Polens Wirtschaft so stark wie seit Jahren nicht

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Die polnische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2025 real um 4,0 Prozent im Jahresvergleich gewachsen. Das teilte das statistische Hauptamt (GUS) am Montag mit und bestätigte damit die Schnellschätzung von vor rund zwei Wochen.

Das reale, also preisbereinigte und nicht saisonbereinigte Wachstum von 4,0 Prozent war das stärkste seit mehr als drei Jahren. Zuletzt hatte das Statistikamt für das dritte Quartal 2022 höhere Werte gemeldet. Damals wirkten noch starke Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie. Gleichzeitig bremsten einen weiteren Anstieg bereits die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine und die Energiekrise die Dynamik.

Polen fast an der Spitze in der EU

Im EU-Vergleich gehörte Polen Ende 2025 zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften. Bessere Ergebnisse erzielten lediglich die kleinen Ökonomien Zypern und Malta sowie Irland. In Irland verzerren jedoch Kapitalströme großer internationaler Konzerne regelmäßig die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

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Polen übertraf damit nicht nur viele westeuropäische Staaten, sondern auch Länder der eigenen Region. Internationale Institutionen wie die Europäische Kommission und der Internationale Währungsfonds erwarten, dass Polen auch 2026 und 2027 überdurchschnittlich wächst.

Starker Konsum als Wachstumsmotor

Ein zentraler Faktor ist der große Binnenmarkt. Während wichtige Handelspartner – insbesondere Deutschland – unter schwächerer Konjunktur leiden, zeigt sich die polnische Inlandsnachfrage robust.

Nach Angaben des GUS stieg der private Konsum im vierten Quartal um 4,2 Prozent im Jahresvergleich. Dazu trugen mehrere Faktoren bei:

  • reale Lohnzuwächse von 5,5 Prozent im Gesamtjahr 2025,
  • eine niedrige Arbeitslosigkeit,
  • die beste Verbraucherstimmung seit der Pandemie,
  • Zinssenkungen.

Auch der staatliche Konsum legte deutlich zu. Er wuchs Ende 2025 um 7,3 Prozent im Jahresvergleich. Beobachter führen dies vor allem auf verbuchte Mehrausgaben für Verteidigung zurück.

Investitionen ziehen deutlich an

Polen profitiert weiterhin stark von EU-Transfers. Gleichzeitig gewinnt die Investitionstätigkeit an Dynamik. Im vierten Quartal stiegen die Bruttoanlageinvestitionen um 4,7 Prozent im Jahresvergleich.

Für 2026 rechnen Ökonomen mit einem Investitionsboom. Die verfügbaren EU-Mittel für dieses Jahr werden auf über 40 Milliarden Euro geschätzt. Michał Dybuła, Chefökonom von BNP Paribas Bank Polska, erwartet eine deutliche Beschleunigung. Seit Mitte 2025 steige die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Zudem signalisierten Daten zu Investitionskrediten weiteres Potenzial.

Auch öffentliche Investitionen, insbesondere im Verteidigungsbereich, dürften zulegen. Monika Kurtek, Chefökonomin der Bank Pocztowy, verweist zusätzlich auf das Umfeld niedrigerer Zinsen und einer wachsenden Wirtschaft. Beides begünstige private Investitionen.

Außenhandel: Dynamik bei Export und Import

Viele Ökonomen sehen die Stärke Polens auch in der geografischen und sektoralen Diversifizierung des Exports. Zwar berichten Unternehmen von schwächerer Auslandsnachfrage. In den offiziellen Daten zeigt sich jedoch keine drastische Schere zwischen Export und Import.

Im vierten Quartal stieg der Import um 8,7 Prozent im Jahresvergleich, der Export um 7,7 Prozent. In beiden Fällen war dies die höchste Dynamik seit über drei Jahren.

Der Außenbeitrag blieb negativ und belastete das BIP. Der Effekt fiel jedoch deutlich geringer aus als in der zweiten Hälfte 2024 und der ersten Hälfte 2025. Ende 2025 betrug der negative Beitrag nur noch minus 0,2 Prozentpunkte.

Quelle: rp

Foto: freepik

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