu.

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