Vom Krisenunternehmen zum Rüstungszulieferer – legendäre Marke startet mit Miliarden durch

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Jelcz investition

Die polnische Nutzfahrzeugmarke Jelcz steht vor einer großen Investition. Am 5. März 2026 unterzeichneten die staatliche Rüstungsgruppe Polska Grupa Zbrojeniowa und das Unternehmen Jelcz eine Investitionsvereinbarung zum Bau einer neuen Fabrik und zur Erweiterung der Produktionskapazitäten im Werk in Jeltsch-Laskowitz/Jelcz-Laskowice.

Mit der Unterzeichnung des Dokuments wurde der Prozess der Rekapitalisierung von Jelcz durch die Polska Grupa Zbrojeniowa gestartet. Das Unternehmen erhält exakt 756.090.000 Złoty aus dem staatlichen Fonds für Kapitalinvestitionen.

Das Unternehmen ist heute der wichtigste Lieferant von Militärlastwagen für die polnischen Streitkräfte.

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Ausbau des Werkes und neue Produktionsflächen

Hinter dem Begriff „neue Jelcz-Fabrik“ stehen wahrscheinlich zwei parallele Investitionen. Geplant sind eine umfassende Modernisierung des bestehenden Werkes in Jeltsch-Laskowitz/Jelcz-Laskowice sowie die Einbindung zusätzlicher Grundstücke und Produktionsflächen.

Der stellvertretende Minister für Staatsvermögen, Konrad Gołota, erklärte auf einer Pressekonferenz:

„Hier, in diesem Werk in Jelcz-Laskowice und in der neuen Halle, die gebaut wird, wird das logistische Herz der polnischen Streitkräfte schlagen.“

Neue Jelcz-Produktion möglicherweise auch in Ratibor/Racibórz

Der Vorstandsvorsitzende der Polska Grupa Zbrojeniowa, Adam Leszkiewicz, erklärte, dass die Investition auch die Zusammenarbeit mit einem weiteren Standort umfassen soll.

„Dank der Mittel aus dem Fonds für Kapitalinvestitionen werden wir das Werk in Jelcz ausbauen und modernisieren, damit es, in Kooperation mit einem zweiten Werk in Ratibor/Racibórz sowie mit laufenden Aufträgen für Autosan und private Branchenpartner, die Produktion deutlich steigern kann und damit den wachsenden Bedarf der polnischen Streitkräfte und anderer Kunden vollständig deckt“, sagte Leszkiewicz.

Damit ist es wahrscheinlich, dass der Begriff „neue Jelcz-Fabrik“ auch auf die ehemalige Kesselwerk-Fabrik von Rafako in Racibórz anspielt. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte Premierminister Donald Tusk angekündigt, die ehemaligen Rafako-Anlagen in eine neue Montagehalle für Jelcz-Fahrzeuge umzuwandeln.

Die geplante Investition umfasst unter anderem den Erwerb zusätzlicher Grundstücke, die Erweiterung des Maschinenparks, den Bau weiterer Produktionshallen sowie eines speziellen Konzessionsparkplatzes. Ziel ist es, die Produktionsleistung zu steigern, die Qualität zu verbessern und zugleich die Kompetenzen der Beschäftigten auszubauen.

Vom Bushersteller zum Schlüsselunternehmen der Armee

In der Zeit der Volksrepublik Polen war Jelcz vor allem für Busse und Lastwagen bekannt. Nach der politischen und wirtschaftlichen Transformation geriet das Unternehmen jedoch in eine schwere Krise und stand jahrelang am Rand der Insolvenz.

2012 übernahm Huta Stalowa Wola die Anteile an der Firma Jelcz-Komponenty aus der Insolvenzmasse. Zwei Jahre später wurde das Unternehmen in Jelcz sp. z o.o. umbenannt und schrittweise zu einem zentralen Lieferanten von Militärfahrzeugen für die polnischen Streitkräfte entwickelt.

Heute sind Jelcz-Fahrzeuge in zahlreichen militärischen Systemen im Einsatz. Dazu gehören unter anderem die Luftverteidigungssysteme WISŁA, NAREW und PILICA. Auch im Antidrohnenprogramm SAN sowie in der Marine-Raketeneinheit und in Artilleriemodulen des Systems REGINA werden sie eingesetzt.

Die Fahrzeuge transportieren außerdem schwere militärische Ausrüstung und können als Sattelzugmaschinen Lasten von bis zu 70 Tonnen bewegen. 

Quelle: interia

Foto: Facebook/JELCZ

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