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Sonntag, 22. Oktober 2017
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Dr. Rafal Dutkiewicz / Foto: Maciej Kulczyński (Sent to OTRS) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Dr. Rafal Dutkiewicz / Foto: Maciej Kulczyński (Sent to OTRS) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Deutsche Nationalstiftung zeichnet den Stadtpräsidenten von Breslau, Dr. Rafał Franciszek Dutkiewicz (57), mit dem Deutschen Nationalpreis 2017 aus. Das gab der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Staatsrat a. D. Dirk Reimers, bekannt. Der mit 50.000 € dotierte Preis wird am Dienstag, 13. Juni, in Berlin offiziell verliehen.

Reimers sagte zur Begründung: „Rafał Dutkiewicz hat sich um das europäische Profil seiner Stadt und um die deutsch-polnischen Beziehungen in besonderer Weise verdient gemacht. Als Stadtpräsident von Breslau / Wroclaw hat er seit 2002 die unterschiedlichen Facetten der dramatischen Stadtgeschichte zu einer eigenen, weltoffenen Identität entwickelt und dabei zwischen Deutschland und Polen Brücken gebaut. Er ist ein polnischer Politiker mit europäischem Weitblick und der Deutsche Nationalpreis ist ein Signal der Dankbarkeit an alle Menschen in Polen, die sich für ein harmonisches Zusammenleben von Polen und Deutschen in einem vereinten Europa einsetzen.“

Zur Person

Rafał Dutkiewicz wurde 1959 in Mikstat (Polen) geboren, studierte angewandte Mathematik an der Technischen Hochschule Breslau und promovierte 1986 an der Katholischen Universität Lublin. Von 1982 bis 1992 war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, bis 1994 an der Universität Breslau. Als Stipendiat des Katholischen Akademischen Auslandsdienstes studierte er ein Jahr in Freiburg und erwarb dort seine Deutschkenntnisse. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Politische Stationen, Politik und und Auswahl der Ehrungen

Zur Zeit des polnischen Ausnahmezustands von 1981 bis 1983 war Dutkiewicz mit der Solidarność verbunden. 1989 war er Sekretär des Bürgerkomitees Solidarność und 1990 Vorsitzender dieses Komitees in Breslau. Dort war er Mitveranstalter der ersten Christlichen Kulturwochen. 2002 wurde Dutkiewicz erstmalig zum Stadtpräsidenten von Breslau / Wroclaw gewählt; 2014 zum vierten Mal in Folge. 1 In seinem Amt hat sich Dutkiewicz als entschiedener Befürworter der Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union und als Fürsprecher von Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen Polen und der Bundesrepublik Deutschland gezeigt. Er holte den Sitz der Vertretung der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments nach Breslau.

In besonderer Weise hat er sich um die Gestaltung der deutsch-polnischen Beziehungen und die Integration beider Länder in einem offenen, vereinten Europa verdient gemacht. Seit 2002 hat er viele Aktionen ins Leben gerufen, die z. B. an die vielschichtige Geschichte der Stadt Breslau erinnern und die Stadt als offene Weltstadt mit eigener Identität zeigen, die auf eine europäische Zukunft eingestellt ist. 2011 wurde Breslau mit dem Deutsch-Polnischen Preis ausgezeichnet, der von den Regierungen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 35 des Abkommens für gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. Juni 1991 seit 1996 für besondere Verdienste um die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen vergeben wird.

Im Jahre 2016 wurde Dutkiewicz für sein vielseitiges Engagement für die friedliche Gestaltung eines multikulturellen Europas sowie das Engagement für die Entwicklung der Städtepartnerschaft Wrocław – Dresden mit dem vom Presseclub Dresden e.V. gestifteten Erich Kästner Preis ausgezeichnet. In Polen erhielt er 2006 das Diplom des Außenministers „Für das positive Außenbild Polens im Ausland“ und 2009 das Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta für „herausragende Verdienste der Kommunalregierung sowie für Verdienste der öffentlichen Arbeit und Sozialarbeit zum Wohle des ganzen Landes“. Daneben empfing er hohe Auszeichnungen in Belgien (2006), Italien (2008), Schweden (2011) und Frankreich (2011). Seit 2011 ist er Ehrenmitglied der 1988 in Cambridge gegründeten Academia Europaea. 

Quelle: Deutsche Nationalstiftung

 

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