Polen im Goldrausch. Ein Eldorado in Schlesien?

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In Polen hat der echte Goldrausch, den man aus amerikanischen Filmen kennt, so nicht stattgefunden. Zumindest nicht in der bekannten Western-Film-Version. Es gibt aber einen Ort, der seit Hunderten von Jahren sagenhafte Reichtümer hervorgebracht hat. Reichenstein/Złoty Stok, wie der Ort genannt wird, beherbergt noch immer beträchtliche Vorkommen des Edelmetalls.

Wenn man von einem Phänomen wie dem Goldrausch spricht, verbindet man damit meist einen „Ansturm“ von vielen Menschen, die auf ein großes Vermögen hoffen. Von einer solchen Situation, die man aus amerikanischen Filmen kennt, kann auf polnischem Boden kaum die Rede sein, was nicht bedeutet, dass in Polen kein Gold abgebaut wurde. Ganz im Gegenteil. Ein Beispiel für einen Ort, an dem einige Leute ein sagenhaftes Vermögen gemacht haben, ist Reichenstein/Złoty Stok.

Die kleine niederschlesische Stadt im Patschkauer Vorgebirge/Przedgórze Paczkowskie, weniger als zwei Autostunden von Breslau/Wrocław entfernt, war einst ein lebendiger Ort. Experten schätzen, dass in den 700 Jahren des Bergbaus 16 Tonnen reines Gold aus den örtlichen Lagerstätten gewonnen wurden, wovon hauptsächlich deutsche Familien profitierten. Der Ort war ein wichtiges Bergbauzentrum, und in seiner Blütezeit waren hier bis zu 100 Minen und Schmelzhütten in Betrieb.

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Einige Forscher vermuten, dass die Anfänge des Erzbergbaus in Reichenstein/Złoty Stok bereits vor zweitausend Jahren stattfanden, aber die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1291 und findet sich in der Chronik des Zisterzienserklosters. In der Gegend wurden Gold, aber auch andere Erze abgebaut.

Eldorado in Schlesien

Historischen Quellen zufolge war Zloty Stok im 16. Jahrhundert das größte Goldbergbauzentrum in Schlesien. Zudem war es eines der wichtigsten Bergbau- und Hüttenzentren in Europa. In diesem Jahrhundert wurden etwa sieben Tonnen Gold aus mehr als 140 Minen gefördert. Neben dem Edelmetall wurde in den dortigen Gruben auch Arsen gewonnen und zur Herstellung von Arsenik verwendet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die Jahresproduktion über zweitausend Tonnen, d. h. 20% der Weltproduktion.

Obwohl in Reichenstein/Złoty Stok schon seit langem kein Gold mehr abgebaut wird, da die letzte Erzmine 1961 geschlossen wurde, gibt es in dem Gebiet schätzungsweise noch große Goldvorkommen. Einige Experten haben errechnet, dass zwischen 2,5 und 29 Tonnen Gold noch auf ihre Entdeckung warten könnten. Möglicherweise wird Reichenstein/Złoty Stok erneut zu einem polnischen Eldorado, denn dank moderner Explorationstechnologien in beträchtlichen Tiefen haben mehrere große Unternehmen und Bergbauunternehmen (darunter KGHM Polska i Miedź S.A.) Konzessionen für die Suche nach Gold in goldhaltigen Gebieten in Niederschlesien erhalten.

Quelle: businessinsider

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