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Foto: Facebook/Wisława Szymborska
Foto: Facebook/Wisława Szymborska

Keine andere polnische Dichterin und Autorin wurde in so viele Sprachen übersetzt wie die 2012 verstorbene Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska. Im kommenden Jahr wird mit zahlreichen Veranstaltungen an sie erinnert. Am 2. Juli 2023 hätte die Literatin ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Wie bedeutend die Grande Dame der polnischen Poesie für den Literaturbetrieb des Landes war, lässt sich nicht nur an den zahlreichen polnischen und internationalen Preisen ablesen, die für ihr Schaffen erhielt. In den 1970er-Jahren war sie eine der wenigen Autorinnen und Autoren, die das kommunistisch regierte Land nicht verlassen hatten und dennoch im westeuropäischen Ausland verlegt wurden.

In der Bundesrepublik war es das Verdienst von Karl Dedecius, der ihre Gedichte erstmals übersetzte und 1973 im Suhrkamp-Verlag veröffentlichte. Damals hatte sich Szymborska von den Fesseln ihrer frühen Schaffenszeit befreit. 1923 als Tochter des nationalistischen Politikers und Gutsverwalters Wincenty Szymborski bei Kórnik geboren, hatte sie während des Zweiten Weltkrieges ihre Schulausbildung im Krakauer Untergrund fortgeführt und erste Kontakte zu literarischen Kreisen aufgebaut.

Szymborska blieb Krakau zeitlebens verbunden. Während des Studiums an der Jagiellonen-Universität ab 1946 begann sie erste Texte zu veröffentlichen. Später arbeitete sie für die Krakauer Zeitschrift „Życie Literackie“ (Literarisches Leben) und nahm Ende der 1950er-Jahre Kontakte zur polnischen Exil-Zeitschrift „Kultura“ um Jerzy Giedroyć in Paris auf. In der Folge entwickelte sie die für sie so eigene Art der Poesie, dicht am alltäglichen Menschsein, oftmals humorvoll und locker formuliert, dabei doch mit vielen verborgenen Bedeutungsebenen versehen, die auf tiefere, existenzielle Aspekte des Daseins verweisen. Diese führte auch zur Entscheidung des Stockholmer Komitees, ihr 1996 den Nobelpreis für Literatur zu verleihen.

Die Szymborska-Stiftung stellt die letzte Wohnung der Nobelpreisträgerin in der Krakauer Straße ul. Piastowska 46 Angehörigen der schreibenden Zunft im Rahmen eines Artists-in-Residence-Programmes zur Verfügung und organisiert dort literarische Wochenenden. Darüber hinaus veranstalten die Museen der Stadt regelmäßige Sonderausstellungen zu Leben und Werk Szymborskas. Eine kleine Dauerausstellung mit Erinnerungsstücken und einem in ihrem Geist eingerichteten Wohnzimmer erinnert in Szołajski-Haus, einer Filiale des Krakauer Nationalmuseums an die berühmte Bewohnerin der Stadt.

Anlässlich des runden Geburtstages wird die Szymborska-Stiftung im kommenden Jahr eine zentrale Ausstellung zu Leben und Schaffen der Literatin zeigen. Sie wird zur  Eröffnung des Festjahres im Senat in Warszawa (Warschau) ausgestellt und dann als Wanderausstellung auf Reisen gehen. Darüber hinaus wird die Stiftung eine Ausstellung mit großformatigen Fotografien von Joanna Helander zeigen. Die polnische Fotografin begleitete Wisława Szymborska in den 1980er-Jahren und bei der Nobelpreisverleihung.

Infos der Szymborska-Stiftung unter www.szymborska.org.pl Infos zum Krakauer Nationalmuseum unter www.mnk.pl Weitere Informationen über das Reiseland Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel 

 

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