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Zu Besuch in polnischen Venedig

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Mittwoch, 21. November 2018
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Foto: Agnieszka Werecha-Osińska
Foto: Agnieszka Werecha-Osińska

Einkaufen - für einige die größte Freude, für andere der schrecklichste Albtraum und die schlimmste Pflicht, die sie nur allzu gerne loswerden würden. In den Geschäften herrscht nicht selten Gedränge, von der Farbenvielfalt kann einem schwindlig werden. Der Alltag eben. man hat sich daran gewöhnt. Wofür sollte man sich entscheiden? Die Produkte kommen ein nach dem anderen in den Einkaufskorb. “Produziert in Polen”, heißt es auf der Verpackung. Umso besser, das nehmen wir. Letzte Haltestelle - die Kasse. Wir bezahlen und gehen raus. 

 

Abenteuer in Sicht! 

Es geht aber auch anders. “Ich kann nicht, normal’ einkaufen”, gibt Justyna Ziembińska-Uzar, die seit sechs Jahren den Blog Kupuję Polskie Produkty führt, zu. Dort stellt sie nicht nur polnische Unternehmen vor, sondern gibt auch zahlreiche Ratschläge für alle Interessierte. “Vielleicht klingt es ein wenig humoristisch, aber jeder Besuch in einem Laden ist für mich ein großes Abenteuer. Das Entdecken neuer polnischer Produkte und die Möglichkeit, neue Funde mit meinen Lesern zu teilen, macht mir viel Spaß. Ich bleibe sehr oft an Regalen stehen, sehe mir die Etiketten an, mache Fotos und Notizen im Smartphone. Ich denke, dass ich ein ziemlich gutes Auge habe. Ich kenne mich so gut z.B. mit Lebensmitteln, Kosmetika und Chemieprodukten aus, dass ich gleich die Neuheiten erkenne”. Wie sich herausstellt, gibt es mehrere solcher Menschen. 

 

 

Konsumenten und Patrioten 

“Made in Poland” macht eine immer größere Karriere unter den Polen, die von Jahr zu Jahr bewusster ihre Entscheidungen treffen und nicht selten nach polnischen Produkten greifen. Immer öfter hört man über “die Mode auf das Polnische” oder die Begriffe “Verbraucherpatriotismus” und “Wirtschaftspatriotismus”, was noch vor einigen Jahren sehr exotisch klang. Die heutigen Daten sprechen für sich. Aus dem Bericht, der im Rahmen des Projekts “Konsument 2016” von TNS Polska vorbereitet wurde, geht hervor, dass für 9 von 10 Polen, die polnische Herkunft des Produktes eine ausreichende Kaufmotivation darstellt. Von Bedeutung ist außerdem, ob die Ware in einem lokalen Unternehmen, einem Familienunternehmen und aus ökologischen Stoffen hergestellt worden ist. In diesem Duell haben die Produkte von bekannten internationalen Marken und diejenige, die in der EU produziert werden, nicht so gute Chancen. Die Herkunft ermuntert nur die Hälfte der Befragten zum Kauf. Früher war es gar nicht denkbar. 

Justyna Ziembińska-Uzar erinnert sich, dass ihr Mann der erste Wirtschaftspatriot war, den sie kennengelernt hat. Früher war ihr der Begriff völlig unbekannt. “Mein Mann, damals noch Verlobter, machte die Einkäufe sehr bewusst. Am Anfang unseres gemeinsamen Lebens haben wir begonnen zusammen hiesige Produkte zu suchen. Es fing mit Haushaltschemie und Kosmetika an. Ich dachte mir, dass es vielleicht mehr Personen gibt, die auf der Suche nach polnischen Produkten und Informationen über polnische Unternehmen sind. Darüber war vor sechs Jahren noch nicht unbedingt viel im Internet”, erzählt die Bloggerin. “Am Anfang sollte der Blog nur eine Art Tagebuch sein, wo ich zeigen konnte, was es Neues in meinem Schrank oder in meiner Kosmetiktasche gibt. Schnell habe ich begriffen, dass meine Leser an fast allen Produktgruppen interessiert sind - auch solchen, die nicht schnell rotieren. Zurzeit poste ich nicht nur Produktrezensionen und Verzeichnisse polnischer Unternehmen in den unterschiedlichsten Kategorien, sondern auch Texte, die den Lesern polnische Firmen näherbringen, wie Interviews mit den Markengründern und Fotoreportagen. Ich habe noch viele Ideen und hoffe, dass sich der Blog weiter rasch entwickeln wird. Ich will interessante polnische Produkte zeigen und den Menschen bewusst machen, dass sie die Wahl haben. Wenn jemand unbedingt z. B. eine polnische Zahnpasta kaufen möchte, findet er sie auch”. 


Justyna Ziembińska-Uzar, Foto: Agnieszka Werecha-Osińska 

Antriebskraft für die Unternehmer 

Die Auswahl ist wirklich enorm. Immer mehr polnische Unternehmen lassen sich durch die Kundennachfrage führen und versuchen ihre Kräfte auf den unterschiedlichsten Feldern. Schlüsselbegriffe sind Qualität und der Kontakt mit dem Kunden. Die Produktion in Polen ist nicht mehr etwas, was man nicht unbedingt gerne zugeben möchte. Zurzeit wird es eher als Vorzug betrachtet. Die Bestätigung dieser Umwandlung wird auf den Verpackungen sichtbar. Es fällt nicht schwer in den Geschäften die polnische Fahne und Bezeichnungen “wyprodukowano w Polsce” (dt. “Produziert in Polen”), “jestem z Polski” (dt. Ich komme aus Polen”) oder “produkt polski” (dt. “Polnisches Produkt”) zu finden. Zeugt das wachsende Interesse für die polnischen Produkte von ihrer Einzigartigkeit? “Viele einheimische Produkte bleiben in Sache Qualität nicht hinter den ausländischen, manchmal übertreffen sie sie sogar. Die sogenannte, Mode auf das Polnische’ zwang in gewissem Maße die Produzenten, die Qualität der Produkte zu verbessern. Sie wollen jetzt mit den ausländischen Herstellern nicht nur mit dem Preis, sondern auch mit der Qualität konkurrieren. Ich will niemanden dazu überreden, nur polnische Waren zu kaufen, auch wenn sie von schlechterer Qualität sind. Ich will nur klar machen, dass wir die Wahl haben, dass wir in der Lage sind, sehr gute polnische Äquivalente ausländischer Produkte zu finden”. Diese Meinung vertreten 75% der Befragten, wie TNS informiert. Mehr als die Hälfte denkt sogar, dass Polen ein selbstgenügsames Land sei, obwohl der Verzicht auf ausländische Waren für sie nicht denkbar wäre. 

Welche Produktgruppen überzeugen die Polen am meisten? Ohne Zweifel polnische Lebensmittel, die für gesünder und von besserer Qualität sind (90% der Befragten im Bericht “Mode auf das Polnische” von TNS). Sind die Preise gleich, entscheiden sich die Kunden für polnische Produkte. Von gutem Ruf erfreut sich auch die einheimische Kleidung. Drei von vier Personen würden sich für ein polnisches Produkt entscheiden, und nicht für ein ausländisches beim selben Preis. Über die bessere Qualität dieser Warengruppe sind 60% der Befragten überzeugt. Angesagt sind auch die Kosmetika, die billiger und umweltfreundlicher in den Augen der Polen sind. Weniger Personen sind aber der Meinung, dass sie von besserer Qualität sind, als die ausländischen. Die Polen misstrauen aber der einheimischen Elektronik. Die ausländischen Produkte aus dieser Sparte halten sie für besser, obwohl sie teurer sind. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass die polnischen Kunden bereit sind, mehr für gute Qualität zu bezahlen. 

 

 

Welches Produkt ist polnisch? 

Mehr als die Hälfte der polnischen Konsumenten prüft die Herkunft des Produktes. Für die Mehrheit ist die Herkunft ausschlaggebend - als polnische Ware gilt solche, die im Land an der Weichsel und von einem Unternehmen mit polnischem Kapital und welches polnische Steuer zahlt, hergestellt wird. Viele der Produkte locken die Kunden mit der Information “Polnisches Produkt” an, doch dies ist viel zu wenig, um sich sicher zu sein. Diese Bezeichnung wird auch von Firmen mit ausländischem Kapital verwendet. Wir fragen deshalb Justyna Ziembińska-Uzar, wie man auf Nummer sicher gehen kann? “Ich würde sehr gerne zeigen, wie man schnell und einfach ein polnisches Produkt erkennt, aber es ist leider kompliziert. Das EU-Recht definiert das polnische Produkt anhand seiner Herkunft oder der Herkunft der Stoffe, aus denen es hergestellt wird. Für eine Menge Konsumenten bedeutet ein polnisches etwas anderes - eine Ware, die in Polen von einem Unternehmen mit Großteiles polnischem Kapital produziert wird. Man nimmt an, dass der Strichcode eines polnischen Produktes mit 590 beginnt, aber dies kann irreführen, weil es nichts über die Firma sagt. Hilfreich sind die polnischen Apps: z.B. Pola, Polskie Marki, WspieramyRynek.pl.”, erklärt die Bloggerin. Aus diesen Gründen suchen viele Menschen Hilfe im Internet. Es scheint, als ob die Unternehmen die Problemstellen erkannt haben und deshalb bereit sind, um Zertifikate, die die Herkunft der Produkte bestätigen, zu kämpfen. Das Programm “Polski Ślad” ist sehr bekannt unter ihnen. Mit dem Zertifikat bekommt das Unternehmen auch das Recht das Aktionslogo zu benutzen.


Foto: Agnieszka Werecha-Osińska 

Jeder kann ein Entdecker werden 

Die Beobachtung des polnischen Marktes kann interessanter sein, als man sich am Anfang denken könnte. Justyna Ziembińska-Uzar hat daraus ihre Leidenschaft gemacht: “Ich bin kein Soziologe oder Ökonom, also beobachte ich den Markt aus der Sicht eines Konsumenten - vielleicht eines tiefgründigeren. Natürlich bin ich nicht in der Lage jeder Sparte auf der Ferse zu sein. Es gibt Branchen, die ich besser kenne. Grund dafür sind meine eigenen Bedürfnisse oder Interessen (z. B. die polnischen Kosmetika, vor allem die natürlichen, Damen- und Kinderkleidung, Spielzeuge und Haushaltschemie). Es gibt Branchen, mit denen ich weniger vertraut bin (z. B. Männerkleidung). Meine Leser und neue Bedürfnisse veranlassen mich dazu, diese Sparten, die bisher als schwarze Löcher in meiner Interessenlandkarte galten, zu erforschen. So ist es zum Beispiel mit der Möbel- und Einrichtungsbranche, die ich zurzeit genauer unter die Lupe nehme.”

Die Entdeckung neuer Produkte kann zum Mittel des Kennenlernens seines eigenen Landes werden - so kann man seine Möglichkeiten und Flexibilität prüfen. In dem Fall Polen kann man zum Beispiel entdecken, dass sich die Möbel und Fahrradsparte sehr rasch entwickeln und unter Kosmetika nicht nur Ziaja und Dr Irena Eris ein Name ist, sondern Innovationen eingeführt werden, wie z. B. die “frischen Kosmetika”. Immer öfter werden kleine Produktmengen von Manufakturen hergestellt, die durch Profis mit Erfahrung in Biochemie und Pflanzenheilkunde gegründet werden. 

 

 

Eben diese kleinen Firmen klopfen oft an die Tür von Justyna Ziembińska-Uzar mit dem Wunsch, den Kunden auf eine andere Art und Weise näherzukommen, als die großen Konzerne. Mit Hilfe von Social Media sind sie in der Lage außerordentliche Kontakte mit den Kunden zu knüpfen - Kunden, die nicht nur dies, aber vor allem die Qualität und die mit ihr Hand in Hand gehende Ästhetik, zu schätzen wissen.

Wir fragen, ob im Laufe der Jahre, in denen Justyna Ziembińska-Uzar den Blog führt, sie Augenzeuge einer interessanten Unternehmensentwicklung oder Produktentstehung war? “Wieder fällt es mir schwer kurz zu antworten”, gibt die Bloggerin zu und entscheidet sich, auf zwei Beispiele zu begrenzen. “Ich erinnere mich an die Anfänge der Marke Lullalove (Kinderaccessoires), die von zwei Schwestern Anna Stankiewicz und Joanna Piątkiewicz 2013 gegründet wurde. Ich beobachte die Entwicklung des Unternehmens sehr gern. Ihr erstes Hitprodukt war eine Teddybär-Wärmflasche in Kontrastfarben. 2013 fehlte es an solchen Spielzeugen für die Kleinen auf dem polnischen Markt. Kurz danach folgten weitere Produkte, welche nicht nur die Herzen der Polinnen erobert haben. Ich habe sogar gehört, dass die Chinesen manche Entwürfe nachgemacht haben und als eigene verkaufen. Viel Freude bereiten mir auch Erfolge der Danziger Kleidungsgesellschaft LPP, die schwierige Zeiten überstanden hat und auf ihre polnische Herkunft zu setzen beschlossen hat. Reserved, die Parademarke von LPP, soll laut den Vorstandsvorsitzenden eine globale Marke werden. Zurzeit ist sie schon in Europa und im Nahen Osten bekannt, es wartet der asiatische Markt. Seit ungefähr zwei Jahren vergrößert das Unternehmen die Kleidungsproduktion in Polen und markiert es auf den Etiketten, was mich sehr freut, denn wenn wir uns schon in den Kettengeschäften kleiden, können wir es auch in polnischen machen”. 

Wie wird es weitergehen? 

“Made in Poland” wird immer populärer unter den Polen, die offener auf Neuheiten werden und - paradoxerweise - dabei auch ihre eigene vier Wände besser kennenlernen. Hat der Trend Chancen, fortzuleben? “Auf jeden Fall. Von Jahr zu Jahr spricht man immer mehr über den Verbraucherpatriotismus und über den Einfluss dieses Trends auf die polnische Wirtschaft. Von Jahr zu Jahr suchen immer mehr Menschen auf eigene Faust Infos über polnische Marken und Produkte. Die Hersteller selbst haben diese Umwandlung auch bemerkt und versuchen sie auf unterschiedliche Art und Weise zu nutzen, z. B. durch Etiketten und die Änderung der Kommunikationsweise, indem sie überall unterstreichen, dass sie polnische Unternehmen sind, in Polen die Waren herstellen und neue Arbeitsplätze schaffen. Oftmals wird auch hervorgehoben, dass es sich um ein Familienunternehmen handelt”. Dabei muss man auch zugeben, dass diese Herangehensweise von Vorteil für ausländische Touristen ist. So haben sie bessere Chancen polnische Produkte zu finden und sie zu kaufen, wenn sie sich für einen Aufenthalt an der Weichsel entscheiden.

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