Die Weltbank hat am Mittwoch ihre Wachstumsprognosen für die polnische Wirtschaft für die Jahre 2026 und 2027 gesenkt. Gleichzeitig betonte die Institution, dass die Länder in Mittelosteuropa und Zentralasien erneut unter Druck stehen. Als Gründe nannte sie insbesondere die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten, Unsicherheiten im Welthandel sowie die langsame wirtschaftliche Erholung in der Europäischen Union.
Laut dem aktuellen Bericht wurde die Prognose für Polen im Jahr 2026 von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent reduziert. Für das Jahr 2027 senkte die Weltbank die Erwartung von 2,9 Prozent auf 2,6 Prozent.
Region unter wachsendem wirtschaftlichem Druck
Die Weltbank stellte fest, dass die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Länder in Mittelosteuropa und Zentralasien zunehmend auf die Probe gestellt wird. Verantwortlich dafür sind vor allem externe Faktoren wie geopolitische Spannungen und eine schwächere Nachfrage aus der EU.
Für die gesamte Region wird ein Wachstum von 2,6 Prozent im Jahr 2025 erwartet. Im Jahr 2024 lag dieses noch bei 4 Prozent. Der Rückgang hängt laut Bericht maßgeblich mit der wirtschaftlichen Abschwächung in Russland zusammen. Ohne Russland würde das Wachstum der Region bei etwa 3,6 Prozent liegen.
Zugleich betonten die Ökonomen, dass stärkere Wachstumsraten in Polen und der Türkei die Schwäche in anderen Teilen der Region teilweise ausgeglichen haben. In Polen beschleunigte sich das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr auf 3,6 Prozent, nach 3 Prozent im Jahr zuvor.
Konsum und Investitionen stützen die polnische Wirtschaft
Als zentrale Stützen der polnischen Wirtschaft nannte die Weltbank eine robuste Konsumnachfrage der Haushalte, steigende Investitionen sowie einen widerstandsfähigen Exportsektor. Diese Faktoren haben dazu beigetragen, die wirtschaftliche Dynamik trotz eines schwächeren regionalen Umfelds zu stabilisieren.
Für das laufende Jahr erwartet die Weltbank ein Wachstum der Volkswirtschaften in Mittelosteuropa von rund 2,4 Prozent. Im Jahr 2027 dürfte sich das Tempo leicht auf 2,3 Prozent verlangsamen.
Zudem gehen die Experten davon aus, dass eine schwächere Konsumnachfrage teilweise durch öffentliche Investitionen ausgeglichen wird. Diese werden in vielen Ländern durch Mittel der Europäischen Union finanziert.
Haushaltsdefizite und Inflation bleiben Herausforderungen
Die Weltbank wies darauf hin, dass sich die Haushaltsdefizite in der Region insgesamt nur geringfügig verändert haben. Gleichzeitig nahm jedoch der Druck durch die steigende Inlandsnachfrage und Inflation zu.
Besondere Aufmerksamkeit richteten die Ökonomen auf einzelne Länder. In Russland stiegen die Defizite aufgrund schwächerer Einnahmen. In Polen erhöhte sich das Defizit vor allem durch deutlich gestiegene Investitions- und Verteidigungsausgaben.
Rumänien konnte das Haushaltsdefizit durch ein Programm zur fiskalischen Konsolidierung reduzieren. In der Türkei verbesserten eine effizientere Steuererhebung sowie geringere Wiederaufbauausgaben die Haushaltslage.
Quelle: money
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