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Mittwoch, 16. Oktober 2019
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Ein Spiel der Farben beim Herbst in Masuren. Foto: Studio Andrzej Zawojek
Ein Spiel der Farben beim Herbst in Masuren. Foto: Studio Andrzej Zawojek

Galt die Region Ermland-Masuren im Nordosten Polens bisher vor allem als Sehnsuchtsziel für den Sommer, so entwickelt sie sich immer mehr zur Ganzjahres-Destination. Neue Wellnesshotels und Freizeitangebote machen den Aufenthalt im Herbst oder Winter attraktiv. Bessere Flugverbindungen erleichtern die Anreise von Deutschland nach Ermland-Masuren.

Mit mehrere Tausend Kilometer langen Fuß-, Rad- und Kajakwanderwegen ist die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren ein Paradies für Aktiv- und Naturtouristen. Gerade im Herbst lädt die ursprüngliche Landschaft zwischen Großen Masurischen Seen im Osten und Weichselwerder im Westen zum Entdecken ein. Zu den wichtigsten Trassen für Radtouristen zählt der dortige Abschnitt des „Green Velo“, der auf 2.000 Kilometern durch den Osten Polens führt. Seit wenigen Wochen docken zwei attraktive Nebenstrecken daran an: Eine 85 Kilometer lange Route führt entlang des Oberlandkanals, der mit seinen fünf geneigten Ebenen zu den Hauptattraktionen der Region zählt. Eine zweite Strecke, die Łynostrada, führt auf knapp 70 Kilometern von der Hauptstadt Olsztyn (Allenstein) nach Lidzbark Warmiński (Heilsberg) durch das idyllische Tal der Łyna (Alle) und vorbei an zahlreichen Baudenkmälern.

Im Winter lockt eine wie verzaubert wirkende weiße Landschaft zu Touren auf Langlaufskiern. Rund um den Kurort Gołdap (Goldapp) nahe der polnisch-russischen Grenze befindet sich das größte Skizentrum der Woiwodschaft mit mehreren Dutzend Kilometern Langlaufloipen. Am 272 Meter hohen Berg Piękna Góra drehen sich sogar fünf Skilifte, die längste Piste misst 750 Meter. Gespurte Loipen gibt es auch in anderen Teilen der Region, zum Beispiel in der Johannisburger Heide bei Ruciane-Nida (Rudczanny-Nieden). Bleibt es für eine längere Zeit klirrend kalt, dann zieht es die Eissegler auf die Großen Masurischen Seen. Der rasante Sport gewinnt seit einigen Jahren immer mehr Anhänger, verschiedene Veranstalter bieten Kurse für Anfänger an.

Die Region lockt nicht nur mit Aktivsportangeboten. Bis heute haben sich zwischen Frischem Haff und Seenplatte zahlreiche alte Kulturtechniken erhalten. Viele davon können Touristen bei Vorführungen live miterleben und oftmals sogar selbst ausprobieren. So fertigt die Keramik-Manufaktur beim kleinen Schlosshotel von Nakomiady (Eichmedien) originalgetreue Kopien von Danziger Öfen oder ostpreußischen Fliesensockeln, aber auch von Delfter Kacheln an. Besucher können sich dort in der Kunst des Kachelbemalens ausprobieren.

Traditionelle Handarbeit erleben Besucher in der Glashütte von Taras Krynicki in Olsztynek (Hohenstein). Der aus dem ukrainischen Lwiw stammende Glasbläser betreibt die Anlage seit den 1990er Jahren. Seine Arbeiten von der schlichten Vase bis zur aufwendig produzierten Skulptur entstehen ganz ohne maschinelle Hilfe aus Altglas. Im oberländischen Kamionki (Königlich Steinau), unweit von Nidzica (Neidenburg), entstand ein Freilichtmuseum zur Pflege traditioneller Handwerke. Die Besucher können dort im Töpferdorf (Garncarska Wioska) verschiedene alte Techniken selbst ausprobieren, vom Drehen und Verzieren von Töpferwaren über Glasmalerei bis hin zum traditionellen Verzieren von Ostereiern und Weihnachtsbaumkugeln.

Neben alter Handwerkskunst wird auch der kulinarische Reichtum der Region neu entdeckt. Kräftig-deftige Landküche des Ermlands erleben Besucher zum Beispiel in der „Karczma Warmińska“ (Ermländisches Wirtshaus) in Gietrzwałd (Dietrichswalde). Die Besitzer organisieren das ganze Jahr über ermländische Traditionstage mit Themenküche sowie Live-Musik und Tanzdarbietungen. Die Küche Masurens ist vor allem von Fisch geprägt. Touristen können sie unter anderem im Gasthaus „Ryński Młyn“ (Rhein-Mühle) beim Schlosshotel von Ryn (Rhein) kosten – vom Hecht in Meerrettichsauce über frittierten Baby-Barsch bis hin zu Zander in einer Sauce aus frisch gepflückten Waldpilzen. Mit 21 von landesweit 30 teilnehmenden Städten ist Ermland-Masuren zudem das Zentrum der internationalen Cittàslow-Bewegung in Polen. Das Netzwerk vereint Städte unter 50.000 Einwohnern, die auf nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen und die Förderung des Slow-Food-Gedankens setzt.

Waren die Hotels der Region vor wenigen Jahren fast ausschließlich auf Sommergäste eingestellt, so hat sich das Angebot komplett gewandelt. In historische Gemäuer zogen moderne Wellnesshotels, andere wurden neu gebaut. Und so entwickeln sich auch traditionelle Sommerferienorte wie Mikołajki (Nikolaiken) immer mehr zu Ganzjahreszielen. Dort bietet zum Beispiel das neu entstandene 5-Sterne-Hotel Mikołajki seinen Gästen einen großzügigen SPA- und Wellnessbereich mit Saunalandschaft und großem Pool. Auch im westmasurischen Seengebiet rund um Ostróda (Osterode) und Iława (Deutsch-Eylau) sind mehrere neue Hotels der 4- und 5-Sterne-Kategorie entstanden. Hinzu kommen Hideaways wie das Luxushotel von Polens Kosmetik-Queen Dr. Irena Eris im kleinen Dorf Wysoka Wieś (Kernsdorf) mit hervorragender Slow-Food-Küche.

Für Gäste aus Deutschland rückt Ermland-Masuren in diesem Herbst noch ein wenig näher. Ryanair fliegt ab November zweimal die Woche von Köln-Bonn zum neuen Flughafen Olsztyn-Mazury. Wizzair verbindet ab Ende Oktober zweimal wöchentlich Bremen mit Masuren. Schon jetzt bedient Wizzair dreimal wöchentlich die Strecke zwischen Dortmund und Olsztyn.

Infos zum Green Velo unter www.greenvelo.pl, zu Gołdap www.uzdrowiskogoldap.pl Mehr zur Region unter www.mazury.travel, Infos zu Flugverbindungen unter www.mazuryairport.pl Angebote zum Eissegeln gibt es unter anderem bei www.panek-touristik.de und www.masuren-aktivurlaub.de Weitere Auskünfte zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

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