Papier: Der stille Augenzeuge der Geschichte

Seit Anbeginn der Zeit begleitet das Papier den Menschen und hat einen nicht unbedeutenden Einfluss auf sein Leben. Oft wird das Papier jedoch unterschätzt und dass, obwohl es so manche faszinierende Geschichten erzählen könnte. Eine von ihnen wäre bestimmt die Geschichte des Papierhandwerks in Bad Reinerz/Duszniki-Zdrój.

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Donnerstag, 20. Februar 2020
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Sobald man in einem neuen Land lebt und sich nach und nach aklimatisiert, beginnt man sich an die Sitten und Gewohnheiten des jeweiligen Landes zu gewöhnen und sich darauf einzustellen. Bereits zuvor habe ich von der polnischen Gastfreundschaft berichtet, die man so in Deutschland nicht kennt. In Deutschland wird man ein oder höchstens zwei Mal gefragt, ob man etwas möchte. Die höfliche Polin oder der höfliche Pole würden erst einmal ablehnen und erst bei der dritten Nachfrage auf das Angebot eingehen. So musste es meine Polnischlehrerin an der Universität in Potsdam leidhaft erfahren, als Ihr bei einer Institutsfeier Kuchen angeboten wurde, sie zuvorkommend ablehnte und danach nie wieder gefragt wurde, sehr zu Ihrem Verwundern. So schnell erlernt man neue kulturelle Gebräuche eines Landes. An heutiger Stelle soll es zwar nicht um die Gastfreundschaft gehen, aber um eine andere Besonderheit, die sich so sehr von deutschen Gepflogenheiten unterscheidet: die Zahlung per Karte.

Nur Bares ist Wahres

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich in unserem Leben durch die Digitalisierung viele Dinge zum Positiven sowie zu unserem Vorteil verbessert. In Sekundenschnelle können wir uns über ein Thema informieren und belesen, etwas im Internet bestellen und mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt treten. Infolgedessen hat sich auch die Art und Weise wie wir bezahlen sehr stark gewandelt. Wir können problemlos online bezahlen sowie per App oder auch Bezahldienst. Es ist uns somit selbstverständlich mehr und mehr möglich mit Karte zu bezahlen. Dies ist ein Vorgang, der in der modernen Zeit fast schon selbstverständlich ist. In Skandinavien gibt es vereinzelt sogar Regionen, in denen generell nicht mehr mit Bargeld gezahlt werden kann. Das hat natürlich eine Vielzahl von Vorteilen. Man muss nur seine Karte dabei haben, der Verkäufer bekommt keine Probleme, wenn kein Wechselgeld vorhanden ist und man kann sein Geld nicht verlieren. Sollte man dann aber die Geldkarte doch einmal verlieren, kann man Sie über die jeweilige Bankapp sofort sperren lassen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist auch, dass Raubüberfälle sich kaum noch lohnen. Alles in Allem, eine sehr gute Entwicklung. So ist es auch in Polen. Hier habe ich äußerst selten Bargeld bei mir, da man tatsächlich beinahe Alles mit Karte bezahlen kann. Bis vor Kurzem hatte ich immer noch beim Ausgehen ein wenig Kleingeld bei mir, damit ich den Kellner_innen wenigstens ein Trinkgeld geben kann. Aber selbst das muss man nicht mehr machen, da man seit Neuestem auch das Trinkgeld mit Karte bezahlen kann, mit dem Nebeneffekt, dass nun darauf auch Steuern entrichten werden müssen, aber so ist es ja auch bei Trinkgeld als Bargeld. Man sollte meinen, dass es in allen Ländern der EU so ist, aber leider wird man enttäuscht, sobald man die Grenze in Richtung Westen überquert, denn in Deutschland ticken die Uhren zum Leidwesen der Konsumenten noch ein bisschen anders und man sollte dementsprechend immer Bargeld dabei haben. 

Die Angst vor Veränderung

Selbstverständlich kann man in Deutschland auch oft mit Karte zahlen und die Situation verbessert sich von Mal zu Mal, allerdings muss man erwähnen, das dem allgemeinen Banken- sowie Bezahlsystem ein anderes Konzept zugrunde liegt. Zum einen ist die Kreditkarte nicht so weit verbreitet wie in anderen Ländern. Das liegt daran, dass eine Kreditkarte nicht kostenlos ist und sie in der Vergangenheit nicht benötigt wurde. Damit kommt man auch noch zu einem anderen wichtigen Punkt: Bankkonten kosten in der Regel Geld, und das nicht zu wenig. Auch in Polen sind Konten nur unter bestimmten Bedingungen kostenfrei, aber relativ einfach wird einem die Kontogebühr erlassen und zwar bei einem Kontoeingang von mindestens 1000 zl – ungefähr 220 Euro – und einer Transaktion mit Karte. Das könnte man als kostenfreie Kontoführung bezeichnen. In Deutschland gibt es auch noch die Girokarte, anstatt der Debitkarte in Polen. Die Girokarte ist in der Nutzung eingeschränkt und wenn man bei anderen Bank Geld abheben möchte, fallen hohe Gebühren bis zu teilweise 7 oder 8 Euro an. Das würde jeden Polen verwundern und zur Weißglut treiben, da man es nicht einsehen würde für solch einen Service Geld zu bezahlen, in Deutschland ist das Gang und Gebe. Nun gibt es seit ein paar Jahren Abhilfe für diejenigen, die es nicht einsehen für ein Konto Geld zu bezahlen, aber das sind auch nur eine handvoll Banken, die aber dann auch noch eine kostenlose Kreditkarte mit anbieten. Es scheint also alles etwas einfacher im Weichselland. Hinzu kommt, dass man in Polen wie schon vorab erwähnt fast ausnahmslos mit Karte bezahlen kann. Besonders praktisch ist das Ganze in Situationen, in denen man ohne Bargeld schlicht aufgeschmissen ist, wie zum Beispiel im Nahverkehr. In Lodz kann man nämlich ohne Karte überhaupt keine Fahrkarte mehr bekommen, in Berlin ändert sich das gerade. Der Vorteil ist dabei das kontaktlose Bezahlen, welches aber auch schon in Deutschland eingeführt wurde, was als großer Fortschritt zu sehen ist, da ich mich noch an Zeiten erinnern kann, wo man nach der Kartenzahlung noch den Beleg unterschreiben musste, ein Umstand, den man in Frankreich zum Beispiel immer noch praktiziert. In Deutschland wird die Kartenzahlung auch immer beliebter, obwohl die Deutschen gern an Ihrem Bargeld festhalten, nach dem Motto: Nur Bares ist Wahres und nur was ich anfassen kann, ist auch real. Ich kenne immer noch Leute, – und dazu zählen nicht nur ältere Menschen – die sich immer noch einen bestimmten Betrag zu Wochenbeginn abholen – Ihr Haushaltsgeld – und dann auch nur so viel ausgeben, wie Sie haben, um den Überblick nicht zu verlieren. Denn Allgemein gilt, dass die Menschen denken, Sie hätten bei der Kartenzahlung keinen Überblick über Ihre Ausgaben. Das ist wie bei Allem im Leben eine Frage der Gewöhnung. Mit meiner Bank-App kann ich jede Transaktion sofort sehen und die Applikation erstellt auch sofort eine Übersicht für mich, wofür ich monatlich mein Geld ausgebe, was ich sehr praktisch finde. 

 

Der Überwachungsstaat lässt grüßen

Viele Menschen sorgen sich darum, dass der Staat oder die Banken zu viele Informationen über Sie erhalten könnten. Oft sind das dann aber auch die Menschen, die Ihr Leben mit allen Menschen in den Sozialen Medien teilen. Selbstverständlich ist an der Sorge etwas Wahres dran, aber die technische Entwicklung lässt sich kaum aufhalten und im Allgemeinen dient Sie dazu, dass illegale Geldströme überwacht und Steuerhinterziehungen verhindert werden können. Jede neue Entwicklung birgt auch Gefahren, aber dann gilt es, dass schlaue Köpfe daran arbeiten müssen, unsere digitalen Bezahlvorgänge noch sicherer zu machen. In letzter Zeit gibt es noch viel innovativere Neuerungen, die besonders Menschen wie mir das Überweisen von Geld ins Ausland erleichtern. Dazu werde ich hier zu einem späteren Zeitpunkt noch berichten. Aber selbst wenn man die Vor- und Nachteile gegeneinander abwiegt, finde ich es unglaublich praktisch selbst kleinste Beträge per kontaktloser Bezahlung rasend schnell zu begleichen. Zumal es in Polen seit einiger Zeit auch die Möglichkeit gibt ohne Karte am Automaten Geld abzuheben oder einfach nur mit einer 6-stelligen PIN – der BLIK – zu zahlen, welche über die jeweilige App der Bank zufällig – und ähnlich einer TAN – generiert wird. Eine Sache vermisse ich dann doch, auch wenn Sie in der heutigen Zeit altmodisch zu erscheinen mag, und zwar die Bezahlung per Lastschrift, das heißt, dass ich meine Bank autorisiere den Betrag von meinem Konto abzubuchen. Aber man kann nicht Alles haben. 

 

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