Der polnische Energiekonzern Orlen hat am Dienstag eine weitere Senkung der Großhandelspreise für Kraftstoffe beschlossen. Der Preis für bleifreies Benzin Eurosuper 95 sank um 45 Zloty pro Kubikmeter und liegt aktuell bei 5.688 Zloty. Noch stärker fiel der Preis für Dieselkraftstoff Ekodiesel: Er ging um 87 Zloty zurück und beträgt nun 7.171 Zloty pro Kubikmeter.
Es handelt sich bereits um die nächste Preisanpassung innerhalb weniger Tage. Eine vorherige Änderung erfolgte am vergangenen Samstag.
Starke Schwankungen auf dem Kraftstoffmarkt
Die vergangenen Wochen waren von außergewöhnlich hohen Preisschwankungen geprägt.
Am Samstag, dem 21. März, stieg der Dieselpreis um 521 Zloty pro Kubikmeter auf 7.258 Zloty. Gleichzeitig sank der Preis für Eurosuper 95 nur leicht um 6 Zloty.
Bereits in der Nacht vom 10. auf den 11. März kam es zu einer deutlichen Preissenkung. Damals fiel der Benzinpreis um 94 Zloty, während Diesel um 164 Zloty günstiger wurde.
Diese starken Bewegungen stehen im Zusammenhang mit der angespannten Lage auf den globalen Ölmärkten. Der Konflikt im Nahen Osten treibt seit Wochen die Preise. Nach Angriffen der USA und Israels auf Iran sowie der Blockade der Straße von Hormus kam es Ende Februar zu einem sprunghaften Preisanstieg.
Orlen reduziert Margen und startet Rabattaktionen
Angesichts der Krise ergreift Orlen Maßnahmen, um die Belastung für Autofahrer zu begrenzen.
Der polnische Minister für Staatsvermögen, Wojciech Balczun, erklärte, das Unternehmen reduziere seine Einzelhandelsmargen so weit wie finanziell möglich. Gleichzeitig prüft der Staat weitere Instrumente zur Preissteuerung, darunter Anpassungen bei Verbrauchssteuer und Mehrwertsteuer.
Orlen senkte zudem die Marge auf Diesel von 25 Groschen nahezu auf null. Damit soll der Effekt der starken Preisanstiege auf den Weltmärkten abgefedert werden.
Zusätzlich bietet der Konzern eine zeitlich begrenzte Rabattaktion an. Vom 12. März bis zum 3. Mai können Nutzer der mobilen App Orlen Vitay an Wochenenden bis zu 50 Liter Benzin oder Diesel mit einem Preisnachlass von bis zu 35 Groschen pro Liter tanken, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Trotz der geopolitischen Spannungen betont Orlen, dass die Rohöllieferungen an seine Raffinerien planmäßig erfolgen. Durch eine Diversifizierung der Lieferquellen sei das Risiko begrenzt worden. Vorrang habe die Sicherung stabiler Lieferketten und die Vermeidung von Engpässen an Tankstellen.
Entwicklung auf dem globalen Ölmarkt
Am Dienstag stiegen die Ölpreise an den internationalen Märkten erneut, nachdem sie am Montag gefallen waren. Ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostet derzeit 91,08 US-Dollar, während die Nordseesorte Brent bei 102,71 US-Dollar liegt.
Der Preisanstieg ist auf wachsende Sorgen über eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten zurückzuführen. Laut Berichten des The Wall Street Journal prüfen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate eine mögliche Beteiligung an einem Krieg gegen Iran.
Am Montag waren die Preise für Brent-Öl noch um 11 Prozent gefallen. Auslöser war die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, geplante Angriffe auf iranische Kraftwerke zu verschieben.
Die Lage bleibt jedoch äußerst dynamisch und schwer vorhersehbar.
Quelle: rmf24
Foto: Orlen / Pressematerialien
