Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG haben bei dem polnischen Bushersteller Solaris Bus & Coach 90 Elektrobusse geordert.
Wie Solaris am Mittwoch bekannt gab, handelt es sich um einen der bislang größten Elektrobus-Aufträge in Europa. Die 12-Meter-Busse mit 300 kWh-Traktionsbatterien und Plugin-Ladesystem bieten Platz für 70 Fahrgäste und sollen etappenweise bis Ende 2020 geliefert werden, wobei jeweils ein Drittel der Fahrzeuge im ersten, zweiten und vierten Quartal kommenden Jahres in Berlin eintreffen soll. Nach BVG-Angaben kosten die Busse einschließlich Ladeinfrastruktur 61 Mio. EUR, wovon voraussichtlich 14 Mio. EUR aus Bundesmitteln gefördert werden.
„Es ist sehr erfreulich, dass Berlin einmal mehr auf die Entwicklung des emissionsfreien Nahverkehrs setzt. Die Auswahl von 90 Elektrobussen aus der Solaris-Familie wird mit Sicherheit zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Berliner beitragen“, erklärte Petros Spinaris, stellvertretender Vorstandschef von Solaris. Zwischen 2015 und 2019 hatte die BVG bereits 35 Elektrobusse bei Solaris bestellt, sodass die Gesamtzahl mit dem neuen Vertrag auf 125 Fahrzeuge ansteigt.
Die als polnisches Familienunternehmen gegründete Solaris gehört seit dem vergangenen Jahr der spanischen CAF. Ursprünglich war vereinbart, dass der polnische Entwicklungsfonds PFR von den Spaniern 35% der Aktien zurückkauft, um den „nationalen Charakter“ von Solaris zu bewahren, doch wurde dieser Teil der Transaktion bislang nicht umgesetzt. Laut einem Bericht der polnischen Wirtschaftszeitung Puls Biznesu hat der PFR infolge der Verwicklung von Solaris-Managern in den Korruptionsskandal beim Rigaer Verkehrsbetrieb Rīgas Satiksme und der Ermittlungen der Antikorruptionsbehörde CBA in dieser Angelegenheit neue Bedingungen für den Kauf der Anteile gestellt, über die noch nicht entschieden sei.
Torsten Stein / nov-ost.info