Krakau / Kraków hat den ersten Platz belegt, und Warschau / Warszawa hat den zweiten Platz im neuesten Ranking der besten Orte in Europa für digitale Nomaden erreicht. Die Autoren der Liste haben die Städte nach Lebenshaltungskosten, Sicherheit, Verkehr sowie nach Preis und Qualität des Internets bewertet.
Die britische Zeitung Daily Mail hat das Ranking veröffentlicht, in dem Analysten von Playerstime insgesamt 35 der meistbesuchten Städte Europas verglichen haben. Sie haben dabei gezielt untersucht, wie gut sich diese Orte für Remote-Arbeit eignen. Dabei haben sie Aspekte wie Sicherheit, Unterkunftspreise, Kosten für Essen, Internet sowie den öffentlichen Verkehr analysiert.
Krakau / Kraków und Warschau / Warszawa als beste Städte für digitale Nomaden
Krakau/Kraków hat 161 von 175 Punkten erreicht, und damit hat die Stadt sich den ersten Platz im Ranking gesichert. Die monatlichen Ausgaben hat man auf 1423 Euro (6000 Zloty) geschätzt. Gleichzeitig hat sich die Stadt besonders durch niedrige Kosten für Essen und Internet (etwa 70 Zloty pro Monat) sowie durch einen hohen Sicherheitsindex von 75,08 von 100 ausgezeichnet.
Warschau/Warszawa hat den zweiten Platz mit 150 Punkten erreicht. Die gesamten monatlichen Lebenshaltungskosten fallen hier sogar niedriger aus als in Krakau/Kraków und betragen etwa 1265 Euro (5400 Zloty). Auch hier überzeugen sowohl die günstigen Internetpreise als auch der hohe Sicherheitswert.
Lebenshaltungskosten in polnischen Städten
Nach Beobachtungen, die Studien des GUS (Statistisches Amt) bestätigen, haben sowohl Warschau/Warszawa als auch Krakau/Kraków im Jahr 2025 deutlich mehr ausländische Gäste angezogen. Aus deren Sicht spielt vor allem die einfache Alltagsorganisation in diesen Städten eine zentrale Rolle, sagt Katarzyna Włodarczyk von Nocowanie.pl. Es geht dabei um gut ausgebaute öffentliche Verkehrsmittel, um einfache Mobilität, um eine breite Verfügbarkeit von Dienstleistungen sowie um verbreitetes und kommunikatives Englisch. Zusätzlich kommen die Offenheit der Einwohner sowie die wachsende Erfahrung im Umgang mit internationalen Touristen hinzu.
Die Expertin betont außerdem, dass die Vielfalt der Erlebnisse einen großen Vorteil darstellt. Denn beide Städte ziehen Besucher mit ihrer Geschichte, ihren Sehenswürdigkeiten und ihrer einzigartigen Atmosphäre an. Zugleich bieten sie nicht nur Unterkünfte, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten – vom Sightseeing bis hin zum Nachtleben und zu Events.
Katarzyna Włodarczyk hebt zudem hervor, dass die Preise weiterhin ein entscheidender Faktor bleiben. Im ersten Quartal 2026 liegt der durchschnittliche Übernachtungspreis in Warschau/Warszawa bei etwa 143 Zloty pro Person und Nacht, während er in Krakau/Kraków etwa 118 Zloty beträgt. Dadurch bleiben beide Städte im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen sehr konkurrenzfähig.
Szymon Jasina von Wirtualna Polska erklärt, dass digitale Nomaden meist länger an einem Ort bleiben. Deshalb achten sie besonders auf die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, denn oft besteht die Idee dieses Lebensstils darin, an Orte zu reisen, die nicht nur interessant, sondern auch günstiger als die Heimat sind. Natürlich spielt schnelles Internet eine wichtige Rolle, aber hier verbessert sich die Situation weltweit zunehmend. Noch wichtiger ist ein komfortabler und vor allem ruhiger Arbeitsplatz.
Szymon Jasina betont außerdem, dass ein privates Zimmer in einem Hostel eine gute Lösung sein kann. Bei längeren Aufenthalten lohnt sich eher die Anmietung einer kleinen Wohnung. Obwohl das Arbeiten in völliger Wildnis romantisch erscheinen mag, erweist sich in der Praxis ein Ort als besser, an dem alles leicht erreichbar ist. Das bedeutet oft große Städte oder Orte mit gut entwickelter Gastronomie und Infrastruktur.
Die besten Orte in Europa für digitale Nomaden
Den dritten Platz im Ranking belegt Budapest mit 147 Punkten und durchschnittlichen monatlichen Ausgaben von etwa 1542 Euro (6587 Zloty). In den Top 10 befinden sich außerdem Prag, Tallinn, Madrid, Sevilla, Lissabon, Dubrovnik sowie Porto.
Interessanterweise bietet Prag das günstigste Monatsticket (96 Zloty), während London das teuerste hat. Für die U-Bahn-Zonen 1–4 zahlt man dort bis zu 256 Pfund (1258 Zloty). Den höchsten Sicherheitsindex weist Dubrovnik mit 82,23 auf, während Lyon mit 40,87 den niedrigsten Wert erreicht.
Die Autoren weisen zusätzlich darauf hin, dass Unterkünfte in Prag und Warschau/Warszawa am günstigsten sind, während Dublin und Reykjavík die höchsten Preise verlangen. Bei den gesamten monatlichen Ausgaben führen Dublin, Reykjavík und Amsterdam die Liste der teuersten Städte an.
Quelle: turystyka.wp
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