Zweite Ausschreibung für die ehemalige Residenz der Familie Baildon

Verfallene Pracht in Schlesien: Historisches Schloss hofft auf neue Zukunft (Video)

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In Schlesien steht erneut ein historisches Schloss mit Park zum Verkauf. Es handelt sich um das denkmalgeschützte Schloss- und Parkensemble in Łubie / Lubie im Landkreis Tarnowskie Góry / Tarnowitz. Der erste Verkaufsversuch blieb ohne Ergebnis. Damals lag der Angebotspreis bei 10 Millionen Zloty. Kein Interessent gab ein Gebot ab. Nun wurde der Preis gesenkt.

Der Vorstand des Landkreises Tarnowskie Góry / Tarnowitz kündigte eine zweite Ausschreibung an. Der neue Preis beträgt 9 Millionen Zloty.

Architektur und Zustand der Anlage

Das Schloss verfügt über ein Mansarddach mit Belvedere. An der Front befindet sich ein vier­säuliger Portikus mit dem Wappen der Familie Baildon. Eine Eckturm mit trichterförmiger Haube prägt die Silhouette des Gebäudes.

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Im Inneren blieben wichtige historische Elemente erhalten. Dazu zählen ein Ballsaal, ein Kamin, repräsentative Treppen sowie Stuckverzierungen. Zum Ensemble gehören auch Nebengebäude. Dazu zählen eine Pförtnerloge, eine kleine Kapelle und ein Wirtschaftsgebäude.

Das gesamte Areal ist von einem Landschaftspark im sogenannten „picturesque“-Stil umgeben.

Schloss Łubie / Lubie: Residenz der Familie Baildon im 19. Jahrhundert

Das Schloss in Łubie / Lubie gilt als bedeutendes Element des kulturellen Erbes der Region. Es entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bauherr war Artur Baildon. Er entstammte einer schlesischen Industriellen- und Gutsbesitzerfamilie mit schottischen Wurzeln.

Das Gebäude ist ein Beispiel für eklektische Architektur. Seine heutige Form erhielt es durch einen Umbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Grundriss folgt der Form eines L. Der längere Flügel liegt auf der Ostseite. Das Schloss besitzt drei Stockwerke.

Das Mansarddach trägt zentral ein Belvedere in Form eines zylindrischen Aussichtsturms. Die südliche Hauptfassade zeigt einen vier­säuligen Portikus mit Tympanon. Darauf befindet sich ein Kartuschenfeld mit dem Wappen der Baildons. An der Rückseite dominiert ein Turm mit pyramidenförmiger Haube.

Erhalten blieben einzelne originale Ausstattungselemente. Dazu zählen Kamine, Decken und Stuckarbeiten. Südlich schließt sich der Park direkt an das Schloss an.

Nutzung als Pflegeheim und heutiger Leerstand

Über viele Jahre verfiel das Schloss zunehmend. Im Jahr 1954 wurde dort ein Pflegeheim eingerichtet. Rund 150 Menschen mit psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen fanden dort Unterkunft.

Das Gebäude war für diese Nutzung nicht ausgelegt. Um Schlafplätze zu schaffen, wurden Innenräume umgebaut. Dabei ging ein großer Teil der historischen Architektur verloren. Die Bewohner nutzten einfache Krankenhausbetten. Die Lebensbedingungen galten als sehr schlecht. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel konzentrierte sich die Verwaltung vor allem auf die Versorgung mit Lebensmitteln und die Sicherung der Bausubstanz gegen Einsturz.

Zwischen 1991 und 1995 erfolgte eine umfassende Renovierung. Der historische Innenausbau wurde teilweise rekonstruiert. Das Dach, die Sanitäranlagen und die Putzflächen wurden erneuert. Das Gebäude erhielt innen und außen einen neuen Anstrich. So kehrte ein Teil der früheren Pracht zurück.

Zudem modernisierte man die Heizungsanlage und stellte von Kohle auf Öl um. Eine Kläranlage entstand unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte. Schließlich zogen die Bewohner des Pflegeheims in einen Neubau im Stadtteil Strzybnica / Friedrichshütte um.

Heute steht das Schloss in Łubie / Lubie leer.

Quelle: dziennikzachodni

Fotos: facebook / Twoje Zbrosławice

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