Arbeitslosigkeit steigt wieder! Polen mit zwei völlig unterschiedlichen Realitäten
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Die registrierte Arbeitslosenquote in Polen erreichte im Dezember 2025 einen Wert von 5,7%, wie aus den neuesten statistischen Daten hervorgeht. Dieses Ergebnis entspricht den Erwartungen der Analysten und zeigt lediglich einen leichten Anstieg gegenüber dem Vormonat. Obwohl sich der Arbeitsmarkt insgesamt in einer stabilen Verfassung befindet, legen detaillierte regionale Daten tiefe Unterschiede zwischen den einzelnen Landesteilen offen.

Der Jahresabschluss auf dem polnischen Arbeitsmarkt brachte Resultate, welche den Prognosen der Ökonomen entsprachen. Ende Dezember 2025 belief sich die Zahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen auf 887,9 Tausend Personen, und daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 5,7%. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem Marktkonsens, der von einer Stabilisierung des Indikators genau auf diesem Niveau ausging. Erwähnenswert bleibt zudem, dass der Wert geringfügig über dem November liegt. Damals betrug die Arbeitslosenquote 5,6%.

Dieses Phänomen sollte jedoch keine Besorgnis auslösen, denn es besitzt einen eindeutig saisonalen Charakter. Die Winterperiode geht traditionell mit einer Einschränkung der Aktivitäten in Branchen wie Bauwesen, Landwirtschaft oder Tourismus einher. Deshalb sinkt auch die Nachfrage nach temporären Arbeitskräften. Wie Experten betonen, folgt der Anstieg im Dezember einem zyklischen Muster. Dies signalisiert keine Verschlechterung der grundlegenden wirtschaftlichen Lage.

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Perspektiven für die kommenden Jahre

Trotz des kurzfristigen, saisonalen Anstiegs bleiben die langfristigen Prognosen für den polnischen Arbeitsmarkt optimistisch. Analysten erwarten, dass sich der Abwärtstrend in den kommenden Jahren fortsetzt. Allerdings dürfte sich seine Dynamik im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt etwas verlangsamen. Nach verfügbaren Schätzungen soll die Arbeitslosenquote im Jahr 2026 auf 5,5% sinken. Im Jahr 2027 wird ein Wert von 5,35% erwartet.

Dieses Szenario setzt ein stabiles Wirtschaftswachstum voraus und berücksichtigt zugleich fortschreitende demografische Veränderungen. Diese führen dazu, dass das Arbeitskräfteangebot schrittweise schrumpft. Arbeitgeber werden daher weiterhin um Arbeitskräfte konkurrieren müssen. Das sollte theoretisch zur Stabilisierung der Beschäftigung beitragen, selbst wenn konjunkturelle Turbulenzen auftreten. Weitere Informationen zu Marktanalysen und zum Kontext dieser Daten lassen sich in einem Beitrag des Portals money.pl nachlesen.

Polen mit zwei Geschwindigkeiten

Obwohl der landesweite Wert von 5,7% im Vergleich zu vielen europäischen Staaten solide wirkt, verdeckt dieser Durchschnitt erhebliche territoriale Disparitäten. Eine Analyse der Daten nach Makroregionen und Subregionen zeigt, dass in Polen weiterhin Arbeitsmärkte mit extrem unterschiedlicher Struktur bestehen. Die schwierigste Lage herrscht im östlichen und nördlichen Makrogebiet, denn dort liegt die Arbeitslosenquote deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Die Woiwodschaften Ermland-Masuren und Karpatenvorland verzeichnen Quoten von jeweils 9,3%. Damit führen sie die Liste der Regionen mit der höchsten Arbeitslosigkeit an. Noch problematischer stellt sich die Situation dar, wenn man einzelne Subregionen betrachtet. Im Raum Radom (Woiwodschaft Masowien) erreicht die Arbeitslosigkeit nahezu 13%. In der Subregion Neustettin/Szczecinek–Pyrzyce (Westpommern) beträgt sie 12,8%. Solch hohe Werte in lokalen Zentren belegen, dass diese Gebiete weiterhin mit ungelösten strukturellen Problemen kämpfen. Und zwar seit vielen Jahren.

Metropolen nehmen weiterhin Arbeitskräfte auf

Am anderen Ende der Skala stehen große städtische Agglomerationen, in denen Arbeitslosigkeit statistisch kaum eine Rolle spielt. Spitzenreiter bleibt Großpolen mit einer Arbeitslosenquote von lediglich 3,5% sowie die Stadt Posen/Poznań. Dort ist der Wert auf ein rekordniedriges Niveau von 1,4% gefallen. Eine vergleichbare Situation zeigt sich auch in der Hauptstadt.

Besonders aufschlussreich erscheinen die Daten für die Woiwodschaft Masowien, die statistisch in zwei Gebiete unterteilt ist: die Hauptstadtregion Warschau/Warszawa und den regionalen Teil Masowiens. Während in Warschau/Warszawa selbst die Arbeitslosenquote lediglich 1,5% beträgt, steigt sie im umliegenden masowischen Gebiet (ohne die Hauptstadt und angrenzende Kreise) auf bis zu 9% an. Dieses Beispiel zählt zu den deutlichsten Fällen wirtschaftlicher Polarisierung innerhalb einer einzigen administrativen Woiwodschaft.

Auch der Süden Polens befindet sich in sehr guter Verfassung. In der schlesischen Region liegt die Arbeitslosenquote bei 4,4%. In Kleinpolen erreicht sie 4,7%. Besonders hervorzuheben sind die Subregion Kattowitz/Katowice mit lediglich 2,8% sowie die Stadt Krakau/Kraków mit einem Wert von 2,5%. Diese Zahlen bestätigen, dass die wichtigsten Industrie- und Dienstleistungszentren weiterhin eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften erzeugen. Sie behaupten sich erfolgreich gegen saisonale Schwankungen.

Der Osten holt weiterhin auf

Bei der Analyse der Makroregionen zeigt sich eine klare Trennlinie zwischen Westen und Süden sowie Osten und Norden des Landes. Die östliche Makroregion, zu der die Woiwodschaften Lublin, Podlachien und Karpatenvorland gehören, weist eine gemeinsame Arbeitslosenquote von 8,4% auf. In vielen Kreisen dieser Landesteile gehört eine zweistellige Arbeitslosigkeit weiterhin zum Alltag. So erreicht der Wert in der Subregion Przemyśl 12,6%, und im Raum Leslau/Włocławek (Woiwodschaft Kujawien-Pommern) liegt er bei 12,4%.

Die Dezember-Daten des Zentralen Statistischen Amtes bestätigen, dass trotz der allgemeinen Konjunkturerholung und trotz optimistischer Prognosen für die Jahre 2026–2027 der Kampf gegen strukturelle Arbeitslosigkeit in kleineren Zentren und weniger industrialisierten Regionen eine aktuelle Herausforderung bleibt. Die Stabilisierung auf zentraler Ebene führt nicht automatisch zu einer Verbesserung der Lage in den Kreisen, die weit von den großen Metropolen weiter entfernt liegen.

Quelle: money

Foto: Freepik

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