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Parawaning an der Ostsee

Ausländische Urlauber sind oft verwundert, wenn sie die polnischen Strände zum ersten Mal sehen. Auf denen kann man nämlich wegen der vielen Windschütze – Parawan, nur wenig Sand sehen. Was für die Bewohner Polens völlig normal ist, ist für Ausländer ziemlich verrückt. Was haben also die Polen mit dem Parawan? 

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Sonntag, 25. August 2019
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Gleiwitzer Kanal (Kanał Gliwicki)

Der Gleiwitzer Kanal wurde zwischen 1934 und 1939 an Stelle des alten Klodnitzkanals als Verbindung zwischen dem Oberschlesischen Industrierevier und der Oder erbaut. Er verläuft teilweise im Becken des alten Klodnitzkanals, verkürzt die Strecke zwischen Gleiwitz und Cosel aber um einige Kilometer und kreuzt den letzteren sogar an einer Stelle. Er ist 41 km lang und überbrückt mithilfe von sechs Schleusen einen Höhenunterschied von ca. 49 Metern.

Nachdem am Ende des 18. Jahrhunderts der Steinkohlenbergbau sowie das Hüttenwesen in Oberschlesien einen enormen Aufschwung erlebt hatten, bestand ein dringender Bedarf zur Anbindung dieser Region an die Oder, um die Produkte auf dem Wasserweg transportieren zu können. Da die Klodnitz nicht schiffbar war, entschloss sich die preußische Regierung parallel einen Kanal zwischen Gleiwitz und Cosel zu bauen. Der Klodnitzkanal (poln. Kanał Kłodnicki) wurde daraufhin zwischen 1792 und 1812 nach dem Entwurf des schottischen Ingenieurs John Baildon mit insgesamt 18 Schleusen angelegt. Er erlaubte die Verwendung von Schiffen mit einer Traglast von bis zu 50 Tonnen.

Mit der Anbindung des Oberschlesischen Reviers an das deutsche Eisenbahnnetz ging die Bedeutung des Kanals in der Mitte des 19. Jahrhunderts rapide zurück. Trotzdem wurde er zwischen 1888 und 1893 noch einmal ausgebaut, um die Passage von Schiffen bis zu 100 Tonnen Last zu ermöglichen. Die Fortbewegung erfolgte i.d.R. durch Treideln, später auch durch kleine Schleppdampfer.Ab 1934 erfolgte dann ein Neubau des Kanals mit veränderter – d.h. um 5 km verkürzter -  Trasse und nur noch sechs Doppelschleusen. Ebenso wurde mehrere Staubecken gebaut, welche die gleichmäßige Fahrt garantierten. Damit war der Kanal für Schiffe mit bis zu 750 Tonnen Last nutzbar. Am 8. Dezember 1939 wurde er als „Adolf-Hitler-Kanal“ durch Rudolf Heß feierlich eingeweiht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Schifffahrt auf dem jetzt „Gleiwitzer Kanal“ (poln. Kanał Gliwicki) genannten Wasserweg wiederaufgenommen. Der Kanal hat heute eine Tiefe von 3,50 Metern und eine Breite bis zu 41 Metern. Der Endhafen in Gleiwitz ist bis heute der größte Binnenhafen Polens. In seinen besten Zeiten wurden auf dem Kanal eine Jahresgütermenge von ca. 3 Millionen Tonnen erreicht. Inzwischen ist das Transportvolumen jedoch auf unter 300.000 Tonnen im Jahr gesunken.

Zu den Sehenswürdigkeiten am Gleiwitzer Kanal gehört zunächst der Alte Hafen in Cosel. Der alte Coseler Umschlaghafen wurde in den Jahren 1891 bis 1907 mit drei Becken als westlicher Knotenpunkt zwischen dem alten Klodnitzkanal und der bis 1895 kanalisierten und regulierten Oder gebaut. Im Jahre 1913 nahm er den zweiten Platz unter den deutschen Binnenhäfen ein. Heute erinnern nur noch die Hafenbecken und einige alte Lagerhäuser an die einstige wirtschaftliche Bedeutung. Hier starten jedoch die Schiffstouren, die einen bis nach Gleiwitz bringen können. 

Zur Zeit seines Baus war der Gleiwitzer Kanal die modernste Wasserstraße Europas. Entsprechend kann man hier bis heute eindrucksvolle Schleusenanlagen mit ursprünglichen Maschinen der 1930er Jahre besichtigen. Die Schleusen sind von Westen nach Osten:

  • Klodnitzer Schleuse (Śluza Kłodnica, Kędzierzyn-Koźle)
  • Neudorfer Schleuse (Śluza Nowa Wieś, Kędzierzyn-Koźle)
  • Slawentschützer Schleuse (Śluza Sławięcice, Kędzierzyn-Koźle)
  • Rudnietzer Schleuse (Śluza Rudziniec, Dębowa)
  • Sersnoer Schleuse (Śluza Dzierżno, Pyskowice)
  • Labander Schleuse (Śluza Łabędy, Gliwice)

Als interessanteste Schleuse gilt die in Rudzinitz (Rudziniec). Sie ist mit zwei Zwillingskammern ausgestattet, welche mit Hilfe von beweglichen Toren geschlossen werden. Eine besondere Möglichkeit, den Gleiwitzer Kanal zu erleben, ist eine Schifffahrt den Kanal entlang. So kann man selber an den Ufern des Kanals entlangfahren und durch die Schleusen die Langsamkeit des Reisens neu entdecken. Die Touren beginnen i.d.R. im Coseler Hafen und haben verschiedene Längen.

 

 

Zum Reiseführer:

Nach seinen wissenschaftlichen Publikationen zur Geschichte und Kultur Oberschlesiens sowie seinen zahlreichen Reisen in die Region stellt Prof. Dr. Ralph Wrobel jetzt einen Überblick über die Geschichte des Landes sowie seine Sehenswürdigkeiten als „Online-Reiseführer Oberschlesien“ ins Internet. Mit vielen farbigen Fotos, Übersichtskarten und Beschreibungen nimmt er Sie mit auf die Reise durch das Land „fern von gebildeten Menschen, am Ende des Reiches“, wie es im ausgehenden 18. Jahrhundert Johann Wolfgang von Goethe noch schrieb. Wie dabei deutlich wird, handelt es sich bei Oberschlesien heute um eine multikulturelle Landschaft im Herzen Mitteleuropas, die eine Reise wert ist.   

Der Reiseführer ist online unter www.orf-oberschlesien.de erreichbar.

 

Kloster Wiese-Pauliner

Auf den Wiesen nahe der Stadt Oberglogau (poln. Głogówek) in Oberschlesien, direkt an einem Arm des Hotzenplotzflusses, steht bis heute eine hübsche neobarocke Kirche. Quer an den Kirchturm ist ein altes Klostergebäude angebaut. Ein Kirchhof mit großen Lindenbäumen umgibt das Ensemble, das über eine 600jährige Geschichte verfügt, das Paulinerkloster zur Heiligen Dreifaltigkeit auf den Wiesen, in der Neuzeit auch Kloster Wiese-Pauliner (poln. Mochów Pauliny) genannt, das einzige Kloster des aus Ungarn stammenden Paulinerordens auf schlesischem Boden.

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Groß Rauden (Rudy)

Tief in den oberschlesischen Wäldern östlich von Ratibor war über Jahrhunderte das größte Zisterzienserkloster Oberschlesiens: Kloster Rauden! Nach der Säkularisation im Jahr 1810 wurde die Anlage zum Sitz der Fürsten von Ratibor. Heute ist die alte Klosteranlage frisch renoviert.

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Teschen (Cieszyn)

Die Stadt an der polnisch-tschechischen Grenze war ehemals die Hauptstadt des gleichnamigen oberschlesischen Herzogtums. Sie ist Zentrum des oberschlesischen Protestantismus und seit dem Ersten Weltkrieg zwischen Polen und Tschechien (ehem. Tschechoslowakei) geteilt.

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Plawniowitz (Pławniowice)

Das Schloss der Grafen von Ballestrem, einem oberschlesischem Magnatengeschlecht mit „Migrationshintergrund“. Die Vorfahren kamen im 18. Jahrhundert aus Italien nach Schlesien.

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