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Donnerstag, 20. Juni 2019
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Foto: Dariusz Kula, Materialien des Bernsteinmuseums in Danzig
Foto: Dariusz Kula, Materialien des Bernsteinmuseums in Danzig

Man fährt an die Ostsee und verliebt sich in den einzigartigen Stein – den Bernstein. Es kann passieren. Bei solcher Form- und Farbenvielfalt fällt es schwer, sich nicht verführen zu lassen… Alle frisch Verliebte und diejenigen, die sich noch mehr verlieben wollen oder einfach einen interessanten Platz während des Stadtbummels suchen, lohnt es sich das Bernsteinmuseum in der Danziger Altstadt zu besuchen. Den genauen Grund dafür und vieles mehr verrät Dr. Andrzej Gierszewski.  

Emanuela Janda, PolenJournal.de: Das Bernsteinmusem in Danzig ist relativ jung. Gibt es einen bestimmten Grund dafür, wieso es entstanden ist?

Dr. Andrzej Gierszewski, Pressesprecher des Bernsteinmuseums: Danzig gehört zu den Städten Europas, die für die Produktion und Verarbeitung des Bernsteins bekannt sind. Hier wurde der beste Bernstein abgebaut - der sogenannte “Gutstein”, worüber die enormen Preise, die den Fischern ausgezahlt wurden, zeugen. Man muss aber erwähnen, dass der größte Anteil des Bernsteins sich in Jantarnyj befindet, den ehemaligen Palmnicken in der Oblast Kaliningrad. Hier, in den Danziger Werkstätten wurden in der Neuzeit die größten Schätze geschaffen. Selbst das berühmte Bernsteinzimmer wurde bei dem Danziger Meister Andreas Schlüter im Auftrag gegeben und von den regionalen Bernsteinschneidern Ernest Schacht und Gottfried Turawa ausgeführt. Im 20. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg, begann in Danzig die neue Geschichte des Bernsteins und des modernen Designs. Sowohl die Amberif-Messe, wie auch der alljähriger Wettbewerb Mercurius Gedanensis, heben den zweiten Aspekt hervorgehoben. Diese Geschichten und die mit ihnen verbundenen Gegenstände mussten ihren Platz in dem modernen Danzig finden – in einem Museum eben.

Der Museumssitz hat eine interessante Geschichte. Das Verteidigungswerk der Langstraße – der Stockturm mit dem Peinkammertor - entstand noch im Mittelalter und funktionierte als ein Gefängnis bis ins späte 19. Jahrhundert. Wieso hat man eben dieses Gebäude für den Bernstein vorgesehen? Korrespondiert seine Geschichte mit der Geschichte dieses Rohstoffes?

Es ist schwer mir, einem 35-Jährigen, zu sagen, wieso der Stockturm für die Beherbergung des Bernsteins ausgewählt wurde. Als dieser besondere Platz entstand, war ich noch ein Kind. Eins der Gründe musste wohl der Adaptationsgedanke von historischen Gebäuden sein. Noch bevor 2006 das Bernsteinmuseum entstand, wurden archäologische Untersuchungen des Hofes durchgeführt und das schöne und interessante Gebäude aufs neue bewirtschaftet. Sein größter Vorteil bildet die Lage – es liegt in der Nähe des Königlichen Wegs (poln.Trakt Królewski), einer Route, die am häufigsten von den Touristen besucht wird. Zurzeit beabsichtigt das Danziger Museum (poln. Muzeum Gdanska) das Bernsteinmuseum – was eine von seinen Filialen bildet - in die Große Windmühle (poln. Wielki Młyn) zu versetzen. Dies würde mehr Ausstellungsraum bedeuten und bessere Zugänglichkeit für Personen mit Behinderungen. Die Besucherzahl wird sehr wahrscheinlich wachsen!


Foto: Dariusz Kula, Materialien des Bernsteinmuseums in Danzig 

Was wartet auf die Gäste hinter diesen historischen Mauern?

Die wohl vollständigste physische Bekundung der Geschichte des Bernsteins angefangen von den prähistorischen Epochen bis zur Gegenwart. Die Geschichte dieses Gebäudes und das Gänsehautgefühl, dass die ehemaligen Gefängniszellen verursachen, bilden nur eine interessante Ergänzung.

 

Was weckt das größte Interesse in den Besuchern?

Es ist schwer, nur auf einen Gegenstand hinzuweisen. Es kann der Einschluss der Gierłowska-Eidechse, sowohl wie die Bernsteingitarre sein. Es hängt von unseren Interessen ab. Man kann den Bernstein die beliebige Form und Funktion geben.

Im Museum werden Zeit- und Dauerausstellungen veranstaltet. Wird etwas Besonderes für die Sommerferien vorbereitet?

Im Sommer werden drei Bernsteinausstellungen offen sein. Im Bernsteinmuseum wird man zwei von ihnen sehen können – Bernstein in Art Deco und 25 Jahre der Amberif-Messe. Die erste von ihnen zeigt die Geschichte des Bernsteins in der Zwischenkriegszeit und ist der Zeit gewidmet, in welcher den Gegenständen aus Bernstein eine feste, reproduzierbare Form verleiht wurde. Darunter wird ein gutes Design für die Massenproduktion verstanden, der einen der Leitgedanken des Art Decos bildete. Die Ausstellung zeigt auch zwei im Kontrast zueinander stehende Welten, die sich gleichzeitig ergänzen. Einerseits sind es interessante Gegenstände, die für enorme Preise verkauft wurden sind, andererseits ist es die Welt der Menschen, Juweliere, die den Schmuck angefertigt haben. Ihre harte Arbeit zeigt ein Vorkriegsfilm aus der Grube in Palmnicken.

 

Die Ausstellung zum 25. Jubiläum der Amberif-Messe erzählt hingegen die Geschichte des Designs und der Entwicklung der Bernsteinschneiderei, die vor allem dem Schmuck immer interessanteste Formen gibt.

Dazu wird eine weitere Ausstellung in der Galerie des Hauptrathauses der Stadt (poln. Galeria Polowa Ratusza Głównego Miasta) unter dem Titel „Der Bernstein. Tradition und Innovation 2.0“ eröffnet. Sie erzählt eine ausgebaute Geschichte des neuesten Designs, illustriert durch die wunderschönen Bernsteingegenstände. Alle drei Ausstellungen werden im Sommer 2018 für die Besucher zugänglich sein.

 

Wer besucht das Museum am meisten?

Das Museum erfreut sich großer Beliebtheit vor allem bei den Polen – sie bilden 70 % aller Besucher. Auf der zweiten Stelle platzieren sich die Deutschen. Zahlreiche Besuchergruppen bilden auch die Skandinavier und Chinesen. Unsere Bernsteine werden jährlich von rund 100 Tausend Besuchern aus aller Welt bewundert.

 

Foto: Dariusz Kula, Materialien des Bernsteinmuseums in Danzig 

Sprechen wird kurz über die Geschichte des Bernsteins.

Welchen Blickwinkel meinen Sie aber? Scherz! Das zeigt aber, dass man die Geschichte des Bernsteins nicht nur aus einer Perspektive betrachten kann. Es ist schwer, sich einen Überblick zu verschaffen, denn die Bernsteingeschichte setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Geschichten zusammen, was davon zeugt, dass sie von vielen Menschen geschrieben wurde. Es gibt nicht eine komplette Bernsteingeschichte, deshalb lohnt es sich hier bei uns vorbeizuschauen – um dies zu verstehen.

 

Es gibt so viele Bernsteinarten. Finden sie, dass die Bezeichnung „Gold der Ostsee“ berechtigt ist oder ist es schon übertrieben?

Es ist bestimmt nicht übertrieben, den Bernstein heutzutage als Gold zu nennen. Manche gegenwärtige Gegenstände, die z.B. aus den weißen Bernstein angefertigt worden sind, können teurerer als Gold werden, wenn man die Preise pro Gramm des Rohstoffs umrechnet. Die Bezeichnung „Gold der Ostsee“ weist darauf hin, dass es sich um eine Luxusware handelt,  die den Reichtum der südlichen Ostseeregion bildet. Die Sprachwissenschaftler verbinden die ältesten Bezeichnungen für den Bernstein mit „Stein, der brennt“. Diese Eigenschaft des Bernsteins wurde sehr wahrscheinlich am frühesten entdeckt. Indem der Bernsteinstaub mit Feuer in Berührung kommt, entstehen Explosionen, die visuell sehr interessant sind. Es wurde auch mit dem Bernstein in den Öfen geheizt, denn es ist eine sehr kalorienreiche Substanz, die das Feuer entfacht.

 

Hört man „Südsee“, denkt man gleich an den Bernstein. Wie wichtig ist dieser Rohstoff für Polen?

Es ist eine sehr gute und erkennbare Werbemarke für das Land und auch ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes.

 

In welchen Zeitalter erfreute sich der Bernstein größtes Interesse? Ich frage mich auch, ob sich seine Anwendung im Laufe der Zeit verändert hat. 

Es gab Momente in der Geschichte, wo der Bernstein vergessen wurde und seinen Wert verlor. Dies passierte z. B. im 19. Jh. und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Bernstein passiert dasselbe, wie mit allen anderen „Produkten“ auch – ab und zu vergisst man sie. Was aber interessant ist, ist das wachsende Interesse junger Menschen an den Bernstein. Sie werden vom modernen Design angezogen und auf einmal gilt der Bernstein nicht mehr, wie es in den 90er üblich war,  als typischer Bestandteil des Schmuckkästchens  unserer Omas.

 
Foto: Dariusz Kula, Materialien des Bernsteinmuseums in Danzig 

Woher kommt der polnischer Bernstein?

Der Bernstein wird heutzutage von polnischen Unternehmen abgebaut, die sich im diesen Bereich spezialisieren. Es herrscht hier dieselbe Regel, wie noch im Mittelalter – der Staat ist der Besitzer und erteilt die Lizenz. Der Bernstein wird in Danzig oder Frischer Nehrung abgebaut. Bedeutende Lagerstätte bildet auch die Region um Lublin, aber dort wird der Bernstein noch nicht abgebaut.

 

Bernstein oder Diamanten?

Bernstein. Diamanten sind einfach langweilig! Wir finden unter ihnen nicht solche Form- und Farbenvielfalt – von Weiß bis hin zur durchsichtigen „Zitrone“ – und auch nicht Lebenszeugnisse aus vor über 40 Mio. Jahren, die in dem Harz für ewig gefangen sind – Insekten, Pflanzen aber auch Wassertropfen. Ich denke, dass unsere Ausstellung die Leser davon sehr gut überzeugen kann!

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