Ein Stück Ägypten in Polen - die bekanntesten Pyramiden an der Weichsel

 

 

Die riesigen Pyramiden aus Ägypten kennt jeder. Doch kaum einer weiß, dass auch in Polen solche Bauwerke  zu finden sind. Manche sind sogar älter als die weltbekannten Sehenswürdigkeiten. 

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Donnerstag, 16. September 2021
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In Märchen kann man öfters auf einen naiven, gierigen Wolf treffen. Im Alltag stehen dem ein oder anderen die Haare zu Berge, wenn man nur das Wort hört, aus Angst vor dem Tier. Hat jedoch diese Wahrnehmung irgendetwas mit der Realität zu tun? Können Wölfe tatsächlich den Menschen angreifen? Diese und viele andere Wolfsfragen beantwortete der Fährtensucher Adam Gełdon.

Patrycja Urban (PolenJournal): Womit beschäftigt sich ein Fährtensucher? Was ist sein Ziel?

Adam Geldon (Wolfs-Fährtensucher): Das Ziel eines Fährtensuchers von großen Raubtieren, so wie Wölfen oder Luchsen, ist es in erster Linie, so viele Informationen wie möglich über die lokalen Populationen dieser Arten zu sammeln, ohne deren natürliches Verhalten zu stören. Als Förster hab ich das Vergnügen, die Arbeit in der Försterei Spychowo mit meiner Leidenschaft für Wölfe zu verbinden, zumal es in der Johannisburger Heide mehrere Wolfsgruppen gibt, deren Daseins-Spuren man in fast jedem Teil des Waldes beobachten kann.

Wieso spürt man überhaupt Wölfe auf und wie findet man eine Wolfsspur? Geht das einfach?

Das Aufspüren der Wölfe gibt viele Informationen darüber, ob an dem Ort überhaupt Raubtiere leben, wie viele es sind, man erfährt auch die Anzahl der Rudel in einem bestimmten Waldkomplex und die ungefähre Größe des Wolfsreviers. Das Aufspüren ermöglicht auch andere Spuren zu finden z.B. von der aufgegessenen Beute, Urinspuren, Kot und sogar Spuren von Brunft. Alle diese Informationen werden im Rahmen der ganzjährigen Überwachung in einer Datenbank gespeichert. Diese werden später durch das Wissenschaftsinstitut im Rahmen der Schutzmaßnahmen dieser Tierart gebraucht.

Die Wolfsspuren lassen sich meistens am einfachsten auf Waldwegen finden. Wölfe benutzen sie gerne für tägliche Wanderungen. Auf Wegen kann man einfacher laufen. Im Winter, wenn Schnee liegt, ist es viel einfacher, Wolfspfotenabdrücke auf dem Boden zu finden als in den schneefreien Jahreszeiten. Deutlich schwieriger ist es richtig zu erkennen, ob die gefundene Spur tatsächlich zu einem Wolf oder vielleicht einem großen Hund gehört, denn diese gibt es zahlreich und dabei laufen sie ohne Leine durch den Wald.

Woher kommt ihre Leidenschaft für Wölfe?

Während meines Forstwirtschaftsstudiums an der  Naturwissenschaftlichen Universität in Warszawa/Warschau habe ich an einem Wissenschaftslager der Forschungsgruppe der Förster in Bieszczady teilgenommen. Dieser hieß “Wolf Expedition” und dort haben wir die Spuren der Wölfe aufgespürt. Da hatte ich das erste Mal mit Wölfen im Gelände zu tun, indem ich die Spuren im Schnee beobachtete und das Heulen nachts hörte. Danach begann ich mein Wissen über Wölfe zu vertiefen, schrieb meine Masterarbeit über ihre Vokalaktivität und begannjedes Jahr auf das Camp “Wolf Expedition”  zu fahren. Und so ist es meine Leidenschaft bis heute.

Was muss man machen, um ein Wolfs-Fährtensucher zu werden?

Vor allem muss man die Spuren der Tiere und andere Spuren ihres Daseins erkennen sowie die Biologie und Ökologie der jeweiligen Tierart kennenlernen. Man muss sich einfach dafür interessieren, selbst das Thema vertiefen, wissenschaftliche Texte lesen, Erfahrungen sammeln, mit Personen sprechen, die sich damit auskennen und aufgeschlossen sein, denn die Natur kann einen überraschen und nicht alles ist eine genaue Widerspiegelung aus den gelesenen Büchern. Und das wichtigste – man muss in den Wald gehen. Man kann kein Spezialist sein, wenn man nur hinter dem Bildschirm des Computers sitzt.

Selber bin ich auch die ganze Zeit am Lernen und viele Sachen sind noch vor mir, die ich vertiefen muss, denn das Wissen über Wölfe entwickelt sich die ganze Zeit. Als ich begann, in der Försterei zu arbeiten, gelang es, eine koordinierte Wolf-Fährtensuche in mehreren Förstereien zu organisieren. In den nächsten Jahren kamen weitere Förstereien dazu und dank dessen hatte ich die Möglichkeit, mein Wissen mit einem immer größerem Försterkreis zu teilen. Damit sammelte ich immer mehr Erfahrung. Zusätzlich veranstaltete ich eine Reihe von Lernveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen über Wölfe. Das hatte auch einen Einfluss auf mein Image, denn öfters höre ich über mich die Wörter “das ist der Herr von den Wölfen”.

Bei dem Wort Wolf sind viele Menschen beängstigt, denn diese Tiere werden als gefährlich angesehen. Öfters hört man in den Medien, dass ein Wolf auf einen Hof reinspaziert ist und dabei einen Hund oder andere Tiere totgebissen hat. Ist es damit verbunden, dass es im Wald an Essen fehlt?

Die Wölfe haben genügend Futter im Wald. Hoftiere stellen in einer Landesskala nur ca. 2% der Wolfsdiät dar. Natürlich greifen Wölfe Hoftiere an, wenn sie einen leichten Zugang zu ihnen haben und wie man weiß, kann sich ein Schaf in keinster Weise vor ihm schützen. Dennoch verhält sich das Problem auf nationaler Ebene, wenn man den Umfang der Entschädigungszahlungen für Wolfsangriffe auf die Tiere analysiert, immer noch gering, obwohl es lokal echt belastend sein kann. Von daher lohnt es sich in diesem Thema mit der regionalen Direktion für Umweltschutz zusammenzuarbeiten und die entwickelten und wirksamen Methoden zum Schutz der Herden vor Wölfen einzusetzen z.B. anhand von Elektrozäunen oder geeigneten Abzäunungen. 

Wölfe greifen Hunde nur aus zwei Gründen an. Der Erste ist das Konsumoptionsziel. Der Zweite und wichtigste Grund ist die Absicht, den Hund als Konkurrenten in der Umgebung zu eliminieren. Der Hund stammt vom Wolf ab, und obwohl sie Zehntausende von Jahren der Evolution trennen, sehen Wölfe Hunde immer noch als andere Wölfe an, die in ihr Revier eingedrungen sind. Wölfe sind Reviertiere und sie verteidigen aktiv ihr Territorium vor Eindringlingen, um ihre Futterressourcen im Wald zu schützen. Wenn Hunde vom Hof weglaufen oder frei im Wald während des Spazierganges laufen und mit Urin ihre Stelle markieren, fassen die Wölfe diese Spuren als Gefahr auf ihr Revier auf. Sie werden versuchen, den Hund zu finden und ihn zu beseitigen. Ist der Hund an einer Leine angebracht, hat er keine Chance, um sich zu verteidigen. Daher muss man, wenn man weiß, dass Wölfe in der Nähe sind, für die Sicherheit des Hundes sorgen, da dies in der Verantwortung des Besitzers liegt. Am besten ist es, wenn man die Hunde nicht an der Leine hält, sondern im Hundezwinger oder im Haus hat. Man muss auch darauf achten, dass der Zaun dicht ist, damit der Hund nicht wegläuft und wenn man mit ihm in den Wald spazieren geht, sollte man ihn immer an der Leine haben.

Bei dem Wort Wolf stehen vielen Personen die Haare zu Berge. Besteht wirklich eine Gefahr für den Menschen seitens des Wolfs, oder ist dies nur ein Mythos?

Potenziell ist der Wolf eine Gefahr für den Menschen, so wie jedes große Raubtier und grundsätzlich auch für jedes wilde Tier. Im Prinzip sollten wir zu jedem Wildtier, egal welcher Art, Abstand halten und ihm aus dem Weg gehen. Wann kann ein Wolf für den Menschen gefährlich werden? Wenn er von Menschen aufgezogen wurde und danach in die Natur freigelassen wurde bzw. er weggelaufen ist, wenn er im Wald gefüttert wurde und es eine starke Zähmung gab oder während einer Krankheit z.B. Tollwut. Das sind die häufigsten Gründe, mit welchen wir in Polen zu tun hatten. In anderen Ländern, wo Wölfe Menschen angreifen, ist die häufigiste Ursache solch eines Geschehens die Tatsache, dass die Umgebung durch den Menschen stark verändert wurde, dass es keine natürliche Beute im Wald gibt oder sie einen leichten Zugang zu großen Mülldeponien haben, dank denen Wölfe den Geruch des Menschen mit dem Erbringen von Essen assoziieren und sich daran gewöhnen. Wölfe sind Allesfresser, sie können Pflanzenfutter nutzen und haben einen starken Überlebenswillen. Wenn sie also in der Natur keine Nahrung finden, werden sie es in der nahen Umgebung des Menschen suchen, weil dort es reichlich Essen gibt und es leicht verfügbar ist, was zu Konflikten führen wird.   

Hunde erkennen nur wenige Farben. Man könnte also sagen, dass sie farbenblind sind. Betrifft das auch Wölfe?

Ja, Wölfe sind auch farbenblind. Darüber hinaus sehen sie tagsüber schlechter als wir. Ihre Sehkraft wird erst nach der Abenddämmerung besser. Deswegen glauben wir manchmal, wenn wir einen Wolf sehen, der nicht wegläuft, dass er keine Angst hat, doch eigentlich hat er uns einfach nicht gesehen.

Im Februar gibt es das Fest der Liebe. Auch Wölfe spüren in dieser Zeit die Liebeslust. Wie sieht das aus?

Die Brunst bei Wölfen findet meistens um den Valentinstag herum statt, sodass es sich leicht zu merken ist, und während dieser zweiwöchigen Zeit der Liebe bei Wölfen hat das Elternpaar Zeit für sich. Oft trennen sie sich von dem Rest der Familie, durchqueren das Revier und kennzeichnen es gemeinsam und natürlich daten sie. Möchte man in dieser Zeit ein Wolfsrudel aufspüren, kann man öfters auf die Spuren von zwei Wölfen kommen und das können die Spuren der Eltern während der Brunst sein. Auf dem Schnee kann man die Brunstspuren in Form von blutigem Ausfluss oder Urin mit Blut und ausgetretenen Kopulationsstellen erkennen.

In vielen Märchen heulen Wölfe zum Mond. Ist das mit der Realität verbunden oder ist es nur eine Erfindung der Märchenmacher?

Das Heulen dient vor allem der Kommunikation mit den Familienmitgliedern, somit könnte man meinen, dass wenn der Wolf zum Mond heult, er mit dem Mond sprechen möchte, doch das stimmt nicht. Helle Mondnächte sind eine großartige Zeit, um auf die Jagd zu gehen, von daher ist es gut möglich, dass Wölfe heulen, aber nicht zum Mond, sondern zu den anderen Gruppenmitgliedern, um alle zusammenzurufen und die Jagd zu beginnen.

Wieso heulen Wölfe überhaupt? Was bedeutet es?

Es ist eins der vielen Möglichkeiten der verbalen Kommunikation zwischen Wölfen. Das Heulen dient vor allem der Kommunikation mit Mitgliedern der eigenen Rudel auf großer Entfernung. Es ist ein sog. Wolfs-Telefon, mit dem sich Wölfe auch bei 10 Kilometern Entfernung hören. Dank dieser Kommunikation kann sich eine auseinander getriebene Gruppe (z.B. während der Jagd oder beim Laufen durchs Revier) an einem Platz zusammenrufen. Außerdem ist das Heulen eine Art Reviermarkierung. Dank dessen bekommen fremde Wölfe schon aus weiten Entfernungen die Information, dass dieses Gebiet schon von einer Gruppe mit konkreter Mitgliederanzahl besetzt ist. Wölfe können auch nach einer erfolgreichen Jagd heulen. Es ist das sog. Triumph-Heulen und es wird sogar von Rabenvögeln genutzt, denn sie fliegen an die Stelle, von der das Heulen kommt und hoffen auf die Essensreste der Wölfe. Außerdem heulen Wölfe auch zum Spaß, wenn sie erregt sind und das Erwachsenenleben kennenlernen. Diese Art der Kommunikation ist jedoch weiterhin geheimnisvoll und unzureichend erforscht.

Welche Mythen über Wölfe sollte man aus dem Weg räumen?

Außer dem Heulen zum Mond, sollte man auch betonen, dass Wölfe Familientiere sind und ein Rudel nichts anderes ist als eine Familie, die sich aus Eltern und deren Nachkömmlingen zusammensetzt. Eine beliebte Bezeichnung für die Eltern ist “Alfa”, was jedoch nicht ganz zutrifft, denn das Bestimmen der Führungsrolle in eine Wolfsgruppe beruht nicht nur auf ständigen Kämpfen und Aggression, sondern funktioniert ganz natürlich. Sie wird von den ältesten und erfahrensten Mitgliedern, den Eltern, geleitet. Die Bezeichnung “Alfa” stammt aus der Beobachtung der verwandten Wölfe in Zoogehegen, doch es hat keineswegs etwas mit den Tieren zu tun, die frei in der Natur leben. Und natürlich jagen Wölfe keine Großmütter oder Rotkäppchen.

Haben sie sich schon einmal mit einem Wolf Auge in Auge getroffen? Was sollte man in so einer Situation machen? Weglaufen? Oder vielleicht stillstehen?

Ich habe schon ein paar Mal Wölfe in der Natur getroffen. Da sollte man am besten die Ruhe bewahren, nicht weglaufen, sondern ihn still beobachten. Obwohl die Anzahl der Wölfe in den letzten 20 Jahren gestiegen ist, ist es immer noch eine Seltenheit, dass man einen Wolf von Angesicht zu Angesicht trifft, da sie die Anwesenheit der Menschen meiden. Wenn wir jedoch möchten, dass der Moment des Treffens länger dauert, sollten wir uns nicht bewegen und keinen Krach machen, um den Wolf nicht zu verscheuchen. Eventuell können wir uns ruhig entfernen, dabei sollte man jedoch mit dem Gesicht zum Tier sein. Wenn man jedoch solche Treffen vermeiden möchte, sollte man im Wald angemessen laut sein, damit die wilden Tiere früh genug die Information über unsere Anwesenheit bekommen und Zeit für die Flucht haben.

Kann man sagen, dass der Wald ihr zweites Zuhause ist? Wie oft spüren sie Wölfe auf?

Man kann sagen, dass ich sehr gerne Zeit im Grünen verbringe, vor allem in den kälteren Jahreszeiten und am liebsten im schneeweißen Winter. In dieser Jahreszeit folge ich den Wölfen am häufigsten, weil dies dank der Schneebedeckung einfach möglich ist. Wenn es keinen Schnee gibt, bleiben nur einzelne Pfotenabdrücke auf dem Sand oder Matsch und somit gibt es keine Möglichkeit, den Wölfen auf einer längeren Distanz zu folgen. In der Zeit, wo kleine Wölfe zur Welt kommen und sie aufgezogen werden, ist meine Anwesenheit im Wald nur begrenzt, um diese geschützte Tierart nicht zu beunruhigen oder unnötig zu scheuchen. Auch aufgrund der Hitze gehe ich seltener in den Wald, da solche Temperaturen für einen kälteliebenden Menschen wie mich einfach unerträglich sind.

Wie lange dauerte ihre längste Aufspürung von Wölfen?

Wenn ich schon eine Wolfsspur finde, folge ich ihr so lange es geht, bis die Spur nicht endet oder der Tag zu Ende geht. Alles hängt davon ab, wie viel Zeit man dafür hat oder welches Ziel man mit der Aufspürung verfolgt, und wie die Konditionsmöglichkeiten auf dem Weg sind, denn manchmal gibt es schwierige Wetter- und Gebietsbedingungen. Die längste Winter-Aufspürung, an die ich mir erinnern kann, betrug 20 Kilometer. Er dauerte den ganzen Tag samt einer Übernachtung im Wald, um am nächsten Tag die Arbeit fortzusetzen.

Sie leiten das Camp “Wolf Expedition”. Für wen ist es gedacht und was lernt man dort?

Die Wolf Expedition wird in Bieszczady durch die Forschungsgruppe der Förster der Naturwissenschaftlichen Universität in Warszawa/Warschau und den Jugendkreis des Verbandes der Ingenieure und Techniker der Forst- und Holzwirtschaft organisiert. Seit vielen Jahren habe ich das Vergnügen, Workshops im Bereich der Bestandsaufnahme großer Raubtiere zu leiten. Dieses Camp ist an Studenten verschiedener Fachrichtungen und Hochschulen gerichtet. An diesem Event nahmen auch Förster, Naturforscher und sogar Berufsgruppen teil, die mit der Försterei und dem Naturschutz nicht verbunden sind. Die Teilnehmer lernen während des Camps das praktische Erkennen der Wolfsspuren und anderer großer Raubtiere, wie man eine groß angelegte, koordinierte Wolfsinventur durchführt und wie man die Arbeit im Außendienst dokumentiert. Und das alles in der atemberaubend schönen bergigen Natur des Bieszczady-Gebirges.

Wie ist der aktuelle Stand der Wolfspopulation in Polen? Kann es dazu kommen, dass ein Befehl des Abschusses gegeben wird, aufgrund der zu großen Anzahl der Wölfe?

Derzeit wird die nationale Wolfspopulation in Polen auf etwa 2 000 Wölfe beziffert. Keine Frage, seit den letzten 20 Jahre des Wolfschutzes hat sich die Anzahl dieser Tiere und ihr Verbreitungsgebiet vergrößert, was ein erwarteter und erwünschter Effekt des strengen Schutzes dieser Art war. Ob der Wolf auf die Liste des Jagdwilds kommt? Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür und der Wolf gilt weiterhin als geschützte Tierart. Sollte es zu Konfliktsituationen kommen, in denen andere alternative Methoden nicht wirksam sind, werden seit Jahren von der Generaldirektion für Umweltschutz, für bestimmte Problemwölfe Befehle zum Abschießen gegeben. Solche Konfliktindividuen sind z.B. Wölfe, welche das Inventar angreifen, wo nicht-invasive Methoden zum Schutz der Hoftiere nicht weiterhelfen, oder Wölfe, die durch menschliche Tätigkeiten gezähmt wurden und ihre natürliche Angst vor Menschen verloren haben.

Ist es schwierig in Polen einen Wolf anzutreffen? Wo ist die Wahrscheinlichkeit auf so ein Treffen am größten?

Derzeit gibt es fast auf dem ganzen Gebiet unseres Landes Wölfe. Sie besetzten alle größeren Waldkomplexe. So wie die Spuren des Daseins der Wölfe immer häufiger für geübte Naturbeobachter zu sehen sind, so ist die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf in der Natur zu treffen, weiterhin sehr gering. Wölfe meiden Menschen und sobald sie früh die Geruchs- oder Geräuschinformation über unsere Anwesenheit bekommen, laufen sie weg oder entfernen sich ruhig. Deutlich einfacher ist es, die Wolfsspuren dort zu beobachten, wo sie seit immer schon waren, also z.B. in den Urwäldern in Ostpolen oder im Süden in Bieszczady.

Fühlen sie sich wie ein sogenannter Waldmensch? Wie reagieren Menschen auf sie? Sind sie neugierig oder haben sie Angst?

Vielleicht bin ich mit dem Wald etwas mehr verbunden als ein durchschnittlicher Waldtourist aufgrund meine Arbeit als Förster, Erzieher und der Leidenschaften, die mit der Natur verbunden sind. Während meiner Lehrveranstaltungen oder Exkursionen sind die Menschen mir gegenüber eher positiv eingestellt und willig, neues Wissen zu erwerben. Ich sehe nicht wie ein gewöhnlicher Förster aus, was größere Neugier wecken kann und Aufmerksamkeit erregt. Doch während der Arbeit als Erzieher ist es noch besser, denn dann gibt es mehr Aufmerksamkeit und das Warten unter den Teilnehmern der Lehrveranstaltungen auf das, was ich sagen und tun werde. Dank dessen ist die Chance größer, dass dieses erworbene Wissen noch lange in den Köpfen der Teilnehmer bleibt.

Sind Wölfe erfolgreiche Fährtensucher?

Wölfe sind für die Jagd und Erwerbung von Futter ausgezeichnet geeignet. Obwohl sie Raubtiere sind, also sie ihre Beute aufspüren, jagen und letztendlich die Beute töten, sind Wölfe Allesfresser und somit können sie auch pflanzliches Essen nutzen. Obwohl die Jagdwirksamkeit des Wolfes mit etwa 10% relativ gering ist, hat die Evolution die Art so geformt, dass sie sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann, was den Wolf zu einer anpassungsfähigen Art mit starkem Überlebenswillen macht.  

Dieses Interview stammt aus dem PolenJournal-Magazin (Onlineausgabe 2/2021) 

 

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