Seit der Pandemie wachsen die Preise bei polnischen Zahnärzten ununterbrochen. Aus diesem Grund schieben immer mehr Bewohner Polens einen Zahnarztbesuch auf.
Laut dem Report „Uśmiech Pracownika 2025“ von Medicover Stomatologia stellen die Kosten für zahnmedizinische Behandlungen für viele Menschen in Polen eine reale Hürde dar. Es stellt sich heraus, dass 44 % der Befragten einen Zahnarztbesuch aus finanziellen Gründen verschoben haben. 57 % waren von der Höhe der Rechnung überrascht. 20 % ließen einen Zahn ziehen, statt ihn zu behandeln, weil es günstiger war. 9 % finanzierten die Behandlung über Kredit oder Ratenzahlung.
Aktuelle Durchschnittspreise für verschiedene Leistungen
Die Preise bei polnischen Zahnärzten variieren je nach Stadt, Materialqualität und technischer Ausstattung. Typische Spannweiten:
- Kontrolle / Beratung: 50–200 zł
- Beratung + Behandlungsplan: 100–300 zł
- Füllung (Komposit): 200–500 zł
- Zahnextraktion: 300–600 zł
- Endodontie (Wurzelbehandlung)
- Einwurzeliger Zahn: 800–1500 zł
- Mehrwurzelige Zähne: entsprechend höher
- Zahnsteinentfernung / Air-Flow: 300–600 zł
- Implantat mit Krone: mehrere Tausend bis über 10.000 zł
- Komplexe prothetische Versorgung: teils fünfstellige Beträge
- Kieferorthopädie
- Gesamttherapie: meist 7.000–20.000 zł, in komplexen Fällen darüber
Warum steigen die Preise beim Zahnarzt in Polen?
Nach Angaben von Vertretern der Ärztekammer Naczelna Rada Lekarska sind die Kosten in den letzten 2–3 Jahren jährlich um durchschnittlich 8–12 % gestiegen.
Hauptursachen des Preisanstiegs waren:
- Inflation – zeitweise über 20 % nach der Pandemie.
- Materialkosten – dentalmedizinische Materialien sind importabhängig und dauerhaft teurer geworden.
- Energiepreise – Stromkosten für Praxen haben sich teils verdoppelt.
- Mieten – Gewerbemieten steigen jährlich um 30–40 %.
- Investitionskosten –
- Einzelgerät: ca. 100.000 zł
- Praxisausstattung gesamt: 300.000–500.000 zł.
Regionale Unterschiede
In kleineren Städten sind Behandlungen tendenziell günstiger als in Metropolen. Die Unterschiede sind jedoch begrenzt, da Material- und Gerätekosten landesweit ähnlich sind.
Finanzierung per Raten
Angesichts hoher Einmalbeträge wächst das Interesse an Ratenmodellen, etwa über Systeme wie MediRaty. Dadurch können Patienten Therapien beginnen, ohne lange zu sparen.
Warum ist die Behandlung über den Nationalen Gesundheitsfonds – Narodowy Fundusz Zdrowia (NFZ) schwierig? Theoretisch besteht Anspruch auf zahnärztliche Versorgung über das öffentliche System. In der Praxis gibt es jedoch eine begrenzte Anzahl an Vertragszahnärzten, lange Wartezeiten (Wochen bis Monate) und niedrige Erstattungssätze.
Nach Aussagen von Branchenvertretern sind nur wenige Leistungen kostendeckend vergütet. Eine einfache Füllung wird im NFZ-System weiterhin mit rund 60 zł bewertet, wirtschaftlich kaum tragfähig für Praxen.
Viele Zahnärzte verzichten daher auf NFZ-Verträge, was Patienten in den privaten Sektor drängt.
Quelle: bankier
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