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Mittwoch, 19. September 2018
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Giesdorfer Perle, Foto: Fundacja "Twoje Dziedzictwo"
Giesdorfer Perle, Foto: Fundacja "Twoje Dziedzictwo"

Tausende Bücher wurden über Niederschlesien,seine Sehenswürdigkeiten und Attraktionen bereits verfasst. Trotzdem ist die Region immer noch für eine Überraschung gut. Es gibt auch eine Unmenge an Geschichten die Geschichteliebhaber und Abenteuerer begeistern. Eine von ihnen ist die Story der verfallenen evangelischen Kirche in Giersdorf, die wie ein Phönix aus der Asche aufsteigt.

Viele sind sich nicht einmal bewusst, dass es eine Giersdorfer Perle, wie die Kirche genannt wird, überhaupt gibt. Schade, denn dieses einzigartige Baudenkmal verbirgt in seinem Inneren eine wahre Schönheit. Diese aus der Epoche des frühen Klassizismus stammende Baute befindet sich in Żeliszów (dt. Giersdorf) in der Nähe von Bolesławiec. Die Kirche wurde zwischen 1796 und 1797 erbaut. Ihr Aussehen soll sie dem Architekten Carl Gotthard Langhans verdanken. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bleibt jedoch unklar. Eindeutige Beweise, die dies bestätigen, gibt es jedoch nicht. Die Meinungen diesbezüglich bleiben dementsprechend geteilt. Was aber sicher ist - für den Glockenturm, der 1872 aus Sandstein errichtet wurde, war der lokale Architekt Peter Gansel verantwortlich.

 

„Die Perle hat eine außergewöhnliche Form, denn sie wurde auf einem elliptischen Grundriss erbaut. Die Außenmauer wurde aus dem Bunzlauer Sandstein gefertigt. Die innere Konstruktion, die Empore und die Säulen sind wiederum aus Holz” sagte der Sprecher der Stiftung Twoje Dziedzictwo (Dt. Dein Erbe) Wilk-Korwin Szymanowski.

Seit ihrer Entstehung bis zum Ende des 2. Weltkrieges diente die Kirche den Bewohner der Region in nahezu perfekten Zustand. Doch dann nahm die Geschichte eine unerwartete Wendung und die Baute verfiel immer mehr.

„Nach dem Krieg war Polen in den Händen der Kommunisten. Objekte, die als früher deutsche galten, wurden nicht nur mit der Erlaubnis seitens der Behörden, sondern auch mit Ansporn ruiniert. Nicht gerade gut für die Perle, war auch die Tatsache, dass sie früher als evangelische Kirche diente. Als die Entscheidung fiel, ihre Pforten zu öffnen, begann die Ausstattung, Elemente aus Metall und schließlich sogar der Boden stufenweise zu verschwinden. Das Schicksal des Objekts schien als bereits besiegelt, als ein Baum beim starken Sturm aufs Dach fiel und viele Schaden verursachte,” erzählt Wilk-Korwin Szymanowski.

„Die Perle wurde verlassen und für 50 Jahre den Wetterbedingungen ausgesetzt. Dies bescherte ihr ihren außergewöhnlichen und kargen Charakter. Das alles zusammen zieht immer wieder neue Menschenan. Diejenigen, die die Perle schon gesehen haben, bringt sie wiederum dazu, sie erneut zu besuchen” - fügt der Sprecher der Stiftung hinzu.

„The Chapel” und „Rebirth” – Filme, die die Kirche wieder aufleben ließen

Den sagenhaften Bau und das zauberhafte und geheimnisvolle Innere würdigte u.a. der begabte Regisseur Patryk Kizny, der 2010 nach einem geeigneten Platz für seinen Kurzfilm suchte. 

Kizny entschied sich für die verlassene Kirche in Giersdorf und wenig später ist “The Chapel” entstanden - ein Kurzfilm mit Fotos aus dem Inneren, die mithilfe von visuellen Effekten dem Gotteshaus neuen Charme verliehen haben. Das Werk, produziert vom breslauer LookyCreative-Studio produziert, war wortwörtlich ein Volltreffer. Der rund 4 Minuten lange Clip eroberte schnell das Netz und wurde zum Viralhit mit über einer Million Clicks. Der Kurzfilm wurde schnell zum Medienerfolg aber auch zur Inspiration für die Stiftung Twoje Dziedzictwo (dt. Dein Erbe), die 2012 gegründet wurde und Geld für die Renovierung des Objekts sammelt.

The Chapel from Patryk Kizny on Vimeo.

 

"The Chapel” war der Grundstein für die Aktion. Uns war die Perle schon früher bekannt, aber erst der Film von Patryk Kizny schaffte ein entsprechendes Umfeld, sorge für Aufsehen und verursachte, das die verrückte Idee das Gotteshaus zu retten, plötzlich nicht mehr so verrückt war”, erzählte Wilk-Korwin Szymanowski. “Dann war das nicht mehr ein von vielen verlassenen Gebäuden. Die Kirche wurde zur starken Marke, zum charakteristischen Wahrzeichen Niederschlesiens. Es wäre ein Fehler dies in den Wiederaufbau der Perle nicht umzusetzen,” fügt er hinzu.

 

Rebirth from Patryk Kizny on Vimeo.

2011 begann Kizny am zweiten Kurzfilm „The Chapel: Rebirth” zu arbeiten. Der zweite Teil sollte neues Licht auf die Geschichte. Diesmal nutzte der junge Regisseur die Laserscantechnik, der sich oft Ingenieure und Architekten bedienen. „Rebirth” feierte seine Prämiere 2014 in Breslau. Das lange Warten hat sich ausgezahlt, denn der Endeffekt ist atemberaubend. Wichtig - beide Filme von Kizny kann man sich im Netz kostenlos anschauen.

 

Der Wiederaufbau

2013 übernahm die Stiftung Twoje Dziedzictwo das Objekt. Nachdem die erforderlichen Finanzmittel u.a. mithilfe des Kultusministeriums und dem Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien gesammelt wurden, startete man 2014 mit den ersten Renovierungsarbeiten. Vor allem die durch Unwetter beschädigte Dachkonstruktion bedarf einer rundum Erneuerung.  


Giesdorfer Perle, Foto: Fundacja "Twoje Dziedzictwo"

„Sollten die Arbeiten heute aus irgendeinem Grund unterbrochen werden, dann könnte die Perle weitere Jahrzehnte warten, bis sie wieder aufgenommen werden. Die Dachkonstruktion, der Belag, das Gewölbe und die Dachrinnen sowie der Blitzableiter - das alles wurde bereits erneuert. So wurde das Überleben der Perle sichergestellt. Nun kämpfen wir dafür, dass die Perle wieder zum öffentlichen Gebäude mit einer kulturellen Funktion wird. Das braucht viel Arbeit, aber wir sind guter Dinge” - versichert Korwin-Szymanowski.

Bereits 2019 könnte man die Sanierungsarbeiten beenden. Dann könnte das Objekt zu einer multifunktionalen Kulturarena verwandelt werden.

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