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Parawaning an der Ostsee

Ausländische Urlauber sind oft verwundert, wenn sie die polnischen Strände zum ersten Mal sehen. Auf denen kann man nämlich wegen der vielen Windschütze – Parawan, nur wenig Sand sehen. Was für die Bewohner Polens völlig normal ist, ist für Ausländer ziemlich verrückt. Was haben also die Polen mit dem Parawan? 

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Dienstag, 20. August 2019
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Palisade und Tor der slavischen Burg
Palisade und Tor der slavischen Burg

Aus dem Dunkel der Geschichte aufgetaucht, mit Verbindungen zum stolzen Mykene, ist die Burg in Trzcinica eines der wichtigsten Entdeckungen nicht nur der polnischen, sondern auch der europäischen Archäologie.

Das Freilichtmuseum Troja des Karpatenvorlands (poln. Karpacka Troja) in der Nähe von Jasło ist eines der jüngsten Freiluftmuseen auf der polnischen Landkarte. Seine Pforten für die Besucher öffnete es im Jahr 2011. Das heißt nicht, dass es den älteren oder bekannteren Freilichtmuseen in irgendeiner Weise nachsteht. Keine andere Sehenswürdigkeit an der Weichsel kann sich mit einer so reichen und 4000 Jahre langen Geschichte rühmen. 

Anfang der 90er Jahre, als Archäologen unter der Leitung von Jan Gancarski mit den archäologischen Untersuchungen begannen, machten sie eine sensationelle Entdeckung, mit der kaum jemand gerechnet hat. An dem Ort, der seit Jahrhunderten den Namen Wały Królewskie (dt. Königliche Wälle) trägt, stoßen sie auf Hinterlassenschaften einer der am meisten entwickelten Kulturen der Frühbronzezeit - der Otomani-Füzesabony-Kultur. Die Bevölkerung dieser Kultur bewohnte das Karpatenbecken und hat weitreichende Kontakte zum Mittelmeerraum, darunter mit den Bewohnern von Troja und Mykene gepflegt. Sie handelte im Mittelmeergebiet mit dem aus der Ostsee stammenden Bernstein und brachte von dort verschiedene Neuigkeiten. 

Während der Untersuchungen haben Archäologen zahlreiche Entdeckungen gemacht, die für immer die Betrachtungsweise  dieser Region verändert haben. “Die Zahl und Qualität der gefundenen Exponate haben mich überrascht. Es war schockierend, denn noch in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts glaubte man, dass die Karpaten bis zum Mittelalter unbewohnt waren. Erst die archäologischen Oberflächenuntersuchungen und Grabungen haben den Reichtum der vergangenen Jahrhunderte aufgedeckt und gezeigt, dass die Stätte in Trzcinica nicht nur polen- sondern auch europaweit einzigartig ist”, erklärt Jan Gancarski, der Direktor des Museums des Karpatenvorlands in Krosno und der Initiator des Freilichtmuseums Karpacka Troja im Gespräch mit PolenJournal.de

 

 

Zuwanderer aus dem Karpatenbecken

Die Vertreter der Otomani-Füzesabony-Kultur sind nicht die ersten Bewohner dieser Gegend gewesen. Früher lebte hier das Volk der sog. Pleszów-Gruppe der Mierzanowice-Kultur, die um 2100 v. Chr. hier ihre Burg erbaut hat. Sie ist unter großem Einfluss der Völker des Karpatenhinterlands gewesen, darunter der Otomani-Füzesabony-Kultur, von der sie im  Jahr 1650 v. Chr. aufgenommen wurde. Die Übernahme der Burg ist höchstwahrscheinlich friedlich verlaufen. Sie wurde später etwas umgebaut und vergrößert. Zu dieser Zeit regierten in Ägypten die Pharaonen und Mykene und Troja entwickelten sich prächtig.

Die Zahl bei den Ausgrabungen gefundener Artefakte, die zu der Pleszów-Gruppe und Otomani-Füzesabony-Kultur gehören, zählt 200.000 Stück. Darunter befinden sich ein wunderschöner Bronzepickel, der Kopf eines Götzen aus Lehm und andere Erzeugnisse, die mit ihrem Aussehen an die Sehenswürdigkeiten aus den Mittelmeerraum anknüpfen. Diese Gegenstände haben sich hervorragend erhalten. Das Aufschichten aufeinander folgenden Siedlungen und deutliche Einflüsse aus den Mittelmeerraum rufen sofort Assoziationen mit dem berühmten griechischen Troja hervor. Der Name Troja des Karpatenvorlands (poln. Karpacka Troja) wurde das erste Mal 1996 während einer Konferenz von Prof. Jan Machnik und Jan Gancarski benutzt. Seitdem wird er in den Medien und der Fachliteratur verwendet.


Das gießen der Erzeugnisse aus Bronze

Die Burg in Trzcinica gehört nicht nur zu den am besten erhaltenen sondern, auch zu den ältesten in Polen. Als man sie gebaut hat, wurden in Mesopotamien die ersten Zikkurats errichtet. “Nach der Einnahme der Siedlung durch das Volk aus der Otomani-Füzesabony-Kultur, ist sie vergrößert worden. Es entstanden neue Hütten, man baute die Befestigungsanlagen um und errichtete ein neues Eingangstor. Zu der Burg führte auch ein neuer Weg. 150 Jahre später sind die Befestigungsanlagen abgebrannt. Man hat sie wieder aufgebaut und die Burg wurde von 60 Ar auf 2 ha vergrößert. Man baute eine Vorburg an, errichtete neue Befestigungen.” - erklärt  im Interview Jan Gancarski. 

Die Bevölkerung der Otomani-Füzesabony-Kultur hat sich hauptsächlich mit Viehzucht, Pflanzenbau und Jägerei beschäftigt und beherrschte hervorragend die Verarbeitung von Gold und Bronze. Die Vertreter dieser Kultur bauten große Wehranlagen, manchmal mit getrennten Akropolen. Sie bewegten sich durch die Karpatenpässe nach Norden an die Ostsee und in den Süden - an das Mittelmeer, betrieben Handel mit Bernstein, lokalen Produkten und Erzeugnissen aus Bronze. Während der Ausgrabungen sind die Archäologen auf wunderschön verzierte, mit verschiedenen Methoden ornamentierte, gut gebrannte Gefäße und hervorragend erhaltenen Erzeugnisse aus Knochen und Bronze gestoßen. Zu den wichtigen Entdeckungen zählen - das einzige bekannte aus der Otomani-Füzesabony-Kultur - Haus eines Gießers mit gesamter Ausstattung und gut erhaltenem, schön verziertem Geschirr. Man hat auch dort eine Gießdüse, Getreide und Eicheln gefunden. Die Siedlung ist bis ca. 1350 v. Chr. bewohnt gewesen, bis sie dann durch einen Brand zerstört wurde. Zu dieser Zeit blühte die Mykenische Kultur und Troja existierte noch 100 Jahre.


Slaven vor einer Erdhütte

Die ersten Slawen

Die Gegend ist praktisch über 2000 Jahre unbewohnt gewesen, die seit der Zerstörung vergangen sind. Erst in den Jahren 770-780 unserer Zeit tauchten hier die ersten Slawen auf. Auf den erhaltenen Trümmern, errichteten sie deren eigene, wuchtige Burg, die 3,5 ha umfasste. “Die Burg besaß eine Akropolis und drei Vorburgen. Die Wälle sind ca. 1200 Meter lang und bis zu 10 Meter hoch gewesen. Die Burg, die ein großes Werk der slawischen Ingenieurskunst gewesen ist, überdauerte bis ca. 1031 oder 1039 als sie höchstwahrscheinlich bei inneren, religiösen Unruhen abbrannte”, sagt Jan Gancarski im Gespräch mit PolenJournal.de

Aus den Zeiten der slawischen Burg, stammt einer der wichtigsten Funde aus Trzcinica, der sog. Silberner Schatz. “Er setzt sich aus 650 Artefakten zusammen, darunter zahlreichen silbernen Münzen, u.a. deutschen, englischen und arabischen Silberlingen und deren Fragmenten, zusammen mit Silberbeschlägen einer Schwertscheide - eines großen Meisterwerks der frühmittelalterlichen Kunst, der durch den Stamm der Liven, die auf dem heutigen Gebiet Lettlands und Estlands lebten, angefertigt wurde. Einen identischen Zierbeschlag entdeckte man im Grab des Herrschers der Rus in Kiev. Dieser Zierbeschlag wurde entweder gekauft oder beschlagnahmt, wahrscheinlich beim Kriegszug Boleslaws I. nach Kiev. Jedenfalls ist er ein sehr wertvolles Exponat, hervorragend erhalten”, unterstreicht Gancarski. Neben dem Schatz hat man Fragmente frühmittelalterlichen Geschirrs und Erzeugnisse aus Eisen gefunden. 


Der Silberner Schatz

Das Troja des Karpatenvorlands, das früher als Königlicher Wall bekannt gewesen ist, war den Altertumliebhabern bereits im 19. Jh. bekannt. Die ersten hier geführten Untersuchungen bestätigten die Existenz einer slawischen Burg. Aber erst die durch Jan Gancarski von 1991 geleiteten Ausgrabungen erlaubten eine bessere Erkundung dieses Geländes. Die Untersuchungen bestätigten die Existenz einer der ältesten slawischen Burgen in Polen, aber entdeckten auch Siedlungen aus der Bronzezeit, dessen Alter mit Hilfe der Radiokarbondatierung bestimmt wurde. Infolge der bis heute geführten interdisziplinären Forschungen, bestimmte und dokumentierte man die Stratigraphie der Besiedlungen, führte eine Serie von Radiokarbondatierungen und Dendrochronologien durch, dabei entdeckte man auch Unmengen an pflanzlichen Überresten und Tierknochen. Das erlaubte zu bestimmen, welche Pflanzen die hier ansässige Bevölkerung anbaute und welche Tiere sie züchtete. 

 

 

Geschichte zum Greifen nah

Die Idee ein Freilichtmuseum zu schaffen ist nach dem Bekanntwerden der Entdeckungen entstanden als immer mehr Personen nach Trzcinica gekommen sind, um die Überreste der Burg zu besichtigen. Nicht selten sind Touristen auf Pferden oder Quads gekommen, was die Zerstörung der neu entdeckten Aufschichtungen und Überreste vergangener Jahrhunderte nach sich zog. Der Entdecker und Initiator der Troja des Karpatenvorlands betont, dass es der einzig logische und sinnvolle Versuch die Gegend zu schützen, das Schaffen eines Freilichtmuseums gewesen ist, dass das europäische Kulturerbe für die kommenden Generationen absichert. Das Entstehen des Museums hat zu der touristischen und kulturellen Entwicklung der Region beigetragen. 

Das Freiluftmuseum in Trzcinica wurde mit europäischen Finanzhilfen erbaut und 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Rekonstruktion ist mit denselben Methoden durchgeführt worden, die, die Erbauer der Burg in Trzcinica benutzt haben. In Anlehnung an die Entdeckungen hat man die Pforten, Fragmente der Wälle, Hütten aus der Bronzezeit und des frühen Mittelalters rekonstruiert. Die Behausungen hat man mit denselben Geräten ausgestattet, die dort die früher lebenden Menschen benutzten. Man muss hervorheben, dass die Geräte, getreue Reproduktionen der bei den Ausgrabungen gefundenen Artefakte sind. 

Im Laufe der Jahre ist das Freiluftmuseum allmählich größer geworden. Man hat eine Aussichtsplattform mit einer Internetkamera gebaut, von der man das ganze Gelände und die wunderschöne Gegend des Jaslo-Becken bewundern kann. 2017 wurde das Gehege mit Tieren, die in der Bronzezeit und dem frühen Mittelalter auf dem Gelände der Burg lebten, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man hat die Pflanzen auch nicht vergessen - im Archäologischen Freilichtmuseum hat man Versuchsfelder mit Pflanzen angelegt, die die damals, vor tausenden Jahren lebende Bevölkerung, angebaut hat. “Das Freiluftmuseum zeigt im Ganzen das Leben, der damaligen Bewohner dieser Gegend. Soweit das möglich ist, werden alle Lebensbereiche der ursprünglichen Einwohner gezeigt. Die Besucher können - in einer Weise so glaubhaft, wie nur möglich - mit der frühen Vergangenheit in Berührung kommen”, betont Jan Gancarski. 

Reise in die Vergangenheit

Die Besucher haben die Gelegenheit im archäologischen Park dem Leben der Otomani-Füzesabony-Kultur und der Slawen näher zu kommen. Im Park befindet sich der Ausstellungspavillon mit einzigartiger Ausstellung und Arbeitsräumen, in denen Lehrveranstaltungen stattfinden, das Gehege mit den Tieren und Rekonstruktionen der Dörfer. Ein zweites Museum dieser Art gibt es in Europa nicht, auch nicht in Ungarn und in der Slowakei - dem ehemaligen Ursprungsgebiet dieser Kultur. Hier kann man das Leben der Otomani-Füzesabony-Kultur kennenlernen” sagt der Museumsdirektor und betont die Bedeutung Trzcinicas für die Geschichte der Slawen in Polen: “Das bekannteste Freilichtmuseum in Polen also Biskupin, zeigt das frühere Leben der Slawen nicht. Die Burg der Lausitzer Kultur ist nicht slawisch gewesen. Die Slawen sind dort viel später hin gekommen. Das Freiluftmuseum in Trzcinica zeigt wiederum das Leben der Slawen aus der Zeit der Stammesgesellschaft und den Anfängen des polnischen Staates.” Auf dem Gelände der Burg werden die ganze Zeit verschiedene archäologische Untersuchungen durchgeführt. Die Archäologen erhoffen sich, dass sie in absehbarer Zeit den prähistorischen Friedhof der Bevölkerung aus der frühen Bronzezeit finden, der neue interessante Erkenntnisse und einzigartige Artefakte liefern wird.


Archäologische Ausstellung

In dem Ausstellungspavillon befindet sich auch der sog. Saal des kleinen Entdeckers für Kinder, die mit den Spielsachen und dem Leben derer Altersgenossen aus der damaligen Zeit bekannt gemacht werden. Sie haben die Möglichkeit sich Märchen über die vergangenen Zeiten an zu hören, Töpfe und andere Gegenstände aus Lehm zu formen, die später im Ofen gebrannt werden. Es werden multimediale Präsentationen gezeigt, die Kinder können auch Bogenschießen, in die Rolle des Archäologen schlüpfen, sich mit der Landwirtschaft und Tierzucht bekannt machen und sogar Gerichte verkosten, die an diese Zeit anknüpfen. 

Im August findet das alljährliche Archäologische Karpaten Festival (poln. Karpacki Festiwal Archeologiczny) statt, bei dem die Besucher, die Möglichkeit haben das alltägliche Leben in der Bronzezeit und dem Frühmittelalter in allen seinen Aspekten kennenzulernen. Sie werden auch die Gelegenheit haben, ein nachgestelltes Lager zu besuchen, den Handwerkern über den Arm zu schauen, große Schlachten, Waffen und Kleidung aus den vergangenen Epochen zu sehen und auch an Wettbewerben und Spielen teilzunehmen. Wie Jan Gancarski im  Interview erwähnt, ist das Festival nicht die einzige Veranstaltung, die im Freilichtmuseum stattfindet: “Im Juni organisierten wir die Veranstaltung Von Troja bis zu Ostsee. In diesem Jahr werden wir das Leben in der Bronzezeit zeigen.”  

“Das Troja des Karpatenvorlands ist ein einzigartiger Ort ist, wo in den Anfängen der Bronzezeit die Einflüsse hochentwickelter Kulturen  aus dem Karpatenbecken und Mittelmeerraum hin gelangten, welche weitaus stärker entwickelt waren als die, deren Bevölkerung in Norden Polens lebte.” - beendet Jan Gancarski.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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