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Parawaning an der Ostsee

Ausländische Urlauber sind oft verwundert, wenn sie die polnischen Strände zum ersten Mal sehen. Auf denen kann man nämlich wegen der vielen Windschütze – Parawan, nur wenig Sand sehen. Was für die Bewohner Polens völlig normal ist, ist für Ausländer ziemlich verrückt. Was haben also die Polen mit dem Parawan? 

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Sonntag, 25. August 2019
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In der Villa Romanówka in Krynica werden Werke des Malers Nikifor ausgestellt. Foto: Klaus Klöppel
In der Villa Romanówka in Krynica werden Werke des Malers Nikifor ausgestellt. Foto: Klaus Klöppel

Vor 50 Jahren, am 10. Oktober 1968, starb Epifaniusz Drowniak, der besser bekannt ist unter seinem Spitznamen Nikifor. Sein Werk gilt heute als bedeutendster und produktivster Beitrag zur naiven Malerei. Der Autodidakt hinterließ über 40.000 Bilder, von denen viele heute in Galerien weltweit zu sehen sind. Das ihm gewidmete Museum in seiner Heimatstadt Krynica-Zdrój erinnert mit einer Sonderausstellung an den ungewöhnlichen Künstler.

Nikifor bedeutet in der Sprache der einst im Südosten Polens ansässigen Lemken soviel wie  „Nichtsnutz“. Epifaniusz, Sohn einer taubstummen Bettlerin aus der Volksgruppe der Lemken und eines nicht bekannten Vaters, war Analphabet und obdachlos. Durch einen angeborenen Sprachfehler fiel ihm der Kontakt zur Außenwelt schwer und so begann er früh zu malen, um sich auszudrücken. Seine ersten Bilder malte er auf Papierabfälle und Zigarettenschachteln. Erst Jahre später wurde die Kunstwelt auf den seltsamen Eigenbrötler aufmerksam. Damals versuchte der ukrainische Maler Roman Turyn seine Werke unter den polnischen Koloristen in Paris bekannt zu machen. 

Den wirklichen Durchbruch und die nötige Anerkennung erhielt Nikifor allerdings erst nach 1949 dank der Unterstützung des Künstlerehepaars Andrzej und Ella Banach. Seine Bilder wurden damals in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt, in Paris und Amsterdam ebenso wie in Baden-Baden und Frankfurt. Bis heute faszinieren seine Arbieten durch die Ausdrucksstärke, die seinen Zeitgenossen zufolge auch vor allem in der authentischen und harmonischen Farbwahl begründet ist. Obwohl Nikifors Bilder in Galerien reißenden Absatz fanden, änderte er seinen Lebensstil nicht. So verbrachte er die meiste Zeit bis zu seinem Tod mit 73 Jahren als Straßenmaler in dem kleinen Kurort Krynica. 

Hatten die meisten Einwohner Krynicas zeit seines Lebens wenig für ihn übrig, so ist man im Kurort heute um so mehr auf ihn stolz. Bereits zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 1995 entstand ein Museum in der hölzernen Villa „Romanówka“, das der Kunst Nikifors gewidmet ist. Noch bis zum 11. November sind dort in einer Sonderausstellung wertvolle, bisher nicht gezeigte Bilder, zu sehen. Anlässlich seines 50. Todestags veranstaltet die Stadt am 9. Oktober zu Ehren Nikifors zudem einen offiziellen Festakt im Ballsaal des nahegelegenen Alten Kurhauses. Das repräsentative Gebäude wurde 1889 im Stil der Neorenaissance errichtet. 

Neben dem 50. Todestag seines berühmtesten Sohnes erinnert Krynica in diesem Jahr auch an den 225. Jahrestag des Beginns des Kurbetriebs. Der wurde 1793 mit dem Bau eines ersten bescheidenen Gäste- und Kurhauses aufgenommen. In den 1850er Jahren entwickelte der Krakauer Arzt und Heilbadpionier Józef Dietl Krynica zu einem der wichtigsten und mondänsten Kurorte im damals zur k.u.k-Monarchie gehörenden polnischen Teilungsgebiet. Heute ist der Ort in den Sandezer Beskiden auch bekannt als Davos des Ostens. Denn jedes Jahr findet dort ein bedeutender Wirtschaftsgipfel statt. 

Infos zum Nikifor-Museum unter www.muzeum.sacz.pl und zum Kurort Krynica unter www.krynica-zdroj.pl
Touristische Informationen aus ganz Polen unter www.polen.travel

 

 

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